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Akutsituation - was darf ein HP tun?

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rine
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Re: Akutsituation - was darf ein HP tun?

Beitragvon rine » 8. Feb 2009, 16:42

dialog hat geschrieben:Halte diese Globuli schon rein philosophisch für eher ein Armutszeugnis als einen Gewinn in akuten Krisen.

Ganz ehrlich, wenn es um einen mir lieben Menschen geht oder auch nur um das Leben eines Menschen, dessen Schicksal ich in dem Moment mitbekomme, würde ich auf jegliche Philosophie pfeifen und einfach nur hoffen, dass es wirkt. :ratlos:
@Hannes: Du meinst, die verschiedenen mehr oder weniger fachgerechten Anwendungen von Homöopathie oder wie?

Ich selbst halte ja bekanntermaßen viel von der Homöopathie und glaube auch, dass sie Berge versetzen kann, aber das Problem ist doch immer, dass zum Einen nicht jeder HP gleich gut ist und zum Anderen die Mittel auch unterschiedlich lange brauchen um zu greifen. Beruhigender fände ich es, wenn auch hier wieder bewährte schulmedizinische Elemente mit eingesetzt werden.
Weißt, ich denk halt immer auch an den Unfall meiner Tochter, wir hatten das Glück,dass gleich ein Autofahrer Sofortmaßnahmen eingeleitet hat, die Sanis schnell da waren und in einem harten Kampf unsere Lütte stabilisieren konnten. Hätte sich jetzt jemand hingestellt und gemeint, er müsste erst mal gucken, ob man die schweren Blutungen nicht homöopathisch geregelt bekommt oder so, die Zeit hätte für sie fatal sein können.

Genauso sehe ich es bei einem Herzanfall, da zählt doch jede Sekunde. Was ist, wenn sich jemand über- oder verschätzt und mehr oder weniger geduldig darauf wartet, ob er das richtige Mittel gegeben hat, während kostbare Zeit verrinnt, in der derjenige hätte gerettet werden können? Könntest Du, könnte irgendjemand auch einfach mit der Verantwortung leben, wenn dadurch, dass man sich auf ein Mittel verlassen hat, der Mensch stirbt, obowhl man auch die Ausbildung gehabt hätte, um schulmedizinisch rettend einzugreifen und ihm zumindest eine weitere Chance zu geben?
Viele Grüße,
Rine

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dialog
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Re: Akutsituation - was darf ein HP tun?

Beitragvon dialog » 10. Feb 2009, 11:49

rine hat geschrieben:Ganz ehrlich, wenn es um einen mir lieben Menschen geht oder auch nur um das Leben eines Menschen, dessen Schicksal ich in dem Moment mitbekomme, würde ich auf jegliche Philosophie pfeifen und einfach nur hoffen, dass es wirkt.


Das ist schade, dass Du auf jede Philosophie pfeifen würdest, denn die Fälle wie im Beispiel, dass man jemanden in der Sekunde Retten muss und womöglich einen lieben Angehörigen, sind so selten, die kann man fast vernachlässigen. Jedoch die tagtägliche Arbeit mit dem Patienten als Heilpraktiker Psychotherapie ohne eine Philosophie ist unvorstellbar. Es ist die ‘Liebe zur Weisheit’, sie sollte in keiner Lebenslage fehlen und gerade nicht in einer akuten Extremsituation, denn sie macht den Sinn des Ganzen bewusst.
Bin kein Homöopath, brauche ich auch nicht in der Psychotherapie, da geht es um psychische Störungen die eher eine langwierige Behandlung in Gesprächsform oder Verhaltenstraining brauchen.
Globuli kommen in der medizinischen Akutpsychiatrie nicht vor, da geht es auch weniger um Herzanfälle als viel mehr um Suizide als Todesfall, da hilft keine Medizin auch keine Globuli denn der Betreffende meldet sich nicht vorher. Um Suiziden vorzubeugen kann Aufklärung und Philosophie eine Menge bewirken denn es hat etwas mit dem Sinn des Lebens zu tun.
Finde man sollte auch als HP etwas gesamtgesellschaftlich Denken und nicht nur wie rette ich meinen lieben Angehörigen in der Not. Etwas prophylaktisch gegen die Not tun halte ich für eine wesentliche Aufgabe eines Menschen der sich mit dem Heilen von Krankheiten beschäftigt. Dann steht die Frage welches Wundermittel nun Retten muss gar nicht im Raum.
So lassen sich mit Philosophie und der Klärung der Sinnfrage viele akute Notfälle vermeiden, natürlich nicht einen Verkehrsunfall. Jedoch auch da spielt das Bewusstsein eine große Rolle, ebenso das Verantwortungsgefühl, es gibt Situationen und Umstände der Psyche, da setzt man sich nicht ans Steuer um einen Waagen zu lenken der ein tödliches Geschoss sein kann.
Die Philosophische Betrachtung und die Zusammenhänge von Verkehrsunfällen innerhalb der modernen mobilen Gesellschaft ist ein großes Thema und würde hier zu weit führen.

