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Die 24 Heilsteine der Hildegard von Bingen

Heilen mit Steinen

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Die 24 Heilsteine der Hildegard von Bingen

Beitragvon Beate » 6. Apr 2003, 22:40

Zum Buch:

Die Heilsteine der Hildegard von Bingen
Das Hausbuch der Steinheilkunde
Neue Erkenntnisse zu alten Weisheiten
Autor: Michael Gienger
Verlag: Mosaik-Verlag ISBN 3-576-10651-0


Hildegard’s Steinbeschreibungen wurden sorgfältig von Michael Gienger und dem „Forschungsprojekt Steinheilkunde“ = Steinheilkunde e.V. Sitz Stuttgart innerhalb von 12 Jahren getestet und überprüft.

Da die sinnbildlichen Beschreibungen Hildegards von der Entstehung der Steine tatsächlich den modern- mineralogischen Fakten entsprechen, entschloss sich Michael Gienger die mittelalterliche Ausdrucksweise in die heutige, besser verständliche Sprache zu übersetzen.
In weiten Teilen der bisherigen Literatur wurden 8 der 24 Steine, die Hildegard beschrieben hat noch falsch übersetzt. Auch die Berichtigung der Steine-Namen wurde in diesem Buch vorgenommen.
Und wie der Autor in seinem Vorwort schreibt, hoffen alle, die sich mit „Steinheilkunde“ beschäftigen, daß diese Heilweise aus dem Abseits befreit wird und ihr Werk zum Wohle „Aller Wesen“, Anwendung finden kann, so wie es auch sicherlich schon Hildegards Wunsch gewesen war.

Obiges Buch ist in folgende Unterteilungen je Steinbeschreibung unterteilt:
1. Hildegard’s Originalbeschreibung
2. Mineralogie
3. Steinheilkunde
4. Anwendungen
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Die 24 Heilsteine der Hildegard von Bingen

Beitragvon Beate » 6. Apr 2003, 22:45

Der Smaragd,
er wächst am frühen Morgen bei Sonnenaufgang wenn die Sonne beherrschend auf ihrer Bahn aufsteigt und sehr kräftig wird und wenn das Grün der Erde und der Gräser am intensivsten ist.................

Bei Schmerzen an Herz, Magen oder der Seite trage er den Smaragd bei sich um das Fleisch des Körpers durch ihn zu wärmen und es wird ihm besser gehen.

Kommt der Schmerz jedoch plötzlich und heftig, so soll er den Stein in den Mund nehmen und wie er den von Stein erwärmten Speichel abwechselnd schlucken und ausspucken soll, soll er auch seinen Leib immer wieder einziehen und vorschnellen lassen. So werden diese plötzlichen Anfälle ohne Zweifel aufhören.

Bei Fallsucht soll man dem auf dem Boden liegenden einen Smaragd in den Mund schieben und sein Gesicht wird wieder aufleben.

Auch wer an starken Körperschmerzen leidet, soll den Stein an seinen Mund halten und ihn mit seinem Atem erwärmen. Der durch diesen Atem feuchtgewordene Stein nehme man und bestreiche seine Schläfen und Stirn und nehme ihn anschließend für ca. 1 Std. in den Mund.

Wer sehr viel Säfte und Speichel in sich hat, soll starken Wein erwärmen, ein Leintuch mit einem Smaragd darauf über ein Gefäß legen und dann den Wein über das Tuch mit dem Stein gießen. Diesen Vorgang wiederhole er immer wieder. Anschließend bereite er aus diesem Wein und Bohnenmehl einen Brei; diesen soll er fleißig essen und den so zubereiteten Wein häufig trinken. Dies reinigt das Gehirn und vermindert die Säfte und den Speichel in ihm.



Nach heutiger Sicht wird zusätzlich empfohlen:
Bei Nebenhöhlenentzündungen und Kopfschmerzen auf die Stirn auflegen; bei allen anderen Schmerzen auf die betroffenen Stellen auflegen.
Bei Erschöpfungs- und Schwächezuständen, empfiehlt es sich, das Mitführen als Handschmeichler, Trommelstein oder das Tragen als Anhänger oder Kette.
Smaragd wirkt sehr schnell; er kann über eine längere Zeit getragen werden.
Für alle inneren Schmerzen empfiehlt sich auch die Einnahme der Edelsteinessenz.
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Beitragvon Beate » 6. Apr 2003, 23:35

Der Hyazinth (Zirkon),
entsteht in der ersten Stunde des Tages aus dem Feuer, wenn die Wärme der Luft noch mäßig ist und er ist eher luftig als feurig...................


Der Mensch, der an Sehschwäche leidet oder dessen Augen getrübt und entzündet sind, soll ihn ein wenig mit Speichel befeuchten und dann schnell auf die Augen legen, so daß sie durch ihn erwärmt werden. Dies wiederhole er oft und die Augen werden wieder klar und gesund.

Wenn ein Mensch brennendes Fieber im Leib hat, welches mehrere Tage währt, der stelle Wein in einem irdenen Gefäß zum warm werden in die Sonne. In diesen Wein lege man einen Zirkon, damit auch dieser sich erwärmt. Dazu tauche man kurz einen heißen Stahl hinein. Diesen Wein trinke der Mensch nun nüchtern am Morgen und vor dem Schlafengehen mehrere Tage lang.

Zusätzlich hat sie für diesen Stein auch schutzmagische Aufwendungen aufgezeigt.



