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Tierheilpraktiker-Ausbildung - ein Erfahrungsbericht

Fragen zur Ausbildung, Erfahrungsaustausch mit anderen, Lernhilfen...

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Kim
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Tierheilpraktiker-Ausbildung - ein Erfahrungsbericht

Beitragvon Kim » 28. Jun 2004, 15:35

Hallo,

dies ist mein erster Beitrag hier und ich möchte ein bisschen weiter ausholen. Da mein Text auf viele hier schon geschriebene Themen passt, aber immer nur ein Stück weit, schreibe ich es als neues Thema, ich hoffe das geht ok.

Ich habe 2000 mit meinem Studium der alternativen Tiermedizin begonnen, naturheilkundlich ausgerichtet, Schwerpunkt Homöopathie. Davor kam bei mir eine monatelange Suche nach der passenden Schule, viele Besuche, Probeunterricht, Gespräche mit Dozenten und Schülern und und und. Schließlich habe ich mich gegen ein Fernstudium entschieden, weil mir dort die Praxis zu kurz kam und alle Angebote einen merkwürdigen Nachgeschmack hinterließen. Vom Arbeitsamt wurde mir 1999 eine Schule in Dortmund/Düsseldorf/Köln empfohlen, das IAT, die nach Auskunft der Sachbearbeiter die einzige Schule damals waren, die anerkannt gut sein sollten. Auf eben diese Schule - in Dortmund - fiel später meine Wahl.
Der erste Schock kam, als ich meinen ersten Unterricht besuchen wollte. Wir saßen mit knapp 10 Schülerinnen in einem kleinen Raum und erfuhren so ganz nebenbei, dass davon alle zu einem anderen Termin angefangen hatten - meine erste Unterrichtsstunde war deshalb Neurologie und nach den 8 Stunden war ich so fertig, weil ich - ohne Vorkenntnisse - absolut nichts verstanden habe. Nach und nach ist man "reingerutscht" und immer besser zurecht gekommen aber mit der Zeit wurde der Unterricht immer schlechter. Manchmal standen wir vor verschlossenen Türen und die Dozenten kamen nicht - nach vielen Anrufen erfuhren wir dann, dass der Unterricht wegen Krankheit ausfallen sollte, uns hatte man aber nicht bescheid gegeben. Ein anderes Mal hatten wir im Grundstudium zusammen mit HP-Anwärtern Unterricht, Thema Blut. Die Dozentin war ebenfalls HP, kannte sich mit Tieren nicht aus und sagte immer nur "ich glaube, da gibts bei Tieren keinen Unterschied, lesen Sie das in Ihren Büchern nach". Wir Studenten mussten sie darauf hinweisen, dass die Blutzellen bei Hühnern eine Besonderheit aufweisen, ihr Kommentar: "das weiss ich nicht."
Ende 2001 wurde uns dann kein neuer Studienplan aufgestellt, wir Studenten mussten den Unterricht selbst organisieren und mit den Dozenten absprechen, sonst wäre gar nichts mehr gelaufen. Letztlich haben wir einen unserer Dozenten - den besten, der sich selbst mit uns Studenten immer über die Schule & Schulleitung aufregte - dazu gebracht, eine eigene THP-Schule zu gründen. Sein erster Jahrgang - in den er mich übernommen hat - lief im September 2002 an. Ich habe mich dafür entschieden dort erneut mit der Ausbildung zu beginnen, auch wenn ich dann natürlich wieder bei 0 anfangen musste. Aber immerhin wusste ich, was mich dort erwartet und dass der Unterricht dort sehr gut sein würde.
Seine Schule befindet sich in Bochum und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Die Gruppen sind klein, der Unterricht findet aufbauend statt und ist organspezifisch, erst Zytologie, dann Marphologie, dann Pathologie, dann die einzelnen Organe, sprich z.B. eine Einheit "Anatomie und Physiologie Herz-Kreislauf" und anschließend daran eine Einheit "Pathologie und Therapiemöglichkeiten Herz Kreislauf". Einzelne Therapieformen sind einzelne Einheiten, Hömöopathie, Bachblütentherapie, Schüsslersalze, Akupunktur, Physiotherapie, Osteopathie. Gleichzeitig wichtige Unterrichtseinheiten zu Gesetzen und Praxisgründungen, Vorraussetzungen, Bestimmungen, viel Hilfestellungen. Immer wieder die Frage, ob wir Fragen haben oder etwas wissen wollen, auch Privates wird besprochen, Fälle dürfen vorgestellt werden und die Dozenten jederzeit privat - auch nach Énde des Studiums um Rat und Hilfe gebeten werden.
Ich habe zwischenzeitlich viele Studienunterlagen von anderen Schulen - hauptsächlich Fernlehrgängen - gelesen und war erschreckt, wie wenig teilweise dort behandelt wird und wie unverständlich und teilweise falsch die Angaben waren. Für mich war die Entscheidung mit der zweiten Schule absolut richtig, auch wenn mein Weg dadurch verlängert wurde. Aber eine fundierte und gute Ausbildung sollte es einem Wert sein.