Selbst wenn das eigene Kind verunglückt und man kann einen größeren Rahmen über das eigene Schicksal hinaus wahrnehmen, bekommt der persönliche Unglücksfall insgesamt gesehen einen tieferen Sinn, somit ist ein Umgang und ein Leben mit dem Verlust möglich und ein panisches immer alle Retten müssen egal wie und womit unnötig.

Auch wenn man selbst einen Unfall verursacht hat wegen Unaufmerksamkeit oder anderer Beeinträchtigungen der Psyche und des Bewusstseins, sollte man mit dem Schuldgefühl nicht so umgehen nun immer alle Retten zu müssen um frei zu werden, sondern die Schuld zunächst akzeptieren, aus den Fehlern lernen, einen größeren Gesamtzusammenhang erkennen der einen gewissen Sinn darstellt und somit locker und entspannt in die Zukunft schauen um es besser zu Können.

Ob Globuli dabei Helfen kann ich nicht beurteilen.

gruß dialog

rine
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Re: Akutsituation - was darf ein HP tun?

Beitragvon rine » 10. Feb 2009, 12:07

Entschuldige, für mich ist da ziemlich viel abgehobener Krams dabei. :ratlos:
Jede Philosophie ist mir egal, wenn das Leben meines Kindes auf der Kippe steht und es darum geht, ob es gerettet werden kann. Für mich ist so etwas auch kein "Fall, den man vernachlässigen kann", in dem Moment, wo ein Mensch vor mir liegt, der um sein Leben kämpft, steht mir jeder nahe und da hat keine Philosophie etwas zu suchen, sondern reine Hilfsmaßnahmen.:ratlos:
Und ganz ehrlich, einen Verkehrsunfall kann und will ich nicht philosophisch betrachten, ich will da auch keinen tieferen Sinn sehen, sondern ich nehme mir das Recht heraus, wütend zu sein, traurig zu sein und es einfach nur sinnlos zu finden, dass ein kleines Mädchen leiden muss, weil Städteplaner Ampeln zu teuer und ein junger Mann sein Auto zu schnell finden.
Viele Grüße,

Rine



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RAUWOLFIA
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Re: Akutsituation - was darf ein HP tun?

Beitragvon RAUWOLFIA » 10. Feb 2009, 15:08

@Hannes: Du meinst, die verschiedenen mehr oder weniger fachgerechten Anwendungen von Homöopathie oder wie?


Hallo Rine,

ja die fachgerechte Anwendung und vielleicht auch die Ausbildung. Wenn ich einen Husten habe, gehe ich schnell mal zum Apotheker und hole mir ein "homöopathisches Mittel" und wenn ich zum kl. Homöopathen gehe, bekomme ich auch ein homöopathisches Mittel. Klingt irgendwie alles gleich. Deshalb glauben ja auch die meisten, dass man Homöopathie nur als Unterstützung nebenbei verwenden kann od. Homöopathie wirkt nur im kleinen Bereich...
Es ist sehr viel verwässert worden und was noch dazukommt es gibt nicht viele gute kl. Homöopathen. Das liegt vielleicht auch daran, dass die Ausbildung und Erfahrung ein langer Weg und Kostenaufwendig ist. Viele wollen sich das nicht antun. Sagen wir so, bis man sich in der kl. Homöopathie halbwegs gut auskennt, ziehen schon einige Jahre ins Land...