Anwendung heute:
Zirkon ist heute als kleiner Rohkristall im Handel und wirkt sehr intensiv. Es wird empfohlen ihn außer bei Schmerzen nur ca. ½ bis 1 Stunde täglich zu tragen. Ansonsten wird er direkt auf die betroffenen Stellen aufgelegt.
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Beitragvon Beate » 7. Apr 2003, 22:56

Der Onyx (Achat),
ist warm und wächst um die dritte Stunde des Tages bei dichter Bewölkung wenn die Sonne kräftig brennt, aber trotzdem verschiedene Wolken sie bedecken, durch welche die Sonne wegen der Wassermassen nicht hindurchsehen kann. Er hat wenig Feuer in sich, viel mehr die Wärme der Luft. Er gewinnt seine feste Gestalt durch die Wolken; hat aber seinen Ursprung in der Sonne. Deshalb besitzt er große Kraft gegen Krankheiten, die aus der Luft entstehen...........................

Wenn die Augen schwach werden oder auf andere Art versagen (z.B. Augentrübung), der gieße starken Wein in ein ehernes, kupfernes oder stählernes Gefäß, lege einen Achat hinein und beize ihn 15 oder 30 Tage. Danach nehme er der Stein heraus und bestreiche mit der Flüssigkeit jede Nacht ein wenig die Augen. So werden sie gesund.

Wer am Herzen oder in der Seite Schmerzen hat, soll einen Achat in den Händen oder am Körper erwärmen und gleichzeitig Wein in einem Gefäß über dem Feuer erhitzen. Das Gefäß vom Feuer nehmen, den Stein über dem Dampf halten bis sich die austretende Feuchtigkeit mit dem Wein vermischt hat. Anschließend lege er den Stein in den heißen Wein und trinke diesen sogleich. Die Schmerzen an Herz und Seite werden aufhören.

Auch bei Magenbeschwerden bereite man Wein wie oben beschrieben und koche dann aus diesem Wein, Hühnereiern und Mehl eine Suppe. Die bereite er wieder und wieder; sie wird den Magen reinigen und heilen.

Auch wer ein Milzleiden hat, bereite Wein wie oben beschrieben; beize Fleisch von Ziege oder Lamm darin so, wie man manche Speise in Essig beizt; koche und verzehre es. Das mache wiederholt; die Milz wird geheilt und nicht weiter anschwellen.

Wer starkes Fieber hat, lege den Achat fünf Tage in Essig, nehme ihn dann heraus und setze den Essig allen Speisen zu. Das Fieber wird sinken und schnell verschwinden, weil die gute Wärme von Achat und Essig, die schädlichen Säfte vertreibt, aus denen das Fieber entsteht.

Anwendung heute:
Indikationen allgemein:
Alpträume, Blähungen, Schlafstörungen, Schwangerschaft u.a.

Es ist auch sehr hilfreich bei Beschwerden auf die entsprechenden Signaturen auf bzw. in den Achaten zu achten:
Achat mit Augensignatur: (zeigt Kreis oder Zeichnungen, die wie komplette Augen aussehen) – er wird eingesetzt bei:
Augenermüdung, Bindehautentzündung, Krampfadern, Prostatavergrößerung, Schutzbedürfnis und Schwangerschaft

Achat mit Blasensignatur: (zeigt eine Zeichnung die einer Blase ähnelt)
er wird bei Blasenbeschwerden eingesetzt

Und einige mehr. Sie sind in den Büchern „Lexikon der Heilsteine“ und „Die Heilsteine Hausapotheke“ (beide Gienger) ausführlich beschrieben und auch bebildert.
Zuletzt geändert von Beate am 24. Mai 2003, 23:48, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon Beate » 9. Apr 2003, 23:05

Beryll,
ist warm und entsteht immer zwischen der 3. Stunde des Tages und der Mittagszeit aus dem Schaum des Wassers, wenn die Sonne es kräftig erhitzt. Seine Kraft entstammt mehr der Luft und dem Wasser als dem Feuer, aber trotzdem ist auch es ein wenig feurig.

Hat ein Mensch Gift gegessen oder getrunken, so schabe er sofort ein wenig Beryll in Quellwasser und trinke dieses sofort. So verfahre er fünf Tage lang, das Wasser 1 x täglich auf nüchternen Magen zu trinken. So wird er das Gift erbrechen, oder es wird durch ihn hindurch laufen und hinten ausgeschieden werden.

Wer den Stein immer bei sich trägt und häufig in die Hand nimmt um ihn anzusehen, wird mit Anderen keinen Streit haben, sondern recht ruhig bleiben.

Anwendung heute:
Um Stabilität und Gelassenheit zu erwerben, bietet sich Hildegards Anweisung an, den Stein öfters in die Hand zu nehmen um ihn zu betrachten und bei sich zu tragen.
Zur Entgiftung wirkt das Beryll-Wasser besser.
Hier bietet sich heute auch Stein-Essenz an. Da es schwierig sein wird, im Handel grüne oder gelbe Berylle zu erwerben bietet sich hier auch alternativ der Aquamarin an. Dieser lässt sich ohne weiteres für oben beschriebene Heilwirkungen anwenden.
Aquamarin kann auch recht gut zur Behandlung der Augen eingesetzt werden. Hier abends kleine Kristalle oder kleine Trommelsteine auf die geschlossenen Augen legen.
Man kann aber auch Wasser ansetzen oder Essenzen verwenden. (Wattebausch befeuchten und auf geschlossene Lider legen o.ä.)
Zuletzt geändert von Beate am 24. Mai 2003, 23:49, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon Beate » 10. Apr 2003, 23:53

Der Sardonyx,
ist warm. Er wächst am Tag, nachdem die sechste Stunde schon vorüber ist bis zum Beginn der neunten Stunde des Tages. Dabei wird er von der Sonne genährt, wenn die Sonne in ihrer Klarheit leuchtet, weil zu diesem Zeitpunkt die Luft abzukühlen beginnt. Daher hat er mehr vom Feuer als von der Luft oder dem Wasser.........................

