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Riesen-Bärenklau der Feuerteufel

Allgemeines zum Thema Pflanzen

Moderatoren: Angelika, MOB

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Pflanzenfreund
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Riesen-Bärenklau der Feuerteufel

Beitragvon Pflanzenfreund » 24. Apr 2002, 08:49

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Jetzt wachsen sie wieder die großen, wunderschönen, beeindruckenden Riesen-Bärenklau Pflanzen.

Es ist wichtig einiges über diese tolle Pflanze, die man bei Sonnenschein und warmen Wetter niemals umarmen sollte (nicht einmal mit dem kleinen Finger berühren) zu wissen.

Die Blätter scheiden bei Wärme bzw. Sonneneinstrahlung ätherische Öle aus. Diese verursachen auf der Haut Verbrennungen die die Verbrennungen der Brennessel im dunklen stehen lassen. Der ungeschützte Kontakt mit dem Riesen-Bärenklau endet in den meisten Fällen im Krankenhaus.

Ein zweites Problem existiert für einige Menschen in der starken Ausbreitung der Pflanze. Wer dies verhindern möchte sollte nach der Blütezeit die imposanten Blütenstände entfernen (dies ist, bei der Größe der Pflanzen, nicht ganz leicht!).

Wichtig ist hierbei das man sich der Pflanze in den kühlen Morgenstunden nähert. Wichtig ist auch zu dieser Zeit alle freien Hautstellen mit Kleidung zu bedecken (Schutzbrille tragen !!).

Die Verbrennungen des Riesen - Bärenklau´s hinterlassen ein Zeichen auf der Haut das den Menschen bis zum Tode begleitet

Pflanzen mit dieser Wirkung nennt man Phototoxische Pflanzen. Hier gibt es einige zum Beispiel gehört auch die allen bekannte Petersilie in die Gruppe. Allerdings sind hier die Auswirkungen nicht so gravierend.

VG
Der Pflanzenfreund
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Kräuterfee
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Beitragvon Kräuterfee » 24. Apr 2002, 13:51

Genauer was passiert:

Die Furocumarine beim Heracleum mantegazzianum bewirken eine phototoxische Reaktion bei gleichzeitiger oder nachfolgender Sonnenlichteinwirkung
Die Giftigkeit dieser Inhalststoffe ist bei Abwesenheit von Licht gering.
Unbedingt ist also eine Sonneneinwirkung meiden. Zuerst brennt's und juckt's, dann folgen Rötung und Ödeme. Nach einem knappen Tag eine begrenzte Entzündung der betreffenden Hautstellen mit Juckreiz und Rötung. Die Blasen kommen nach ca 3 Tagen. Die Hautveränderungen heilen langsam ab (ca. 1-2 Wochen) und können eine narbenähnliche Bilder auf der Haut hinterlassen. Die Verletzungen sind wie Brandverletzungen und daher so symptomatisch zu behandeln. Innerlich ist sie ebenfalls giftig. Anmerkung - wenn's einem ganz schlimm erwischt - dann können ja noch infolge der Lichtdermatitis Durchfälle, Krämpfe und Blutungen auftreten...
Mich hat's noch nicht erwischt, man kann ihn später, wenn's sonniger ist schlecht übersehen...jetzt ist er ja man knapp 30 cm groß..
Also aufpassen.
MfG
Kräuterfee

Jens
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Beitragvon Jens » 29. Apr 2002, 16:43

Hallo,

vielleicht hat jemand von Euch ein paar Bilder von der Herkulesstaude, die Ihr hier zeigen koenntet (sozusagen als Warnung)? Vielleicht habt Ihr ja sogar Bilder von der jungen Pflanze, denn dann kann man noch eher aus Versehen drankommen (ausgewachsen ist sie ja 2-3,5m gross).

MfG
Jens

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Murtabak
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Beitragvon Murtabak » 19. Feb 2004, 23:05

Hallo,

eine kleine Ergänzung zur Wirkungsweise des Riesen-Bärenklaus:
Sonnenlicht verursacht ständig Strahlenschäden in der DNA unserer Zellen. Diese werden jedoch fortlaufend durch ein spezielles Reparatur-System wieder ausgebessert. Die Wirkstoffe des Bärenklaus zerstören diesen Reparaturmechanismus. Die sichtbaren Schäden werden also genaugenommen nicht durch Bärenklau verursacht, sondern durch das Sonnenlicht - sie können lediglich nicht mehr behoben werden. Daher passiert uns nichts, solange wir uns nicht dem Licht aussetzen.

Liebe Grüße,
Murtabak :wink:

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Kräuterfee
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Beitragvon Kräuterfee » 20. Feb 2004, 08:10

Murtabak hat geschrieben: Daher passiert uns nichts, solange wir uns nicht dem Licht aussetzen. :


Na dann mal schnell ab in's dunkle Kämmerlein und drin bleiben :roll:

Oceanwitch
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Beitragvon Oceanwitch » 20. Feb 2004, 09:14

Hallo Leute,

im Netz habe ich diese Seite mit Bilder vom Riesenbärklau gefunden.

Allerdings glaube ich, daß da auch Bilder vom kleineren Wiesenbärklau dabei sind.

