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Verbrennung an der Hand

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Moderator: Angelika

saxpeter
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Verbrennung an der Hand

Beitragvon saxpeter » 3. Jun 2007, 21:42

Hi
meine Frau hat die neuen Gusseisenpfanne am metallstil aus dem Backofen zaubern wollen, hat sich ziemlich verbrannt, hat instinktiv gkühlt mit kaltem Wasser.
Ich habe in 2 Homöopathiebüchern (Roy, Bielau) gelesen, dass dieses gerade falsch sei, sie hat dann in normalem Essig gebadet, die schlimmen Schmerzen haben dann kurz und kurzfristig nachgelassen.
Welche Tipps habt ihr??
Peter :wink:


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Ernst
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Beitragvon Ernst » 3. Jun 2007, 21:57

Kühlen...kühlen...kühlen
Es gibt nichts besseres als die verbrannte Hand so lange als möglich unter fliessend kaltes Wasser zu halten.
Schmerzlinderung kann nur dadurch erzielt werden, und das ist die Erstmassnahme um einem Schock vorzubeugen.
Ausserdem kann kann eine ausreichende Kühlung lästige Brandblasen verkleinern oder gar verhindern.

In diesem Notfall sind altbekannte Hausmittel nicht die besten. Auf keinen Fall Puder, Öl, Mehl oder anderen Blödsinn auf die Wunde tun. Da fühlen sich die Keime wie die Maden im Speck.

Essig nutzt man zur Neutralisierung nesselnder Gifte (Feuerquallen, Brennesseln). Auch dort existieren Brandschmerzen, die Behandlung ist aber ganz anders als bei durch Hitze hervorgerufene Brandwunden.
Grüße von der Waterkant
Ernst

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Ernst
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Beitragvon Ernst » 3. Jun 2007, 22:00

PS.: Bei großen Wunden, nach der Kühlung ein Brandwundenverbandtuch (in jedem Verbandkasten zu finden) locker auf die Brandwunde legen und dann ab zum Arzt.
Grüße von der Waterkant

Ernst



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Gingkoblatt
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Beitragvon Gingkoblatt » 4. Jun 2007, 12:52

:o :o :o
Ich habe in 2 Homöopathiebüchern (Roy, Bielau) gelesen, dass dieses gerade falsch sei


Von welchem Jahrgang sind die Bücher denn????
:wink: Gingkoblatt
______________________________________
Nur wo nicht Natur draufsteht, ist auch wirklich Natur drin.

almalein
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Beitragvon almalein » 4. Jun 2007, 17:17

gute besserung zu erst einmal!

hier mein tipp:
wenn ich mich verbrannt habe ist natürlich das erste auf jeden fall ne
kühlung, doch da das gewebe so erhitzt ist, ist es meiner meinung nach besser mit warmem wasser zu beginnen. danach auf jeden fall immer kühler werden lassen und weiter kühlen!

durch langsame abkühlung ersparst du deinem gewebe nen weiteren schock!
leider kann ich nicht mehr genau sagen wo ich diese praktik gelesen habe, aber ich weiss aus erfahrung, dass es, bei mir jedenfalls, besser ankommt!

auch hier möchte ich nochmal auf aloegel aufmerksam machen!



danke

Aconitum
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Beitragvon Aconitum » 4. Jun 2007, 17:19

Hallo saxpeter,

dass Kühlen falsch sei bei Verbrennungen höre/lese ich auch gelegentlich. Ich selber hab aber auch die Erfahrung gemacht, dass Kühlen eher hilft als schadet. In Maßen ;)

nach solchen Verbrennungen(die nicht zwingend ärztl.Behandlung fordern) nutze ich eigentlich nur Lavendelöl, ätherisch in Wasser in Form von kühlen Umschlägen. Die Wundheilung ist immer bemerkenswert dabei, zudem beruhigt es den Schmerz ganz gut.

Deiner Frau gute Besserung *wink*


saxpeter
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Beitragvon saxpeter » 4. Jun 2007, 17:49

Hallo

auf jeden Fall war die Verbrennung nicht so schlimm(1.Grades), das wir zum Arzt mussten. Erschwerend kommt eine Fibromyalgie-Erkrankung meiner Frau hinzu, die auch gerade häufig die Hände betrifft(Schmerzen, Starre usw.)
Sie meinte , dass ihr der Essig sehr gut getan habe-
zu Ginkoblatt:
Homöopatische Literatur und Essigempfehlung:Carola und Ravi Roy. Selbstheilung durch Homöopathie Knaur Verlag, Erstauflage war1988
S. 150f, Weltbild Knaur 2007
Sinngemäß.nach Behandlung mit kaltem Wasser wird Brennschmerz nur unterdrückt, der hinterher umso stärker wird, Selbstheilungskräffte werden unterdrückt. Er empfiehlt in der Haupsache Essig(1. und 2.Grades)
So wie Erfrierungen mit Kälte begegnet werden (nur langsame Erwärmung, Abreiben mit Schnee, kaltem Wasser), solle man eher einen leichten wärmeimpuls geben(Brandwunde in die Nähe der wärmequelle halten ???