Er hat starke Kräfte und verleiht den fünf Sinnen des Menschen eine besondere Stärke.

Wenn sich ein Mensch den Sardonyx auf die bloße Haut legt und auch oft in den Mund nimmt, so daß sein Atem ihn berührt, ihn dann herausnimmt und wieder hineinlegt, dann werden Verstand und Geist , sowie alle Sinne seines Körpers gestärkt, und es werden bei diesem Menschen Jähzorn, Dummheit und Zügellosigkeit verschwinden. Denn wegen seiner Reinheit haßt und meidet der Teufel diesen Stein.

Wenn Mann oder Frau aufgrund ihrer Natur heftig in fleischlicher Lust entbrennen, dann soll der Mann einen Sardonyx auf seine Lenden legen, die Frau aber über ihren Nabel, und sie werden ein Heilmittel von dieser Lust haben.

Wenn aber irgendein Mensch einen Fieberanfall hat und wenn er aufgrund dieses Fiebers geschwitzt hat und es ihm nun besser geht, dann soll er diesen Stein sofort in einem Ring auf seinen Finger stecken und er wird keinen Rückfall in das Fieber haben.


Anwendung heute:
Zur Stärkung der Sinne sollte Sardonyx mehre Wochen direkt auf der Haut getragen und in ruhigen Momenten direkt auf die betroffenen Sinne aufgelegt werden.
Für alle anderen Fälle empfehlen sich Hildegards Anweisungen. Bei schweren Erkrankungen ist zusätzlich die Stein-Essenz bzw. Steine-Wasser zu empfehlen. Um nach einer fiebrigen Grippe (besonders bei schweren Infektionen) Rückfälle zu vermeiden, sollte nach dem Abklingen der akuten Symptome, Sardonyx mindestens 1 Woche lang getragen werden. So erholt man sich schneller vom verbliebenen Schwächezustand , der sich nach einer schweren Krankheit einstellt.
Zuletzt geändert von Beate am 24. Mai 2003, 23:50, insgesamt 1-mal geändert.


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Beitragvon Beate » 11. Apr 2003, 23:38

Der Saphir (Lapislazuli = Lapis),
ist warm. Er wächst um die Mittagszeit, wenn die Sonne in ihrer Glut so stark brennt, daß die Luft durch ihre Glut etwas dunstig wird. Dadurch durchdringt der Glanz der Sonne aufgrund dieser übergroßen Hitze die Luft nur so weit, daß er nicht so vollkommen erstrahlt, wie es der Fall ist, wenn die Luft ein wenig abgekühlt ist. Deshalb ist der Lapislazuli auch trübe und eher freurig als luftig oder wässrig, und er bezeichnet die volle Liebe zur Weisheit.

Ein Mensch, der den Star im Auge hat, soll den Lapis in seine Hand nehmen ihn in der Hand oder durch Feuer erwärmen, die Hornhaut in seinem Auge mit dem feuchten Stein berühren. Das soll er drei Tage lang morgens und abends tun, dann wird der Star zurückgehen und ganz verschwínden.
Und wenn jemandem die Augen schwach geworden sind, oder vor Schmerz gerötet oder entzündet sind der nehme den Lapis im nüchternen Zustand in den Mund, daß er vom Speichel feucht wird. Anschließend nehme er etwas von diesem Speichel auf den Finger und bestreiche damit seine Augen und zwar so, daß er auch die Augäpfel berührt; so werden diese klar und geheilt.

Ein Mensch, der am ganzen Körper Gicht hat, so daß der die Schmerzen im Kopf und am Körper nicht mehr ertragen kann, der nehme eben diesen Stein in seinen Mund, und die Gicht wird verschwinden.

Wenn ein Mensch viel Wissen und eine gute Auffassungsgabe haben will, der nehme den Lapis täglich morgens wenn er aufsteht in seinen Mund. Er lasse ihn für eine kurze Stund im Mund, mindestens so lange, bis dieser vom Speichel, der ihn befeuchtet, genug aufgenommen hat. Danach nehme er ihn aus dem Mund, halte etwas Wein ans Feuer und erwärme diesen in einem Gefäß. Den Stein halte er in den Dampf des Weines auf daß dieser zu schwitzen beginnt und feucht wird. Dann lecke er mit seiner Zunge von der Feuchtigkeit und trinke sofort ein wenig von dem Wein. Auf diese Weise bringt der Wein den Speichel von dem der Stein erwärmt wurde in den Leib des Menschen. Jener wird so einen klaren Verstand und ungetrübte Erkenntnis haben und sein Magen wird dadurch gesund.

Wer von heftigen Zorn erregt ist (Bluthochdruck) nehme sogleich einen Lapis in den Mund, dann wird der Zorn erlöschen und von ihm weichen.


Anwendung heute:
Hildegards Anweisungen die Kraft des Steines durch Speichel oder Wein aufzunehmen, dienen der Entfaltung einer raschen und intensiven Wirkung.
Lapislazuli sollte jedoch als Stein des Wachbewusstseins und des Verstandes, möglichst nur tagsüber getragen werden; ansonsten unterdrück er mitunter das notwendige Träumen.
Zuletzt geändert von Beate am 24. Mai 2003, 23:51, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon Beate » 13. Apr 2003, 22:12

Der Sarder,
wächst nach der Mittagszeit bei starken Regenfällen, wenn im Herbst die Blätter der Bäume fallen und verwelken. Zu dieser Zeit, wenn die Sonne noch sehr warm, die Luft aber bereits kalt ist, erwärmt die Sonne den Stein in seiner Röte. Daher ist er von der Luft und vom Wasser her rein und gut gemacht, sowie in seiner Wärme gut abgestimmt. Er wendet mit dem ihn innewohnenden Kräften aufkommende Seuchen ab.