Was für mich an Erfahrung dabei rausgekommen ist:

- man sollte sich seine Schule sehr genau aussuchen, selbst ein guter Eindruck und Empfehlungen von irgendwem können täuschen

- wichtig ist, dass der Vertrag grade in Hinsicht Kündigungsfristen und Studiengebühren gut ist. Ich habe damals bei der ersten Schule die Gebühren für ausgefallenen Unterricht gekürzt, aber selbst darum mussten wir kämpfen und mittels Anwalt drohen. Kündigungsfristen von mehr als drei Monaten sind meiner Meinung nach immer ein Zeichen dafür, dass die jeweilige Schule ihre Studenten - sobald der Vertrag einmal unterzeichnet ist - festhalten will. Eine gute Schule hat keine Knebelverträge nötig.

- man sollte nicht aufgeben, wenn etwas am Anfang nicht so läuft, wie man es sich vorstellt. Aller Anfang ist schwer und manchmal muss man auch Umwege gehen um ans Ziel zu kommen.

- Die Entscheidung zwischen Fernstudium und (zumindest teilweise) direktem Unterricht sollte gut überlegt sein. Eine Ausbildung komplett ohne Praktische Anleitung oder aber mit zu wenig Praxis bringt nicht viel, weil die Theorie alleine nicht behandeln kann.

- Die Dozenten sollten über genug Fachwissen verfügen und selbst eine fundierte Ausbildung haben. Verschiedene Fachgebiete sollten hierbei auch in der Praxis eingeschlossen sein. Jemand der sein "Fach ausübt" kann darüber viel besser lehren als jemand, der sich dieses Wissen selbst nur angelesen hat und es versucht weiterzugeben.

- Man hat nie ausgelernt. Eine Schule die verspricht, dass man dort alles lernen kann, verspricht wohl zu viel. Die THP-Ausbildung kann in jeder Form nur immer eine Grundlage sein und Einblick in verschiedenste Bereiche geben, man muss sich selber fortbilden und spezialisieren, ohne Eigeninitiative läuft nichts.

- Wer THP als Beruf ansieht - und nicht als Berufung aus Überzeugung - wird in den meisten Fällen nicht weit kommen. Es ist kein Beruf mit geregelten Arbeitszeiten und festem, sicherem Einkommen, durch das man reich werden kann. Grade am Anfang braucht man sehr viel Mut, Zeit und auch Geld. Man kann nicht nach einer Ausbildung sofort in Vollzeit als THP arbeiten und davon leben und es gibt viele Durststrecken und auch Unsicherheiten zu überwinden. Das eigentliche Wissen lernt man erst durchs "machen", nicht durch irgendeine Schule oder Bücher.