2. Quelle Klaus Bielau:Homöopathie verstehen und anwendenKneipp Verlag 2004, S. 87
Empfehlung: Essig, Cantharis oder Belladonna
Inhaltlich diesselbe begründung, Schmerz kommt umsostärker zurück, natürliche heilungsvorgänge werden unterdrückt, auch Verabreichung von Schmerzmitteln kontraproduktiv
LG
Peter

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Gingkoblatt
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Beitragvon Gingkoblatt » 4. Jun 2007, 18:28

Hi Peter...

Danke für deine schnelle Antwort... ehrlich gesagt: ICH BIN ENTSETZT!!! :evil:
Ich hätte ja angenommen, dass es sich um Uralt-Bücher handelt--- um so schlimmer
Wenn das meine Bücher wären, würde ich sie an den Verlag zurückschicken, mit der Bitte mir meine Kosten zu erstatten, weil das so pauschal einfach falsch ist! Dafür kannst du nichts und ich finde gut, dass du hier nachgefragt hast!

Was Ernst :wink: schon richtig beschrieben hat... außer fließendem, kühlen (nicht eiskalten) Wasser gehört erst mal gar nichts an eine frische Brandwunden, egal in welchem Stadium!
Eis(kalt) dagegen ist falsch... das tut genau so weh wie eine Brandverletzung und richtet auch den selben Schaden an! Wenn ich kühl sage, meine ich leicht unter lauwarm (das ist vor allem bei großen Brandverletzungen wichtig, den zu viel kalt tut noch mehr weh und dann gibt es erst recht einen richtigen Schock)!!! Da man aber selten temperiertes Wasser in einem Notfall zur Hand hat, ist das nächstbeste einfach den Wasserhahn aufzumachen und die Verletzung unter dem fließenden Wasser zu kühlen. Die empfohlenen Zeit liegt bei mindestens 10 Minuten!

Mit Brandwunden verhält es sich ähnlich wie mit gekochten Eiern (nicht lachen)... wenn man sie nach der Hitzeeinwirkung nicht gut und lang genug abschreckt = kühlt, kochen sie einfach weiter....was so viel bedeutet, dass noch mehr Eiweißstrukturen denaturien = kaputt gehen.

Deine Frau hat sich ja Gott sei Dank schon selber gut geholfen (ihr Instinkt hat sie nicht getrogen) ;) indem sie ihre Verletzung gleich kühlte... ihr Glück, dass bei der Essigbehandlung nur eine Brandverletzung ersten Grades vorlag! Sonst hätte das böse weh getan! Essig ist ganz schön bei intakter Haut, weil er eben auch kühlt, ist aber echt fies, wenn die Hautbariere durchbrochen/verbrannt wurde. :-?

Wer´s nicht glaubt, kann bei jedem Erste-Hilfe-Kurs-Anbieter nachfragen!

Viele Grüße und gute Besserung an deine Frau
Ginkgoblatt
(ehemals Rettungssanitäter jetzt nur noch HP)

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Ernst
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Beitragvon Ernst » 4. Jun 2007, 19:08

Au weia das ist ja hammerhart, was da im Buch steht. Grenzt schon an Körperverletztung.
Hahnemannns Aussage, "Gleiches mit Gleichem..." kann man einfach nicht pauschalisieren. Schon gar nicht bei traumatischen Notfällen.
Wenn jemand durch eine stumpfe Kopfverletzung bei einen Unfall bewusstlos ist, hilfst du ihm ja bestimmt nicht nicht damit, dass du ihm nochmal ne Holzlatte vor den Kopf knallst, oder?

Also wie Gingkoblatt bereits sagte, bei aller tollen Naturheilkunde und homöopathischen Wundermitteln, nützt es nichts dass man bei Notfällen und lebensbedrohenden Massnahmen das 1 x 1 der Ersten Hilfe beherrscht. Und wer das nicht tut, sollte schnellsetens einen Ersten Hilfe-Kurs bei den Hilfsorganisationen besuchen.
Es hilft nichts wenn du ein toller Naturheilkundler bist und keine lebensbedrohliche Blutung stillen kannst, oder nicht weisst was du bei einem Atem- oder Herztillstand zu tun hast. der eben bei Brandverletzungen.