Wenn also ein Mensch aufgrund verschiedener Seuchen und Krankheiten so starkes Kopfweh hat, daß er dadurch fast wahnsinnig wird, dann binde man einen Sarder mit einer Kopfbedeckung, einem Tuch oder einem Beutel auf seinen Scheitel und spreche: Wie Gott den ersten Engel in den Abgrund stürzte, so nehme er diesen Wahnsinn von Dir........(Name) und gebe Dir klaren Sinn zurück. Und er wird geheilt werden.

Wem das Gehör von einer Krankheit taub geworden ist, tauche den Stein in reinen Wein und lege ihn feucht in ein dünnes Leintuch und stecke ihn in das taube Ohr. Dann lege er ganz feines Werg außen auf das Tuch, so daß die Wärme des Steins in das Ohr dringen kann. Das wiederhole er oft, so wird er sein Gehör wiedererlangen.

Und wenn eine schwangere Frau von Schmerzen überwältigt nicht niederkommen kann, so streiche den Sarder über ihre beiden Lenden und sprich: So wie du, o Stein auf Gottes Geheiß
hin am ersten Engel erstrahltest, so tritt Du hervor o Kind als strahlender Mensch und ruhend in Gott. Halte den Stein dann sofort an den Geburtskanal, also an die Scham der Frau und sprich: Öffne euch ihr Wege, öffne dich Pforte, Kraft der Erscheinung Christi als Gott und Mensch. So wie er die Riegel der Unterwelt geöffnet hat, so sollst auch du Kind, bei dieser Pforte heraustreten, ohne dir oder deiner Mutter den Tod zu bringen.
Schließlich binde den Stein in einen Gürtel und gürte die Schwangere mit diesem und dem Stein, so wird sie genesen.

Anwendung heute:
Um die unmittelbaren Wirkungen des Sarders gut zur Geltung zu bringen, ist der direkte Hautkontakt des Steins immer zu empfehlen. Eine Flüssigkeitsbrücke mit Wein oder Urin herstellen wie Hildegard empfiehlt, verbessert die Einwirkung des Steins dabei noch.
Zuletzt geändert von Beate am 24. Mai 2003, 23:52, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon Beate » 15. Apr 2003, 22:34

Der Topas,
wächst um die neunte Stunde des Tages in der Glut der Sonne, kurz bevor die neunte Stunde voll ist, weil die Sonne dann am reinsten ist ohne Trübung von der Tageshitze und Verunreinigungen der Luft. Daher ist er sehr rein, feurig und warm, und hat nur wenig Luft und Wasser in sich. Er ist klar und seine Klarheit gleicht der des Wassers, aber seine Farbe ist dem Golde ähnlicher als dem Gelb.

Wer an der Milz leidet oder wer innerlich von Fäulnis geplagt ist, also wessen Körper von innen her verfault, lege den Topas 5 Tage lang in echten Maulbeerwein. Dann nehme er den Stein heraus und bringe diesen zum Sieden, so daß er dampft(Wein), und halte den Topas in den Dampf, bis daß er schwitzt, so daß sein Schweiß sich mit dem Wein vermischt. Danach lege er den Wein für eine kurze Stunde in eben diesen heißen Wein, nehme ihn dann wieder heraus und bereite mit jenem Wein eine Suppe oder eine Brühe ohne Fett. Das wiederhole er häufig und trinke es und seine Milz wird geheilt und die innere Fäulnis vermindert werden.
Der Maulbeerwein hat nicht aus sich heraus, sondern aus anderer Quelle seine Kraft.
Wenn man den Topas in dessen Dampf hineinhält, so verbindet sich der Stein mit der Kraft des Maulbeerweines, so daß jener hernach sehr brauchbar wird. Danach lege man den Stein, der nicht aus fremder sondern aus eigener Quelle Kraft hat in den Wein, so ergießt er die Kraft, der er dem Maulbeerbaum entrissen hat, ebenso in den Wein, wie jene, die er aus seiner Natur besitzt.

Auch wenn die Augen schlecht werden, lege eine Topas drei Tage und Nächte in reinen Wein und bestreiche dann zur Nacht, wenn er schlafen geht, mit dem feuchten Topas die Augen, so daß die Feuchtigkeit auch die Augäpfel selbst eine wenig benetzt. Nachdem er den Stein (aus dem Wein) herausgenommen hat, kann er diesen Wein fünf Tage lang aufbewahren und sooft er seine Augen später noch zur Nacht besteichen will, tauche er den Stein in jenen Wein und streiche mit ihm, wie oben genannt rings um die Augen. Dies wiederhole er oft, wobei er immer nach fünf Tagen neuen Wein mit dem Topas bereitet. Auf diese Weise werden seine Augen klar, wie durch die beste Augensalbe, denn die Wärme und Kraft des Steins und die gleiche Wärme und Kraft des Weins, vertreiben die schlechten Säfte der trüben Augen.

Lege auch täglich am Morgen den Topas auf dein Herz und sprich: Gott, der über alle und in allem erhaben ist, verwerfe mich nicht in seinem Ansehen, bestärke und befestige mich in seinem Segen. Solange du solches tust, wird dich das Unheil meiden. Denn von Gott hat der kraftvolle Topas seine Macht, alles Übel vom Menschen abzuwenden, weil er wächst, wenn die Sonne sich zum Niedergang wendet.