Beruhigender fände ich es, wenn auch hier wieder bewährte schulmedizinische Elemente mit eingesetzt werden.

Hätte sich jetzt jemand hingestellt und gemeint, er müsste erst mal gucken, ob man die schweren Blutungen nicht homöopathisch geregelt bekommt oder so, die Zeit hätte für sie fatal sein können.

Was ist, wenn sich jemand über- oder verschätzt und mehr oder weniger geduldig darauf wartet, ob er das richtige Mittel gegeben hat, während kostbare Zeit verrinnt, in der derjenige hätte gerettet werden können?



Ein kl. Homöopath denkt immer zuerst homöopathisch und dann schulmedizinisch. Warum? Weil die Globuli in GEWISSEN Akutsituationen, bei denen deutliche Symptome auftreten, die der Arzt bzw. kl. Homöopath eindeutig erkennt, machtvoller sind und schneller wirken als Medikamente! Diese Entscheidung geht schnell! Dieser erwähnte Arzt, der in der kl. Homöopathie sehr gut ausgebildet war, wusste sofort was zu tun war...
Die kostbaren Minuten sind eigentlich schon vergangen, wo die anderen sitzen geblieben sind..
Die gleiche Frage wäre, was ist wenn sich jemand verschätzt und ein falsches Medikament gibt?


Liebe Grüße, :wink:
Hannes

RAUWOLFIA
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Re: Akutsituation - was darf ein HP tun?

Beitragvon RAUWOLFIA » 10. Feb 2009, 18:54

Bin kein Homöopath, brauche ich auch nicht in der Psychotherapie, da geht es um psychische Störungen die eher eine langwierige Behandlung in Gesprächsform oder Verhaltenstraining brauchen.
Globuli kommen in der medizinischen Akutpsychiatrie nicht vor, da geht es auch weniger um Herzanfälle als viel mehr um Suizide als Todesfall, da hilft keine Medizin auch keine Globuli denn der Betreffende meldet sich nicht vorher. Um Suiziden vorzubeugen kann Aufklärung und Philosophie eine Menge bewirken denn es hat etwas mit dem Sinn des Lebens zu tun.


Hallo Dialog,

tatsächlich?
Du wirst lachen, aber gerade die Psyche ist es, wo man mit den Globuli "Wunder" wirken kann und das besonders bei Suizidgefährdeten. Da mich die Psyche sehr interessiert, kommen wir gleich mal zu der Frage, warum sich jemand das Leben nehmen will? Wie gibts das, dass sich ein zuerst lebensfroher Mensch, nach einem bestimmten Ereignis, das Leben nehmen will?
Ich versuch das immer so zu erklären:
Durch den Menschen laufen viele "Energieleitungen" vom Gehirn durch den Körper. Durch z. B. ein einschneidendes Ereignis, wie z. B. Schock, können eine od. mehrere Leitungen blockieren. Durch diese Blockade entsteht ein "Rückstau" zum Gehirn. Da das Immunsystem den geistigen und emotionellen Bereich am meisten schützt, wird dieser "Rückstau" sofort bekämpft. Um jetzt diesen "Eindringling" mit aller Kraft abzuwehren, zieht das Immunsystem die meiste Energie vom Körper ab. Das Problem ist aber jetzt meistens, dass das Immunsystem nicht mehr weiß, was es bekämpfen soll bzw. hat es nicht mehr die Kraft die Blockade zu lösen. Aber das Immunsystem kämpft trotzdem erfolglos weiter, jetzt entsteht die Depression, man wird müde, hat keinen Auftrieb mehr, ist motivationslos und man hat das Gefühl aus dem "Loch" nicht mehr herauszukommen...
Je nach Blockade, kann die Depression so schwer werden bzw. so einen Druck ausüben, dass man sich gerne das Leben nimmt! Das kann jedem passieren!
Es ist interessant, die Selbstmordart hängt davon ab, welcher Bereich blockiert ist.
In der Schulmedizin versucht man, mit Medikamente den Rückstau wegzudrängen, was ja auch gelingt und gut ist und was auch gemacht werden muss. Solange man dann die Medikamente nimmt, gehts einigen relativ gut. Aber ich kenne viele, denen gehts trotz Medikamente sauschlecht und müssen immer wieder in die Nervenklinik...
Mit den richtigen Globuli kann man diese Blockade wieder "wegfressen", das ist dann wirklich schön zu sehen, wenn jemand von einer schweren Depression auflebt und wieder Lebensfreude verspürt!! Es gibt natürlich auch psychische Krankheiten, wo es auch mit den Globuli schwierig wird, weil die Mittelfindung kompliziert ist...
Aber ich kenne genug psychische Akutfälle, die nicht mehr leben wollten, die aber nach einer Gabe von einem Mittel innerhalb von Minuten eine psychische Besserung und ein paar Stunden danach wieder Lebensfreude hatten - wie ausgewechselt!