Liebe Grüße auch von einem ehemaligen Rettungssanitäter und jetzt HP
Grüße von der Waterkant

Ernst



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Verbene
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Beitragvon Verbene » 4. Jun 2007, 19:12

Hallo,

ich wollte eigentlich erst gar nichts dazu schreiben, aber mir ist das auch schon in der Literatur untergekommen :o. In einem Buch, was ich habe, wird behauptet, daß der Koch instinktiv die verbrannte Hand ein wenig an die Herdplatte hält (oder so ähnlich). Das hätte mit dem Ähnlichkeitsgesetz zu tun. Das Buch ist von 2002.

Ich finde es immer wichtig und richtig, alles kritisch zu hinterfragen, den gesunden Menschenverstand einzuschalten und nicht pauschal alles Geschriebene für wahr zu halten.

Für besonders schlimm halte ich aber folgendes:

auch Verabreichung von Schmerzmitteln kontraproduktiv


Wahrscheinlich kann sich der Autor die Schmerzen bei Brandwunden nicht vorstellen (es geht hier nicht um solche Lappalien wie eben mal kurz ans Bügeleisen gekommen oder kurz an den heißen Topfdeckel gefasst).

Aus Erfahrung kann ich folgendes berichten: nach einem unbedachten Griff auf die eingeschaltete Herdplatte (mit allen 5 Fingerspitzen) wurde die Hand über Nacht in einer Schüssel mit kaltem Wasser belassen (neben das Bett gestellt), was erstens sehr schmerzlindernd war und zweitens bewirkte, daß am nächsten Morgen die Schmerzen ganz verschwunden waren.

Liebe Grüße von
Verbene

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Angelika
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Beitragvon Angelika » 4. Jun 2007, 20:14

Na gebe ich auch noch meinen heißen und wirkungsvollen Tipp dazu :D

bei Verbrennungen gleich mit Aloe-Vera-gel einreiben, am wirkungsvollsten ist das frische Blattgel, das kühlt und lindert den Schmerz, verhindert dass Blasen entstehen und Brandnarben zurückbleiben. :D

Früher hatten die Frauen immer eine Aloe-Vera-Pflanze in der Küche stehen,
als kleine Notfall-Apotheke. ;)


Viele Grüße
Angelika

saxpeter
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Beitragvon saxpeter » 4. Jun 2007, 20:46

Hi
Danke für die vielen Antworten, instinktiv würde ich ja auch mit Wasser kühlen. Aber das Essigbad(meine Frau hat nur ganz kurz mit Wasser gekühlt) hat seinen Zweck erfüllt. Es war aber keine tiefergehende Schädigung der Haut, Röte halt, eigendlich keine wirkliche Blasenbildung.
Bei Eingabe von "Verbrennung Essig" bei google ergab sich die Seite eines Homöopathen/Heilpraktikers, der es auch empfiehlt. Weiterer Tipp von ihm, :angewärmter Weingeist

Übrigens:ein Super Forum hier, ich schaue jetzt öfter mal vorbei

Liebe Grüße
Peter

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Gingkoblatt
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Beitragvon Gingkoblatt » 5. Jun 2007, 07:52

Moin Angelika... :wink:

würdest du das Aloegel auch auf eine "offene" Brandwunde im Akutfall geben? Dass Aloe ein prima Mittel für allerlei Hautprobleme ist, war mir klar, aber wie steht es mit der Infektionsgefahr, die ja grade bei Brandverletzungen sehr hoch ist -?)
Die Idee, eine Aloe in die Küche zu stellen, finde ich Klasse! Schließlich verbrennt man sich dort auch am ehesten, wenn es um Bagatellverbrennungen geht.

begierig Neues zu lernen ;) , grüßt dich

Ginkgoblatt

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Angelika
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Beitragvon Angelika » 5. Jun 2007, 21:37

Hallo Gingkoblatt,

ich mache auf jede Wunde das frische Aloe-Veragel und es heilt schnell zu und ohne Infektion.
Aloe-Veragel bestitz ja eine entzündungshemmende Wirkung und beschleunigt die Wundheilung. :D

Das ist nicht Neu, die Heilwirkung von der Aloe-Vera ist schon über 4000 Jahre bekannt. :D
Schon Alexander der Große nahm Aloe-Vera mit bei seinen Kriegszügen mit und ließ die Verletzungen seiner Soldaten mit dieser Wundheil-Pflanze behandeln. :)
Und auch Christopher Kolumbus nahm sie auf seinen Schiffreisen mit, als "Apotheke im Blumentopf "
Und bei mir steht sie immer im Badezimmer und im Garten :D

Liebe Grüße
Angelika



   

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