Anwendung heute:
Neben den Anweisungen Hildegards, kann Topas auch direkt am Körper getragen oder auch
längere Zeit in der Hosentasche mitgeführt werden. Bei akuten Erkrankungen empfehlen sich auch die Edelstein-Essenzen, die glücklicherweise in fast allen Topas-Varietäten erhältlich sind.
Zuletzt geändert von Beate am 24. Mai 2003, 23:53, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon Beate » 18. Apr 2003, 18:02

Der Chrysolith (Olivin, Peridot),
entsteht aus der Sonnenglut und der Feuchtigkeit der Luft nach der Mittagszeit gegen die neunte Stunde des Tages und hat eine Art lebensspendender Kraft in sich. Diese ist solcher Art, daß das Junge eines Vogels oder eines vierfüßigen Tieres von seiner Kraft so gestärkt würde, wenn der Stein hei der Geburt neben ihm läge, daß es vorzeitig zu laufen anfangen würde.


Ein Mensch der Fieber hat, erwärme Wein und halte den Peridot über den Dampf des Weines, so daß der Schweiß des Steines sich mit dem Wein vermischt. Den so erwärmten Wein trinke er und nehme den Stein für eine knappe Stunde in seinen Mund. So verfahre er oft, dann wird es ihm besser gehen.

Wer an Herzschmerzen leidet, tauche den Stein in Olivenöl und streiche dann den in Öl getauchten Stein über die schmerzende Stelle, so wird es ihm besser gehen. Wenn der Schmerz jedoch in den Bauch vorgedrungen ist, so binde er den vom Öl feuchten Stein einen Tag und eine Nacht über den Nabel so durchdringt das Öl die Haut des Menschen wie eine gute Salbe und vertreibt sein Leiden.

Derselbe Stein festigt auch das Wissen bei dem Menschen, der ihn bei sich trägt, so daß derjenige, der gute Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt, den Stein an sein Herz legen soll, und solange dieser dort verweilt, werden Kenntnisse und Fähigkeiten nicht von ihm weichen.

Denn der Peridot hat gewisse Kräfte von den sieben Stunden des Tages, so wie er auch in diesen Stunden gemischt wurde, und deswegen soll man ihn auf die Haut über dem Herz eines Menschen legen, so daß der Leib des Menschen durch ihn erwärmt wird. Dann vertreibe er die schlechten Säfte, die das Herz des Menschen in Trauer stürzen und reinigt das Herz dieses Menschen.

Aber auch die Luftgeister schrecken bis zu einem bestimmten Grade vor diesem zurück, weil sie alles fliehen, was wohl beschaffen und geordnet ist.


Anwendung heute:
Peridot kann als Kette, Anhänger oder Kristall direkt auf der Haut getragen, oder aber auf die Leber bzw. schmerzende Körperstellen aufgelegt werden. Er wirkt sehr schnell und mitunter sehr heftig, daher empfiehlt es sich, außer in akuten Fällen ihn nur ein- bis zwei Stunden täglich zu tragen.
Zuletzt geändert von Beate am 24. Mai 2003, 23:54, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon Beate » 19. Apr 2003, 16:47

Des Jaspis (Heliotrop),
wächst, wenn die Sonne sich nach der neunten Stunde des Tages bereits zum Untergang neigt. Er wird vom Feuer der Sonne genährt, hat jedoch mehr (Eigenschaften) von der Luft als vom Wasser und Feuer. Er besitzt eine gemischte Natur, weil der Schein der Sonne sich durch die Wolken häufig verändert, wenn sie sich nach der neunten Stunde des Tages zum Niedergang neigt.

Ein Mensch der am Ohr taub ist, halte den Heliotrop vor den Mund und hauche ihn mit warmem Atem an, bis der Stein warm und feucht ist. Dann stecke er ihn schnell in das Ohr, lege feines Werg (heute Watte oder ein Tuch) über den Stein und bedecke so das Ohr, damit die Wärme des Steins in das Ohr übergeht. So, wie dieser Stein aus verschiedenartiger Luft entsteht, so löst er auch die verschiedenen Krankheiten der Säfte. Auf diese Weise wird jener Mensch sein Gehör wiedererlangen.

Wer starken, krustigen Schnupfen hat, halte den Heliotrop vor den Mund und hauche ihn mit warmem Atem an, bis der Stein warm und feucht ist. Dann stecke er ihn in die Nasenlöcher und halte die Nase mit der Hand zu, damit seine Wärme in den Kopf übergeht und die Säfte des Kopfes um so schneller und leichter wieder dünnflüssig werden. Auf diese Weise wird es ihm besser gehen.

Wer am Herzen oder in den Lenden oder in irgendeinem anderen Körperteil unter einem Durcheinander der Säfte, der Gicht, zu leiden hat, der lege den Heliotrop auf die betreffende Stelle und drück ihn, bis er warm wird. So wird die Gicht verschwinden, weil die wohltuende Wärme und Kraft des Steines zu kalte und zu warme Säfte heilt und besänftigt.

Wenn Blitz und Donner im Traum erscheinen, ist es gut, einen Heliotrop bei sich zu haben, weil die Traumbilder und Trugbilder dann fernbleiben und Ruhe geben. Denn Blitz und Donner entstanden beim Sturz des ersten Engels und dem Gericht Gottes. Mit Blitz und Donner werden üble Geister ausgesandt, den Menschen zu versuchen, so Gott sie gewähren lässt. Doch von einem jeglichen Ort, an dem sich ein Heliotrop findet, halten sie sich fern aufgrund der Erhabenheit und Reinheit dieses Steines, weil er von reiner Luft gebildet ist. Gleich zu gleich gesellt sich gern und scheucht sein Gegenteil, so flieht das Unreine das Reine und die üblen Geister ertragen nicht die Reinheit des Heliotrops.