- Dennoch ist eine fundierte Ausbildung wichtig, das nötige Grundlagenwissen ist nicht gering und ohne Anleitung in der Masse an Informationen nicht alleine rauszufiltern.

Generell: alles was ich hier schreibe bezieht sich natürlich auf mein Wissen und meine Erfahrungen, ich möchte weder etwas, was ich selbst nicht mache oder gemacht habe, absolut abschreiben oder etwas anderes als das einzig Wahre darstellen. Aber vielleicht hilft manchem hier ja mein Bericht bei einer Entscheidung. Im Moment arbeite ich nebenher als THP, alles andere würde sich leider noch nicht rentieren. Regelmäßige Fortbildungen, Weiterbildungen und Seminare sind weiterhin - auch nach 4 Jahren lernen - ein Muss für mich und ich bin längst kein begnadeter Behandler, der auf alles sofort eine Antwort weiss. Jeder Patient ist eine neue Herausforderung und stellt mich erneut vor die Probe und die Selbstsicherheit bei der Behandlung stellt sich wohl erst nach einer ganzen Weile und jeder Menge Erfahrung ein. Wer erwartet, eine Ausbildung zu machen und danach sofort zu einem Tier zu gehen und Behandeln zu können - dem ist nicht so. Man weiss sehr viel mehr, als vorher, aber es ist weiterhin schwierig und oft ein Drahtseilakt aus wissen, ahnen und probieren. Und dennoch ist es immer wieder schön und eine Herausforderung :)

So, jetzt höre ich erstmal auf mit meinem Roman, auch wenn noch immer sehr sehr viel ungesagt geblieben ist und ich stundenlang weiterschreiben könnte, aber vielleicht langweilt es euch ja auch schon. Wenn von eurer Seite aus irgendwelche Fragen da sind, dann immer man raus damit. Ich denke, man kann nie genug Meinungen hören, auch wenn man sich letztlich alleine für seinen Weg entscheiden muss und jeder seinen eigenen Weg finden und alleine gehen wird.

Kim


imix
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Beitragvon imix » 3. Jul 2004, 22:15

Hallo,

du scheinst dich ja mittlerweile ganz gut mit Seminarangeboten und so auszukennen. Kannst du mir einen Tip geben, wo ich eine gute Ausbildung zu Tierphysiotherapeuten oder Tiermasseur bekomme? Ich will auch eher in die alternative Richtung, also ohne Reizstrohmbehandlung und mit Akupressur, Akupunktur oder so.
Jeder Kleine Tip freut mich riesig!!!

Danke schonmal im Voraus.

Tschüß
LIEBE & LICHT

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Kim
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Beitragvon Kim » 5. Jul 2004, 12:16

imix hat geschrieben:Hallo,

du scheinst dich ja mittlerweile ganz gut mit Seminarangeboten und so auszukennen. Kannst du mir einen Tip geben, wo ich eine gute Ausbildung zu Tierphysiotherapeuten oder Tiermasseur bekomme? Ich will auch eher in die alternative Richtung, also ohne Reizstrohmbehandlung und mit Akupressur, Akupunktur oder so.
Jeder Kleine Tip freut mich riesig!!!

Danke schonmal im Voraus.

Tschüß


Hallo imix,

ich habe sowohl Physiotherapie/Osteopathie als auch Akupunktur - als Teil der TCM - innerhalb meines Studiums gelernt. Da ich mich auf beide Bereiche nicht spezialiseren möchte, habe ich auch keine zusätzliche Fachausbildung absolviert. Ich kann aber gerne, wenn du das möchtest, meine Dozenten, bei denen ich die beiden Bereiche gelernt haben, nach ihren Ausbildungsstätten fragen.

Ein wenig kann ich dir aber dennoch erzählen: Bei beiden Ausbildungen handelt es sich um spezielle Fach-Ausbildungen, die meist 2-jährig angesetzt sind und von vielen Therapeuten zusätzlich mit einer THP-Ausbildung kombiniert werden. Die Bereiche überschneiden sich natürlich alle und ebenso kann man die verschiedensten Behandlungsmöglichkeiten gut kombinieren.