Beispiel:
Eine junge Frau, im Alter von ca. 18 Jahren, die schon ein paar mal in der Nervenklinik war und in psychologischer Betreuung, wollte nicht mehr leben und hatte auch keinen Sinn mehr im Leben gesehen. Sie sagte, sie denkt nur mehr an Selbstmord und das jeden Tag. Sie war gerade wieder in der Nervenklinik, da hat ihre verzweifelte Mutter einen kl. Homöopathen angerufen, der ist zu ihr in die Nervenklinik und hat ihr dort nach einem Gespräch das Mittel NAT-S gegeben. Am selben Tag ruft noch die Mutter beim kl. Homöopathen an und sagt, ihrer Tochter gehts wesentlich besser und sie hat wieder ein Lächeln im Gesicht, sie kann es gar nicht glauben... Ein paar Tage später ist es ihr so gut gegangen als wäre nichts gewesen, hatte wieder Lebensfreude und keine Selbstmordgedanken mehr - "AUTOMATISCH"!

Ich finds ja gut, wenn mit psychologischen Gesprächen jemandem geholfen werden kann. Es gibt viele Leute, die fühlen sich nach einem Gespräch mit einem Psychologen, sehr viel besser, so wie wenn eine "Last" weggenommen wurde, das ist sehr positiv. Nur das Problem ist, das Problem kommt immer wieder. Ich sag immer, nimm demjenigen den Druck weg und alles ist wieder im Gleichgewicht. Eine schwere Depression ist nichts anderes als ein enorm schwerer Druck, der nicht zum Aushalten ist. Aus diesem Grund finde ich es auch eine Frechheit wie manchmal mit solchen Menschen umgegangen wird. Für diejenigen die das nicht haben ist das nicht nachvollziehbar. Das ist ja das Problem, man sieht es von außen fast nicht...
Was ist z. B. wenn jemand unter schwerer Eifersucht leidet und nicht mehr fertig wird mit dem? Da gibts nicht viele Medikamente dagegen. In der Homöopathie gibts viele Mittel dafür und es ist schön wenn man jemandem damit helfen kann, von diesem grausamen Gefühl loszukommen... ;)

Schöne Grüße,
Hannes

rine
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Re: Akutsituation - was darf ein HP tun?

Beitragvon rine » 10. Feb 2009, 19:16

Ich meine aber, um auf meine Eingangsfrage zurückzukommen ;), dass gerade im Fall eines Suizidgefährdeten, ein HP sich strafbar macht, wenn er nicht entsprechende Stellen informiert, sondern nur mit homöopathischen Mitteln oder so versucht, der Situation Herr zu werden. Wir reden ja über AKUTSituationen.
Viele Grüße,

Rine



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Re: Akutsituation - was darf ein HP tun?

Beitragvon Ernst » 10. Feb 2009, 21:45

Hannes - jetzt geht mir aber allmählich die Hutschnur auf.