Bärklau-Bilder

Gruß
Chris


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Kräuterfee
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Beitragvon Kräuterfee » 20. Feb 2004, 09:29

Hallo Oceanwitch,

ist alles okey - ist alles der große ~
MfG
Kräuterfee

jascha
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Beitragvon jascha » 31. Mär 2004, 00:10

Im Übrigen kann man aus den Stengeln des Riesen - Bärenklau mit ein bissel Leinöl und Bienenwachs (fürs Mundstück) erstklassige Digeridoos (schreibt man das so?) bauen.

sanadorm
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Re: Riesen-Bärenklau der Feuerteufel

Beitragvon sanadorm » 21. Aug 2012, 12:15

Hallo

Ich habe in diesem Jahr wieder drei Aktionen mit jeweils etwa 2 Stunden gemacht und die Stauden beseitigt. Ich mache das selektiv, damit andere Pflanzen den Neuausschlag überwuchern könnten.
Dort wo ich im Frühling zeitig die Pflanzen mit der Flachhacke beseitigt habe, war sehr wenig zu tun. Ich habe mir vorgenommen, sehr zeitig im Frühling die Flächen mehrfach ab zu gehen und jede Pflanze sofort weg zu hacken.

Ein Blick an einen Bacheinschnitt, zwischen Straße und Bach, sind teilweise Pflanzen über 3 Meter hoch.
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Mit meinem Spezialwerkzeug, speziell für die Arbeit am Bach verlängert: ein Bügelsäge zum schlagen und sägen, habe ich seit 3 Jahren im Einsatz, eine dichte Jacke, Handschuhe und ein Schleier gegen Mücken. Das Gelände gehört mir nicht, aber mein Gelände fängt auf der anderen Straßenseite an)
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Mein Nachbar hat eine Baumschule. Der sorgt immer für Nachschub an frischen Samen. Sein Hauptdepot ist über 500 m entfernt, dieses schöne Exemplar aber nur 400 m. Es hat gebüht, Samen gestreut und steht jetzt ästhetisch schön herum.
Bei dem Bild: Rechte Maustaste und dann Grafik anzeigen

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Ich habe ein Lichtung, wo vor 4 Jahren der Riesenbärenklau frei gewachsen ist und gesät hat. Der Samen ist bis 5 Jahre aktiv. Ich hoffe, dass ich im nächsten oder übernächsten Jahr dort nicht mehr den Druck habe (Ich bin seit 2010 hier auf dem Hof).
Jetzt fangen aber andere Stellen an, weil am Bach auf den anderen Seite der Straße (etwa 300 m lang) der Pflanzendruck groß ist.

Gruß Antonius
"Aparnieki", Kurmāles pag., Kuldīgas nov.., LV-3301 (Lettland) www.kuldiga.de :-)

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Angelika
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Re: Riesen-Bärenklau der Feuerteufel

Beitragvon Angelika » 22. Aug 2012, 21:45

Riesenbärenklau - Gefahr am Straßenrand

Ein Bericht von Viste.de!

viewtopic.php?f=47&t=18408&p=98603#p98603

Angelika

BackToRoots
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Re: Riesen-Bärenklau der Feuerteufel

Beitragvon BackToRoots » 21. Nov 2012, 11:53

Wow - böses Zeug! Sehr Interessant - denn ich kannte den Riesen-Barenklau und dessen Auswirkungen bis jetzt nicht! Danke!

Akari
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Re: Riesen-Bärenklau der Feuerteufel

Beitragvon Akari » 17. Jul 2013, 14:43

Danke für die Info über Riesenbärenklau. Als Kind hab ich mir um Pflanzen, die auch ohne sie zu essen giftig sind nie Gedanken gemacht und ich habe VIEL in der Natur gespielt. Hatte scheinbar immer Glück. Gibts eigentlich auch schon wilden Giftsumach in Deutschland? Als homöopathisches Mittel (Rhus tox.) ja eine nette Sache, aber ich frage mich wann wir auch hier nach dem Zeug Ausschau halten müssen?

marleene
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Re: Riesen-Bärenklau der Feuerteufel

Beitragvon marleene » 29. Nov 2013, 22:41


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Krâja
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Re:

Beitragvon Krâja » 10. Nov 2014, 02:48

Kräuterfee hat geschrieben:Genauer was passiert: [..] Zuerst brennt's und juckt's, dann folgen Rötung und Ödeme. Nach einem knappen Tag eine begrenzte Entzündung der betreffenden Hautstellen mit Juckreiz und Rötung. Die Blasen kommen nach ca 3 Tagen. Die Hautveränderungen heilen langsam ab (ca. 1-2 Wochen) und können eine narbenähnliche Bilder auf der Haut hinterlassen. Die Verletzungen sind wie Brandverletzungen und daher so symptomatisch zu behandeln. [..]

Ich empfehle nach einer solchen Verbrennung das sofortige Auftragen von Mittelstrahlurin großräumig auf der betroffenen Haut, in Form von abspülen der Haut mit Mittelstrahlurin und in Mittelstrahlurin eingetunkten, klatschnassen Kompressen, die auf der betroffenen Haut fixiert und immer wieder erneuert werden vgl. hierzu Verbrühung mit kochendem Wasser: Eigenurin und Wunden- und Narbenbehandlung: Eigenurin. Wenn genug Mittelstrahlurin zur Verfügung steht, kann auch ein Urinteilbad, zum Beispiel für die Hand gemacht werden, wobei man hier soviel wie möglich Urin ohne Verdünnung mit Wasser nehmen sollte.

Die Anwendung kann durch die orale Einnahme von Tropfen aus frischem Mittelstrahlurin über Zunge oder Nase verstärkt werden und ist mit Sicherheit angezeigt bei innerlichen Vergiftungen. Auch das Gurgeln kann hier hilfreich sein.
Grüße von Krâja ;)



   

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