Bei der Physiotherapie handelt es sich hauptsächlich um folgende Therapieformen:

- Massage = manuelle Bearbeitung der Muskulatur
- Passive Bewegungen = Krankengymnastik (manuelle Bewegung der Körperteile)
- Wärme/Kälte = Infrarotlicht, Eispackungen etc
- Magnetfeld
- Muskelstimulatoren = elektrische Ströme
- therapeutischer Ultraschall (kann nur sediert eingestzt werden)
- Kaltlicht/Laser = medizinische Laser
- Rehabilitation = Schwimmen, Tretmühle etc

Die Osteopathie bezeichnet sich dagegen nicht als Behandlungsform, sondern als eine Art, den lebendigen Organismus in seiner Gesamtheit zu betrachten.

Welche dieser Bereiche man jeweils anwendet, bleibt jedem Therapeuten selbst überlassen.

Die TCM (traditionelle Chinesische Medizin) ist ebenfalls eine eigenständige Ausbildung. Sie umfasst neben dem "Nadeln" - das nur einen kleinen Teil ausmacht - auch sehr viel Kräuterkunde, APM (Akupunkt Massage nach Penzel), 5-Elemente-Lehre, und und und.

Bei beiden Bereichen wird meistens in der Ausbildung zwischen Pferd und Hund unterschieden, wobei natürlich alles auch übertragbar ist.

Wer vor vielen lateinischen und griechischen Fachbegriffen und jeder menge Büffeln zurückschreckt, sollte sowohl Physiotherapie, als auch TCM nicht als "Hauptziel" ansehen, weil das natürlich die Grundlagen sind, ohne die es nicht geht.

Hast du dich denn schon genau mit den Bereichen beschäftigt und weisst sicher, in welche Richtung du gehen möchtest? Ansonsten kann ich dir nur empfehlen, Seminare in beiden Bereichen zu belegen. Durch das "Machen" merkt man meist eher, ob einem etwas liegt oder nicht. Solche Seminare werden von verschiedensten Verbänden und teils auch Firmen angeboten und dauern meist 1 -2 Tage, sodass man einen guten Eindruck von der Materie bekommt. Das kann eine gute Entscheidungshilfe sein, weil die Möglichkeiten in der alternativen Tiermedizin wirklich vielfältig sind.

Liebe Grüße,

Kim

Senner
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Beitragvon Senner » 9. Jul 2004, 09:21

Hallo Kim
Kennen wir uns vieleicht? Bin auch aus Bielefeld ,habe meine THP Ausbildung 1998-2000 in Münster gemacht

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Kim
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Beitragvon Kim » 12. Jul 2004, 12:18

Hallo Imix,

So, hier liefer ich die Adresse nach, an der mein Dozent seine Tierphysiotherapie-Ausbildung gemacht hat:

FAT
Freies und privates Ausbildungsinstitut für alternative Tierheilkunde
Husemannstr. 25
D-45879 Gelsenkirchen
Tel: 0049 - 209-20 13 13

Angebotene Ausbildungen:
Tierheilpraktik
Tierphysiotherapie

Mein Dozent hat an dieser Schule nur Tierphysiotherapie gelernt, den THP an einer anderen Schule.

LG Kim

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Kim
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Beitragvon Kim » 12. Jul 2004, 12:21

Senner hat geschrieben:Hallo Kim
Kennen wir uns vieleicht? Bin auch aus Bielefeld ,habe meine THP Ausbildung 1998-2000 in Münster gemacht



Hallo Senner,

ich habe meine Ausbildungen in Dortmund und Bochum absolviert, zusätzlich praktisch in Bielefeld, von der Schule in Münster können wir uns also nicht kennen, vielleicht aber woanders her? Arbeitest du mit eigener Praxis oder auch nur "nebenher"? Wenn du magst, könnten wir uns ja mal zwecks Erfahrungsaustausch treffen.