Ich bin absolut kein Gegner der Homöopathie. Aber bitte alles dahin wo es hingehört. Die Homöopathie ist, und wird es auch durch noch soviel zureden, kein Allheilmittel.
Und gerade bei akuten lebensbedrohlichen Situationen sind homöopatische Mittel nicht das Mittel der ersten Wahl.
Jemanden mit schweren endogenen Depressionen zu sagen "lass mal Deine Antidepressiva weg, und nehme anstelle dessen ein paar Globulis, und alles wird gut..." grenzt an schon an gefährlicher Körperverletzung. Dein Erklärungsversuch zur Entstehung der Depression und Wirkungsweise der Antidepressiva ist schon sehr einfach und hinkt an gravierenden Stellen.
Es fehlt dem Körper u.a. an gewissen Botenstoffen (Seretonin) - und es gibt bei schweren Depressionen bisher (leider) noch keine andere Möglichkeit als dieses Defizit durch Psychopharmaka zu behandeln. Es ist in diesem Fall lebensgefährlich und strafbar fahrlässig durch einen HP / HPP (oder noch schlimmer durch irgendwelche nicht zugelassenen Pseudoheiler) in die Medikamentation eines Arztes einzugreifen. Es sei denn man wäre bereit die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass der Patient dir ein paar Tage später plötzlich vom Hochhaus springt.

Die Diskussion, ob lebensrettende Sofortmaßnahmen schlechter sind als Globulis hielt ich schön für äußerst grenzwertig. Denn es kann mir niemand erzählen das Globulis schneller (oder überhaupt) auf das Einsetzen einer Spontanatmung und das Herzreizleitungssystem wirken als eine sofort eingesetze fachgerechte Herz-Lungen-Wiederbelebung (die jeder Laie im EH-Kurs erlernt). Wenn das wirklich so wäre, könnten wir uns ja alle teuren Rettungswagenausstattungen sparen, und die Wagen nur mit Globulis ausstatten.
Und es soll doch wohl nicht ernsthaft der Eindruck erwirkt werden: "Leute Ihr braucht keine Erste Hilfe Kurse mehr zu besuchen - Habt einfach nur ein paar Globulis zu Hand, und damit erweckt Ihr jeden Herz- oder Atemstllstand wieder zum leben!"
Einzelfälle von Spontanheilungen die hin und wieder berichtet werden lassen, nicht den Schluss einer allgemeingültigen Aussage zur Wirksamkeit in diesen Fällen zu.
Lieber Hannes ich weiss - du wirst mir jetzt gleich wieder von 20 solcher Fälle schildern wollen - oder vielleicht auch mehr - aber das ändert nichts an der Tatsache dass es hier um Menschenleben geht. Und ich wehre mich dagegen dass hier der Glaube verbreitet wird dass Hömöopathie in jeder Lebenslage als Mittel der ersten Wahl, und besonders bei schweren Krankheiten und akut lebensbedrohlichen Zuständen, eingesetzt werden kann.
Damit machen wir das Forum hier unseriös und das tut auch dem Ruf der Homöopathie nicht gut. Ich glaube sogar dass der alte Hahnemann sich im Grabe umdrehen würde, wenn er so etwas hört. Er hat schließlich gleiches mit gleichem geheilt. Das mag bei Krankheiten funktionieren aber nicht bei einem Atem- oder Herzstillstand. Tod kann man nun mal nicht mit Tod behandeln.
Jedes Medikament und jede Therapie hat seine Grenzen und Therapeuten sollten in der Lage sein diese zu erkennen. Fanaten, die nur einem einzigen Medikament, oder nur einer einzigen Therapie vertrauen können das gerne für sich tun, sollten aber, wenn es um Menschenleben geht auch die Grenzen zu erkennen.
Grüße von der Waterkant
Ernst

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RAUWOLFIA
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Re: Akutsituation - was darf ein HP tun?