Wenn ein Mensch im Geiste um etwas ringt oder sich Gedanken fassen will zu dem wohin es ihn mit Eifer zieht, wenn er Großes, im Sinn hat oder einen Rat braucht, so nehme er einen Heliotrop in den Mund. Dann geht die Kraft des Steines in seinen Verstand über und stärkt den Verstand und zügelt ihn, damit er sich nicht zerstreut und in Ablenkungen verliert und keinen klaren Standpunkt findet, sondern daß er zu wirklichem Nutzen wird. Denn die Natur des Heliotrops ist standfest und treibt die unsteten Säfte aus, welche den Verstand unbeständig machen. Auf diese Weise erhält der Mensch einen klaren Verstand.

Wenn eine Frau ein Kind gebiert, soll sie vom Beginn der Geburt an und während des Kindbetts einen Heliotrop in der Hand halten. So werden die bösen Luftgeister während dieser Zeit weder ihr, noch dem Kind schaden können. Denn die Zunge der alten Schlange begehrt den Schweiß des aus dem Schoß der Mutter kommenden Kindes. Aus diesem Grund bedroht sie in dieser Zeit das Kind ebenso, wie die Mutter.

Auch wenn eine Schlange an irgendeinem Ort, ihren Hauch verströmt, so lege dort einen Heliotrop nieder, und ihr Hauch wird so schwach, daß er nicht mehr schädlich sein kann und diese Schlange aufhören wird, ihren Hauch zu zerströmen.

Anwendung heute:
Dank dem großen Interesse an der Hildegard Medizin in unserer Zeit gibt es für ihre Heliotrop Anwendungen bereits für die Ohren und Nase sogenannte Heliotrop-Oliven im Handel. Es sind schmale, rundgeschliffene Heliotrop-Zäpfchen mit einer kleinen Öse daran; damit man sie mit einem Faden, Kettchen oder ähnlichem versehen kann. So kann Hildegards Anweisungen problemlos gefolgt und die Steine auch gut wieder entfernt werden.
Bei Herzbeschwerden empfehlen sich flache Heliotrop-Scheiben, die mit Zimmertemperatur auf den Bauch aufgelegt werden und nach starker Erwärmung durch frische ersetzt werden. Ist die warme Scheibe wieder erkaltet, kann sie zu weiterem Einsatz im Wechsel so lange verwendet werden, bis eine merkliche Besserung eingetreten ist.

Diese Anwendung kann mehrmals täglich durchgeführte werden; soll jedoch nicht einen Besuch bei einem Arzt oder Heilpraktiker ersetzen!

Ein Heliotrop, der zur Geburtshilfe verwendet wird, sollte so groß sein, daß er gut in der Hand liegen kann.
Für die anderen Beschreibungen Hildegards kann ein Rohstein ebenso als auch ein rundpolierter Stein verwendet werden.

Bei aufkeimenden Infektionen oder Erkältungen empfiehlt es sich, ihn sofort auf die Thymusdrüse (ca. die Mitte zwischen Herz und Kehle) aufzubringen. Ist die Infektion bzw. die Erkältung bereits ausgebrochen, ist es für diese Anwendung zu spät. Hier sind dann die nahen Verwandten wie z. B. Moosachat bzw. Chalcedon zu verwenden je nach dem.
Zuletzt geändert von Beate am 24. Mai 2003, 23:55, insgesamt 1-mal geändert.

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Die 24 Heilsteine der Hildegard von Bingen

Beitragvon Beate » 20. Apr 2003, 19:27

Der Prasem,
wächst, wenn die Sonne gegen Abend ihre Strahlen von der Erde abzieht und schon der erste Tau fällt. Dann nähert sich die Sonne dem Gestein des eingangs genannten Berges und bringt ihn mächtig zum Glühen, und so wird an dieser Stelle der Prasem aus der Glut der Sonne und der Feuchtigkeit der Luft und des Wassers und der Grünkraft des Taus geboren.


Wer brennendes Fieber hat, wickle einen Prasem in etwas Weizenbrotteig ein und binde den auf diese Weise eingeschlagenen Stein in ein Tuch und lasse ihn drei Tage und Nächte auf seinen Nabel gebunden, so wird das Fieber von ihm weichen.

Wer durch Sturz oder Schlag irgendwo am Körper eine Prellung erlitten hat, nehme altes Schmalz, vermische damit zu gleichen Teilen Salbei und Rainfarn und drücke den Prasem in diese Masse. Alsdann erwärme er alles an der Sonne oder am Feuer und lege es zusammen mit dem Stein noch warm auf die schmerzende Stelle, so wird es ihm besser gehen..