LG Kim


Senner
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Beitragvon Senner » 14. Jul 2004, 01:21

Hallo Kim
Wir können uns gerne mal Treffen ,ich wohne unterhalb von Brackwede richtung Friedrichsdorf.Meine Telefonnummer ist 0521-40826

Gruß Christine

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Kim
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Beitragvon Kim » 14. Jul 2004, 13:26

Hallo Christine,

diese Woche schauts noch arg stressig bei mir aus, aber danach ist Besserung in Sicht, ich werde mich dann bei dir melden :)

LG Kim

Jenni
Beiträge: 4
Registriert: 23. Jul 2004, 23:33

Beitragvon Jenni » 28. Jul 2004, 20:22

Hallo Kim, hallo Christine,
komme aus Löhne, und könnte auch dringend jemanden zum Info-Austausch gebrauchen. Bin zwar noch nicht fertig, aber falls Ihr Euch mal treffen solltet.... :)

LG Jenni

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Kim
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Beitragvon Kim » 29. Jul 2004, 15:48

Hallo Jenni,

wir wollen uns wahrscheinlich Ende nächster Woche mal treffen. Wenn du magst kannst du mich ja mal anschreiben :)

LG Kim

Nicki002
Beiträge: 1
Registriert: 26. Sep 2004, 05:35

Beitragvon Nicki002 » 27. Sep 2004, 20:06

Hallo Kim,
kannst du mir die Adresse der Schule geben? Ich bin schon seit einiger Zeit auf der Suche nach einer guten THP-Schule und schon fast am verzweifeln. Es gibt ja viele, aber die meisten vernachlässigen die Praxis, was meiner Meinung gar nicht geht.
Ich danke dir.
Liebe Grüße
Nicki

Trienav
Beiträge: 11
Registriert: 14. Jan 2005, 15:35

Beitragvon Trienav » 14. Jan 2005, 15:45

Hallo Ihr,

vielleicht interessiert es Euch:
Wir haben eine Interessengemeinschaft von und für THP und THP-Anwärter gegründet. Es laufen schon viele interessante und nützliche Projekte und Konzeptionen für unseren Berufsstand und vieles is noch und bereits in Planung. Was genau ist in den internen Bereichen des Forums und der Datenbänke zu sehen.
Schauts Euch einfach mal an, wenn es Euch gefällt, wär es schön, wenn Ihr es unter Euch bekannten THP oder in Euren Schulen bekannt gebt.
In die internen Bereiche kommt man erst nach Registrierung ;-).

Das soll keine Abwerbung sein, Ihr sollt natürlich weiterhin auch hier bleiben, nicht, dass das falsch verstanden wird ;-).

Ich wünsche Euch viel Freude und Erfolg mit Eurer Arbeit! :-)

Viele Grüsse, Maria.

PS: Senner, auf welcher Schule warst Du? Ich habe auch in Münster studiert...
Viele Grüsse, Trienav

rosenezra
Beiträge: 1
Registriert: 16. Feb 2005, 09:01

Re: Tierheilpraktiker-Ausbildung - ein Erfahrungsbericht

Beitragvon rosenezra » 16. Feb 2005, 09:50

Hallo Kim,

Du schreibst:

"Wer THP als Beruf ansieht - und nicht als Berufung aus Überzeugung - wird in den meisten Fällen nicht weit kommen. Es ist kein Beruf mit geregelten Arbeitszeiten und festem, sicherem Einkommen, durch das man reich werden kann. Grade am Anfang braucht man sehr viel Mut, Zeit und auch Geld. Man kann nicht nach einer Ausbildung sofort in Vollzeit als THP arbeiten und davon leben und es gibt viele Durststrecken und auch Unsicherheiten zu überwinden. Das eigentliche Wissen lernt man erst durchs "machen", nicht durch irgendeine Schule oder Bücher."