Beitragvon RAUWOLFIA » 11. Feb 2009, 00:09

Lieber Ernst,

ich bin eigentlich Deiner Meinung! Ich glaube auch, dass ich der letzte Fanat hier bin! Ich hab niergendwo geschrieben, dass die Homöopathie ein Allheilmittel ist. Ich hab auch nicht gesagt dass jemand sein Antidepressiva oder Neuroleptikum absetzen soll, ich hab gesagt, dass es einigen trotz Medikamente schlecht geht und dass Globuli helfen können. Ich hab nie vom Absetzen gesprochen. Im Gegenteil, man muss sogar noch die Medikamente weiternehmen. Bei dem angeführten Beispiel war das Mädchen in medikamentöser Behandlung und in psychologischer Betreuung, während dem haben die Globuli geholfen und das sehr schnell! Das Beispiel habe ich absichtlich so einfach erklärt, damit es vielleicht besser verständlich ist. Serotonin wird aktiv über Transporter in die Neuronen rückresorbiert (Membrantransport) und dann wiederverwertet. Eine Reihe von Antidepressiva – insbesondere die Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) hemmen diese aktive Aufnahme. Was sagt das jemandem?? Eigentlich nicht viel! Wenn ich aber jemandem erkläre, dass dann jemand enorm unter Druck steht, kann er sich das, glaube ich, besser vorstellen!
Ich habe auch nicht gesagt, dass alle Krankenwagen mit Globuli ausgestattet werden sollen oder dass man sich den Erste Hilfe Kurs sparen kann??? Ich habe nur von GEWISSEN Akutsituationen gesprochen, das soll nicht heißen dass das bei jeder Akutsituation so ist! Habe auch erwähnt, dass die Homöopathie nicht überall hilft, deshalb braucht man auf jeden Fall die Schulmedizin!
Ich hab hier absichtlich Beispiele von kl. Homöopathen angeführt die Ärzte und Psychiater sind, die müssten es eigentlich schon wissen, oder?
Keine Angst das war jetzt mein letztes Beispiel, ich hatte mir eh schon 5x überlegt ob ich das noch anführen soll, weil es schon unglaubwürdig klingt! ;)


Liebe Grüße, :wink:
Hannes

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Re: Akutsituation - was darf ein HP tun?

Beitragvon Gingkoblatt » 11. Feb 2009, 09:21

Ernst hat geschrieben:Ich glaube sogar dass der alte Hahnemann sich im Grabe umdrehen würde, wenn er so etwas hört. Er hat schließlich gleiches mit gleichem geheilt. Das mag bei Krankheiten funktionieren aber nicht bei einem Atem- oder Herzstillstand. Tod kann man nun mal nicht mit Tod behandeln.

Ich danke dir für diesen Beitrag!

Machen wir uns doch nichts vor: in der Regel kommt man zu einer bewusstlosen Person und weiß nichts anderes, als dass sie bewusstlos ist. Weder das warum und wie und sonstige Umstände auch nicht!

Liebe rine um deine Frage zu beantworten:
Ich meine aber, um auf meine Eingangsfrage zurückzukommen ;), dass gerade im Fall eines Suizidgefährdeten, ein HP sich strafbar macht, wenn er nicht entsprechende Stellen informiert, sondern nur mit homöopathischen Mitteln oder so versucht, der Situation Herr zu werden. Wir reden ja über AKUTSituationen.

Der Therapeut macht sich allerdings strafbar. Das erforderliche Prozedere wäre den Patienten einweisen zu lassen, zu Not sogar gegen seinen Willen (PsychKG: " Der Patient muss unterbringungsbedürftig sein. Unterbringungsbedürftig sind psychisch Kranke, die infolge ihrer Krankheit ihr Leben oder ihre Gesundheit erheblich gefährden oder eine erhebliche gegenwärtige Gefahr für Rechtsgüter Anderer darstellen, wenn die Gefährdung oder Gefahr nicht auf andere Weise abgewendet werden kann.")!
:wink: Gingkoblatt
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rine
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Re: Akutsituation - was darf ein HP tun?

Beitragvon rine » 11. Feb 2009, 09:53

War mir doch so...wobei ich vermute, dass in so einer extremen Situation auch ein Arzt solche Auflagen hat, oder?
Was fällt bei so einer Forumlierung denn unter die "Rechtsgüter" anderer? Sowas wie Leib und Leben oder auch einfach das Eigentum?
Viele Grüße,

Rine



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SeeBär
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Re: Akutsituation - was darf ein HP tun?

Beitragvon SeeBär » 11. Feb 2009, 11:35

Nun muss ich hier auch mal meinen Senf dazugeben:

@ alle
.... aus diesem guten Grund vertrete ich den Standpunkt, dass jeder niedergelassene HP sich einer notfallmedizinischen Ausbildung unterziehen sollte UND in Praxis bzw. PKW ( bei Hausbesuchen ) einen Notfallkoffer z.B. von Weinmann vorhalten sollte.
Ich halte einen solchen Koffer bereit - und im Koffer, ausgestattet als Notfallkoffer einer naturheilkundlichen Praxis halte ich auch Homöopathika bereit.