Anwendung heute:
Daß Prasem der Anweisung Hildegards zufolge, gegen Fieber und infektiöse Krankheiten auf den Nabel aufgelegt werden soll, liegt im Zusammenhang zwischen dem darunter liegenden Darm und dem Immunsystem begründet. Immerhin befindet sich der größte Teil unserer Lymphknoten in genau diesem Bereich, so daß Prasem hier seine größte Wirksamkeit entfalten kann.
Auch wenn Sie Hildegards Rezept nicht folgen, sondern den Stein unmittelbar auf die Haut legen, empfiehlt sich der Bauchbereich. Gegen lokale Beschwerden, wie eben die genannten Prellungen, aber auch bei Sonnbrand oder Insektenstichen, sollte Prasem direkt auf die betroffenen Stelle aufgelegt oder gegebenenfalls aufgebunden oder geklebt werden. Für beide Anwendungen empfiehlt sich zusätzlich die Einnahme der Edelstein-Essenz oder des Steinewassers, die bei Sonnenbrand auch einer Salbengrundlage zugesetzt werden kann.
Sollte Prasem selbst im akuten Fall nicht vorhanden sein, kann ersatzweise auch der nahe Verwandte, der grüne Aventurin verwendet werden, der in der Wirkung etwas schwächer, aber dennoch sehr ähnlich ist.
Zuletzt geändert von Beate am 24. Mai 2003, 23:56, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon Beate » 21. Apr 2003, 20:03

Der Chalcedon,
wächst, wenn die Sonne am Abend schon fast verschwunden, die Luft jedoch noch etwas warm ist. Daher bezieht er seine Wärme mehr aus der Luft, als aus der Sonne und besitzt gute Kräfte.


Wenn ein Mensch diesen Stein mit sich führt, dann trage er ihn so, daß er die Haut berührt und möglichst auf einer Ader des Körpers liegt. Auf diese Weise nehmen die Ader und das Blut die Wärme und Kraft des Steins auf, und geben diese Kräfte an die anderen Adern und das Blut weiter.

Von daher wendet dieser Stein Krankheiten von Menschen ab und verleiht ihm einen beharrlichen Sinn gegen den Jähzorn, so daß er sich in seinem Verhalten so beherrschen kann, daß sich niemand finden wird, den er ungerechterweise verletzen würde, auch wenn jener ihm Anlaß zu gerechtem Zorn gegeben hätte.

Wer sich Festigkeit und Beherztheit wünscht, um eine Rede zu halten, und wer das, was er sagen will, geschickt vortragen möchte, der halte einen Chalcedon in seiner Hand und erwärme ihn mit seinem Atem, so daß er davon feucht wird. Dann lecke er mit seiner Zunge an ihm, so wird er mit größerer Sicherheit zu den Menschen sprechen können.



Anwendung heute:
Wie Hildegard schildert, sollte Chalcedon direkt am Körper getragen, oder in der Hand gehalten werden. Damit bietet sich für den Chalcedon auch die Hosentasche als wirkungsvoller Ort an, da man den Stein so unbewusst des öfteren in die Hand nimmt – bevorzugt, wenn man ihn braucht.
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Die 24 Heilsteine der Hildegard von Bingen

Beitragvon Beate » 23. Apr 2003, 22:39

Der Chrysopras,
wächst zu der Stunde, wenn die Sonne nicht mehr zu sehen ist, denn dann bekommen Luft und Wasser zunehmend eine trübe und grünliche Farbe. Deshalb hat dieser Stein eine besondere Kraft bei Nacht, wenn der Mond von der Sonne gestärkt wird, wenn er also bereits halb, aber noch nicht ganz voll ist. Aus diesem Grund besitzt er eine große Kraft und ist von ausgeglichener gleichmäßiger Wärme, nicht allzu warm, sondern genau im richtigen Maße.


Wenn ein Mensch an irgendeinem Glied von Gicht geplagt wird, so lege er an dieser Stelle einen Chrysopras auf die bloße Haut, und die Gicht wird schwinden.

Wenn jemand gewaltig in Zorn gerät, lege er den Stein so lange auf seine Kehle, bis er ( der Stein) warm wird. Dadurch wird er keine zornigen Worte aussprechen können, bis sich sein Zorn gelegt hat.

Wenn sich der Stein an einem Ort befindet, wo ein tödliches Gift ist, so verliert jenes seine Kraft, so daß es kraftlos und schwach wie Wasser, also unwirksam wird. Es verliert seine Hitze völlig und wird auf diese Weise unschädlich.

Ein Mensch, der an der Fallsucht leidet, trage den Chrysopras immer bei sich, so daß der nächtliche Anfall der Fallsucht ihn nicht mehr treffen wird. Die Dämonen der Luft können ihn dann nicht mehr angreifen, so dass er nicht wieder unter Schmerzen Schaum vor dem Mund hat.

Wenn ein Mensch vom Teufel besessen ist, so gieße etwas Wasser über den Stein und sprich: „Ich gieße dich Wasser, über diesen Stein im Namen jener Kraft, mit der Gott die Sonne samt dem umlaufenden Mond erschuf.“ Dann flöße dem Besessenen das Wasser ein, so wie es Dir möglich ist, denn er wird sich wehren, es zu trinken. Das Wasser wird den Teufel den ganzen Tag hindurch quälen und sein Einfluß auf den Besessenen wird schwinden. Er wird seine Macht über den Besessenen nicht mehr so zeigen können, wie zuvor. Verfahre so fünf Tage lang. Am fünften Tage aber bereits mit dem über den Stein gegossenen Wasser ein ungesäuertes Brot und gib es ihm zu essen, so wie es Dir möglich ist. Wenn es kein hartnäckiger Dämon ist, wird er von jenem Menschen weichen.