Mit all dem kann ich mich ohne weiteres identifizieren, aber ich habe noch nirgends Anhaltspunkte gefunden, ob man mittel- bis lanfristig von diesem Beruf leben kann. Offensichtlich machen viel mehr Menschen diese Ausbildung als sich nachher niederlassen und das Gelernte professionell betreiben. Ich spiele selber mit dem Gedanken, eine Ausbildung zu machen, und würde gerne wissen, aber ich will mich auch wirklich aus dem alten Beruf verabschieden können. Kannst Du denn inzwischen davon leben, oder nur überleben? Mußt Du weiterhin noch "Hauptberuflich" anderen Tätigkeiten nachgehen? Kennst jemand THPs die zufrieden davon leben können?

Sorry falls Fehler auftauchen sollten. Ich habe noch nie ein Forum benutzt und bin unsicher ob ich alles richtig gemacht habe.

Bin für jede Antwort dankbar.

rosenezra

Lynn
Beiträge: 1
Registriert: 15. Feb 2005, 17:09

Beitragvon Lynn » 16. Feb 2005, 10:13

Hallo rosenezra!

Als ich deinen Bericht gelesen habe, wurde mir ganz mulmig. Auch ich trage mich schon seit einem Jahr mit dem Gedanken, eine Ausbildung als THP anzufangen. Letzte Woche hatte ich ein Gespräch mit einer THP, die jetzt seit gut 1 Jahr eine Praxis eröffnet hat. Sie hat gemeint, vom Verdienst her kann man in den ersten 5 Jahren nicht davon leben und auch danach sieht es so aus, dass die meisten noch einen anderen Beruf zumindest halbtags ausüben. Von den gut 700 tätigen THPs in Deutschland könnten nur rund 100 davon leben, so ihre Aussage. Aber des Geldes wegen möchte ich die Ausbildung nicht machen. Ich arbeite im Moment auch nur halbtags und würde das nach der Ausbildung auch weiter so machen, dann eventuell die Praxis ein paar Nachmittage in der Woche - mal sehen.
Bei uns beginnt am 26.2.2005 ein neuer Kurs in Heilbronn der Rolf-Schneider-Seminare, Dauer ca. 1 Jahr, Unterricht alle 14 Tage immer samstags und sonntags. Ich bin immer noch hin und hergerissen, ob ich mich jetzt anmelden soll oder nicht.
Mein Mann ist beruflich auch sehr eingespannt, deshalb kann ich von ihm keine Unterstützung erwarten - obwohl er sagt, wenn ich es machen will, dann soll ich es machen.
Kennst du oder sonst jemand die Rolf-Schneider-Seminare mit Stammsitz
in Kitzingen?
Es wäre schön, wenn ich ein feedback bekommen würde.
Grüße aus dem Hohenlohekreis von
Lynn
Grüße aus "Ewerschtlich"!

Christie
Beiträge: 337
Registriert: 4. Jul 2005, 11:46

Beitragvon Christie » 5. Jul 2005, 09:55

Hallo!

Also ich habe meine Ausbildung bei der ATM gemacht und kann das nur wärmstens weiterempfehlen.
Die Dozenten sind seit jahrzenten (z.T.) praktizierende Tierärzte mit jeder Menge Erfahrung und einem sehr breiten Wissen.
Die Ausbildung geht über mindenstens 2 Jahre, im rotierenden System, und kann allerdings problemlos verlängert werden.
Alle 3-4 Wochen ist ein komplettes WE Unterricht.
Dann muss man zw. 5 und 10 Wochen Blockseminare mit vertiefenden Einehiten zum entsprechenden Thema machen und hat dann jeweils 4-8 Wochen Praktikum.

Ich persönlich finde einfach, dass eine so komplexe und verantwortungsvolle Tätigkeit nicht in 1 Jahr per Fernkurs, bzw. mehrern Wochenenden Unterricht, vermittelt werden kann.

MfG, Christie



   

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