@ Ernst und Gingko: auch die Schulmedizin gibt in Notfallsituationen Medikamente sublingual! In einer Applikationsmenge, welche eine Aspiration nicht ermöglicht bzw. ein Ersticken ...Ich denke an Nitrolingual Spray im cardialen Notfall ( hypertone Krise, Angina pectoris Anfall, Verdacht auf Herzinfarkt ) oder auch Bayotensin akut Phiolen, aufgepikste Adalat Kapsel u.ä. bei hypertoner Krise, Analgetika, Neuroleptika usw.usw. Bei einigen Präparaten wie z.B. Konakion oder Diazepam können Ampullen mit 0,1ml nach Aufbruch sublingual appliziert werden.
Genauso ist es eine sublinguale Gabe von Homöpathika / Globuli möglich. 2-4 Globuli lösen sich sublingual auf, Aspiration und Ersticken sind nicht möglich - nur wirken diese einfach nur anders....

Sicher gilt dies NICHT für den Zustand eines eindeutigen Atem - undHerz- Kreislauf STILLSTAND, denn hier steht die cardiopulmonale Reanimation - CPR - im Vordergrund !

@ alle:
in Notfallsituationen welche NICHT mit der Notwendigkeit einer CPR einhergehen, und hierbei ist dass Spektrum der Möglichkeiten groß, gebe auch ich Homöopathika aus der "Notfallapotheke" ggf. auch sublingual, wenn Patient/Patientin gerade nicht ansprechbar oder bei vollem Bewusstsein ist.... und in solchen Situationen handele auch ich eher intuitiv - aus dem Bauch herraus - ohne großartiges Repertorisieren oder Wälzen in " Als ob ... Symptomen " .... gleichzeitig rufe auch ich natürlich RTW und NEF in die Praxis oder zur Patientenwohnung, übergebe dem Notarzt dann meine Verdachtsdiagnose / Differentialdignose und berichte von ergriffenen Massnahmen.

Dies erfordert allerdings, dass wir als HPs sicher sind in Diagnostik und Differentialdiagnostik, und das wir WISSEN, was wir tun, wenn wir Erstmassnahmen ergreifen bzw. uns unseres Handelns SICHER sind.
Egal, ob wir nun einen venösen Zugang legen, eine kristalloide Infusionslösung anhängen oder eben Homöopathika s.l. verabreichen.

@Gingko: in der Regel treffe ich auf einen schwer ansprechbaren oder gar bewusstlosen Patienten/Patientin, bei HAUSBESUCHEN.... wenn er/sie oder Angehörige mich als behandelnden HP gerufen haben... und dann weiß ich eine ganze Menge mehr : die gesamte medizinische Vorgeschichte ! Jeder andere Notfall mit Bewusstlosigkeit, da stimme ich Dir zu, bedarf anderes abwägen und handeln, ist aber eher die Ausnahme - eine Zufallsituation.

@ rine: was Suizid betrifft müssen wir unterscheiden ob es sich um eine Suzidgefährdung handelt ( diese ergibt sich oftmals bereits in frühen Therapiephasen - z.B. bei schweren Depressionen, auch bei Trauma - Patienten ) oder um eine Akut - Situation des klar angedrohten Suizidversuchs ( Pat. steht auf dem Dach und droht zu springen - oder Pat. hat das Haus verlassen und geäußert, er/sie werde sich nun das Leben nehmen... ).
In letzterem Falle müssen wir natürlich alle Hebel der Sozialpsychiatrischen "Maschiene" in Gang setzen - sprich Notarzt, Sozialpsychiatrischer Dienst des Gesundheitsamtes, ggf. Polizei und Amtsarzt direkt sind einzuschalten ! Bis zum Eintreffen dieser "Fachleute" sähe ich es als meine Aufgabe, den/die Betroffene/n im Gespräch von seinem Vorhaben abzuhalten bzw. eine Suche ggf. einzuleiten.

So....

Genug Gedankenfluss für heute morgen.....