Auf folgende Weise lässt sich feststellen, ob ein Dämon sanftmütig oder hartnäckig ist. Wenn der Mensch gerne lacht, oder wenn er die Menschen freundlich und herzlich anblickt, auch wenn er mitunter mit den Zähnen knirscht und griesgrämig wird, dann ist der Dämon sanftmütig. Wenn jener Mensch aber gegen seinen Willen spricht, oder stumm bleibt und nicht gerne lacht, und wenn er seine Hände verkrampft und Schaum ausspeit, dann ist der Dämon hartnäckig und bösartig. Zum Austreiben eines solchen bösartigen Dämons nützt der Chrysopras nicht viel, denn der Dämon ist zu bösartig und wild. Trotzdem wird er auch in diesem Menschen schwach und gerät in Bedrängnis, weil die ausgeglichene und gleichmäßige Kraft des Steins, die hitzigen Säfte mildert und die Dämonen von seiner maßhaltenden Natur zurückweichen. Da sie sich nur in übermäßiger Hitze wohlfühlen. Der Dämon kann dann auf eine andere Weise ausgetrieben werden, wenn Gott es will.


Anwendung heute:
Chrysopras wirkt am besten bei direktem Hautkontakt. Er kann daher als Anhänger, Kette, Schmuckstein oder einfach in der Hosentasche getragen werden, wo man ihn ebenfalls des öfteren in die Hand nimmt. Da er gerade auch bei nächtlichen Beschwerden hilft, sollte er auch während des Schlafs getragen, aufgelegt oder auch aufgeklebt werden. Hier bietet sich der rechte Oberbauch, also der Bereich der Leber, als bevorzugte Stelle an.
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Die 24 Heilsteine der Hildegard von Bingen

Beitragvon Beate » 26. Apr 2003, 22:17

Der Karfunkel (Granat),
wächst bei Mondfinsternis und ist dennoch warm. Ihn nährt der Mond während der Verfinsterung. Denn, wenn großer Verdruß herrscht, verschwindet der Mond mitunter, um auf das Geheiß Gottes eine Hungersnot, Pestilenz oder politische Wirren anzukündigen.
Zu dieser Zeit läßt die Sonne alle ihre Kräfte in das Firmament einsinken und wärmt den Mond mit ihrer Glut. Sie facht ihn mit ihrem Feuer wieder an, richtet ihn auf und bringt ihn erneut zum Leuchten. Sie legt ihre Zunge in seinen Mund, im ihn vom Tode wiederzuerwecken. Zu dieser Zeit nun wird der Granat geboren. Daher hat er seinen Glanz vom Feuer der Sonne beim Aufsteigen des Mondes, und von daher kommt es, daß er mehr in der Nacht als am Tage leuchtet. So wächst er, bis die Glut der Sonne ihn gebiert. Weil eine Mondfinsternis selten ist, ist auch dieser Stein selten und von seltener Kraft. Man sollte ihr mit Respekt begegnen, und die Kraft des Granats nur mit Vorsicht und Sorgfalt zur Anwendung bringen.


Denn wenn akutes Fieber, Schüttelfrost, eine andere Krankheit, die Gicht oder sonst irgendeine Schwäche den Menschen befällt, die auf der Veränderung seiner Säfte beruht, dann lege einen Granat gegen Mitternacht, wenn er besonders wirksam ist auf den Nabel des Kranken. Laß ihn jedoch nur so lange auf dem Nabel verweilen, bis sich jener Mensch ein wenig von ihm durchwärmt fühlt. Daraufhin nimm ihn sogleich weg, weil seine Kraft den Menschen und alle seine Eingeweide bereits mehr druchdrungen hat, als irgendein Heilmittel aus irgendwelchen Salben es vollbringen könnte. Sobald der Kranke auch nur eine kleine Bewegung in seinem Körper spürt, nimm den Granat sofort von ihm weg. Denn wenn der Stein länger auf seinem Nabel verweilt, wird seine Kraft den ganzen Körper druchdringen und austrocknen. So hält der Stein alle ansteckenden Krankheiten vom Menschen fern.

Wenn jemand Kopfschmerzen hat, lege er den Granat für einige Zeit auf seinen Scheitel, und zwar genau so lange, bis seine Kopfhaut an dieser Stelle warm wird. Dann nehme er ihn sofort weg, denn die Kraft des Steins durchdringt seinen Kopf schneller und stärker, als es die kostbarste Salbe oder Balsam könnte. Auf diese Weise wird es seinem Kopf besser gehen.

Wenn man den Stein auf Kleider oder andere Dinge legt, werden sie lange haltbar und dauerhaft. Überall, wo sich ein Granat befindet, können die Luftdämonen ihr Teufelswerk nicht vollführen, weil sie ihn meiden und vor ihm weichen.


Anwendung heute:
Wie Hildegard hervorhebt, sollte Granat im akuten Fall immer nur so lange eingesetzt werden, bis eine deutliche Besserung zu spüren ist. Ihre Zeitangabe gegen Mitternacht hin; also am Abend vor Mitternacht, stimmt interessanterweise mit jenem Zeitraum überein, in dem die Meridiane „Kreislauf-Sexualität und Dreifacher Erwärmer“ besonders aktiv sind (19.00 – 23.00 Uhr). Diese Energiebahnen sind für die Stoffwechsel- Energie- und Wärmeregulierung des Körpers zuständig, was genau den Wirkungen des Granat entspricht. Der von Hildegard empfohlene Auflageort „Nabel“ wiederum zielt auf die Beeinflussung der Nährstoffaufnahme und des Immunsystems im Dünndarm hin.
Insofern ist Hildegards detaillierten Ausführungen nur hinzuzufügen, daß Granat zur Überwindung seelischer Krisen ohne weiteres auch längere Zeit; selbst monatelang direkt am Körper getragen werden kann. Eben bis auch hier eine Verbesserung der Situation eintritt. Und dann gerät er erfahrungsgemäß ja auch schnell wieder außer Mode.
Zuletzt geändert von Beate am 24. Mai 2003, 23:59, insgesamt 1-mal geändert.



   

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