Ich hoffe doch, ich habe Euch nicht unnötig "genervt"....

Gruss vom Meer :wink:
SeeBär

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Re: Akutsituation - was darf ein HP tun?

Beitragvon Gingkoblatt » 12. Feb 2009, 08:02

nimmt sich Seebärs Senf und sagt: "lecker"

Allerliebster Seebär klar hast du Recht, aber wir befinden uns in einem Forum in dem hauptsächlich medizinische Laien sind. Die werden eher nicht bei einem Hausbesuch auf einen Bewusstlosen stoßen, haben aber schon eher, da ja nautrheilkundlich interessiert, ein paar Globuli in der Tasche.

Ich möchte nicht der Bewusstlose sein, der erst mal irgendwelche Sächelchen eingeflößt bekommt, obwohl der Behandler/Ersthelfer mich gar nicht kennt. Da wären mir ein paar gebrochene Rippen aufgraunf einer CPR schon lieber!

Ich denke wir verstehen uns schon richtig!

Ganz liebe Grüße
Ginkgo
:wink: Gingkoblatt
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Re: Akutsituation - was darf ein HP tun?

Beitragvon rine » 12. Feb 2009, 10:40

Gehört eine notfallmedizinische Ausbildung nicht zur HP-Ausbildung? :o Das hätte ich gedacht, weil es mir einfach sinnvoll erscheint, wenn man sozusagen für jede Situation gewappnet ist, gerade weil man ja nun mal viel mit mehr oder weniger schwer Kranken zu tun hat.

@Seebär: In so einer Situation, sozusagen als Erste-Hilfe-Maßnahme, ist das Gespräch natürlich ein gutes Mittel, ganz klar.
Auch präventiv kann ein guter Therapeut helfen, wobei man doch auch da, denke ich, gucken muss, was zu welchem Patienten passt. Wenn jemand sehr kopfgesteuert ist, kann es auch einfach hilfreich sein, wenn er Dinge gerade nicht über den Kopf versucht zu regeln, sondern einfach andere Möglichkeiten an die Hand bekommt.:ratlos:
Viele Grüße,

Rine



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Re: Akutsituation - was darf ein HP tun?

Beitragvon dialog » 18. Feb 2009, 00:16

...man o man, dieses ewige Rumreiten mit ellenlangen Texten darauf, dass jemand bewusstlos aufgefunden wird und erste Hilfe nötig ist geht doch von der Realität der alltäglichen Arbeit eines HP oder HPP weit ab. Arbeite seit 10 Jahren ehrenamtlich in einer sozialpsychiatrischen Einrichtung in der es Psychiater, Psychologen, Sozialpädagogen und Heilerziehungspfleger gibt und nie ging es darum jemand Bewusstlosen erste Hilfe geben zu müssen. Wohingegen die Psychoedukation ein wesentlicher Bestandteil der täglichen Arbeit ist und viele Besucher dieser Einrichtung davon profitieren. Als HPP werde ich der erste sein der dort weiterhin mitarbeitet.
Notfallhilfe ist ja ein super brisantes Thema und sehr skandalös, wie die Bildzeitung, viel wichtiger ist doch aber die tägliche Arbeit an Menschen die auf Hilfe angewiesen sind ohne lebensbedrohlichen Notfall, sondern mit Defiziten und Beschwerden die zu Heilen sind durch hauptsächlich Zuwendung und Aufmerksamkeit und weniger durch Globuli als Wundermittel oder andere Stoffe.
So eine Diskussion über lebensbedrohliche Notfälle bei der erste Hilfe nötig ist in der Virtualität theoretisch geführt erregt die Gemüter wie man hier sehen kann im Thread und führt zu nichts.

gruß dialog

rine
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Re: Akutsituation - was darf ein HP tun?

Beitragvon rine » 18. Feb 2009, 09:14

Nein, natürlich ist das nciht das Haupteinsatzgebiet des HP, aber das war nun mal, basierend auf dem Beispiel von Hannes, die EIngangsfrage. Wenn Du die Diskussion dazu überflüssig findest, brauchst Du Dich ja gar nicht daran beteiligen. :roll:
Viele Grüße,

Rine



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