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Hat jemand Erfahrung mit Ritalin ?

Moderator: Angelika

Katebaerchen
Beiträge: 24
Registriert: 14. Mär 2004, 12:46

Beitragvon Katebaerchen » 16. Mär 2004, 15:38

hallo zusammen,

ja, ich habe auch so ein indigo kind, bei dem schon ide Erzieherinnen dran zu knacken hatten! Ich habe das Buch von Jan tober gelesen und es paßte haargenau! Ich denke es ist alles nur eine Frage des Umgangs miteinander! Klar, leicht gesagt, aber auch wenn es schwer ist! Es funktioniert!!
ich persönlcih glaube nicht so recht an die "Krankheit" ADS Auf jeden Fall nicht bei allen Kindern! Es mag einige Kinder geben, auf die die Krankheitssymptome passen, aber ich denke, nicht alle, bei denen es diagnosziziert wurde, sin wirklich betroffen!
Viele Grüße

Kati


Felix_Tora
Beiträge: 1
Registriert: 2. Apr 2004, 09:58

Beitragvon Felix_Tora » 2. Apr 2004, 10:42

hallo allerseits,
ich habe sehr interessiert eure Unterhaltung verfolgt. Unser Sohn, bald 11 hat ADS, diagnostiziert im Alter von 6 J. durch einen Kinderpsychiater. Die erste Medikinetgaben waren sehr erfolgreich und vielversprechend. Nun sind wir bereits bei dem neuen Langzeitmedikament "Concerta" 54mg!!!! gelandet und die Wirkung wird eher schlechter. Hinzu bekommt er wegen seiner sehr geringen Frustrationstoleranz das Medikament "Hypnorex" (Lythium-Carbonat). Inzwischen ist er zum Einsiedler geworden, hat keine Freunde mehr und auch keine Lust in die Schule zu gehen. Es droht eine Schule für Lernhilfe, bzw. Erziehungshilfe. Also sind wir so richtig ins Loch gefallen und fragten uns: ist denn unser Sohn wirklich so doof, oder stimmt hier etwas nicht.
Zugegebenenweise hat unser Sohn, bedingt durch die Vereinsamung viel Kontakt mit dem Medienrausch- TV,Nintendo....usw. - ein Teufelskreis.
Also sind wir auf der Suche nach alternativen!!!!
Gestern waren wir bei einer Heilpraktikerin, die Energie-Messungen vorgenommen hat und stellte fest: der Junge hat eine überdurschnittliche Kausal Intuition (100%) normal ist 40%. Diese spirituelle Energie wurde bisher bei "großen" Persönlichkeiten gemessen.
Nun brauche ich mehr Input. Hat jemand Erfahrung mit so was.
Im Moment wehre ich mich dagegen einen "Dalai Lama" geboren zu haben :-?
Auch entsprechende Förderungskonzepte sind mir unbekannt.
Würde mich freuen über viele Anregungen.

rocky

Beitragvon rocky » 2. Apr 2004, 11:58

hallo felix-tora

erst mal herzlich willkommen im forum :wink:

schon mal was von indigo kindern gehört?

hier kurz einen ausschnitt aus einem buch über indigo kinder kannst ja mal ein bisschen googlen.

liebe grüsse rocky :wink:

"Viele Kinder sind heute anders, schwieriger, viele haben Konzentrationsstörungen und gehören doch zu den hellsten Kinder unserer Zeit. In Amerika, aber auch in China und Russland werden diese Kinder besonders behandelt. Außergewöhnliche Fähigkeiten können so entwickelt werden. Indigo Kinder hat sie Lee Carroll getauft. Eine spannende Sache mit diesen Kindern - und was noch spannender ist - diese Kinder sind und werden auch bei uns in einer großen Zahl geboren. Dieses Buch wird bald zu den Pflichtbüchern der Eltern gehören, denn einfach sind die Indigo Kinder auf keinen Fall. Mit diesem Buch bekommen Sie das Handwerkzeug, damit Sie wissen, wie man mit einem Indigo Kind umgeht."
Kurzbeschreibung
Ein Indigo-Kind ist ein Kind, das eine Reihe neuer und ungewöhnlicher psychologischer Merkmale aufweist sowie Verhaltensmuster an den Tag legt, die im allgemeinen aus früheren Zeiten nicht belegt sind. Diese Muster kennzeichnen Faktoren, die so einzigartig sind, daß sie Eltern und Lehrern einen absoluten Kurswechsel beim Umgang mit diesen Kindern und deren Erziehung abverlangen, wenn sie ihnen helfen wollen, ihr inneres Gleichgewicht zu finden und Frustration zu vermeiden.

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BellaDonna75
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Beitragvon BellaDonna75 » 2. Apr 2004, 13:39

Mhmm, da ich selbst mit einem ADSler zusammenlebe, der in seiner Kindheit nie behandelt wurde, kann ich nur jedem raten dieses Thema doch sehr ernst zu nehmen.
Ich selbst stehe auch nicht auf dem Standpunkt, dass Ritalin DIE Lösung ist und vor allem nicht die alleinige Lösung. Ich denke nur, dass es einem die Möglichkeit gibt wenigstens einigermaßen Aufnahmefähig und ruhiger zu werden. Erst dann können teilweise ja auch die anderen Therapien anschlagen. Was nützt einem Kind eine Therapie, wenn es nicht in der Lage ist das was ihm/ihr gesagt wurde aufzunehmen und zu verarbeiten?
Aus Berichten weiß ich, dass die sich manchmal wie in einem Film fühlen.
Und wenn sie durch Ritalin die Möglichkeit bekommen ihre Umwelt und vor allem auch sich selbst besser wahrzunehmen, dann sollte das auch ohne Verurteilung fremder Personen möglich sein!!!
Wichtig ist, dass etwas getan wird, denn immernoch geht der Irrglaube um, dass sich ADS mit der Zeit rauswächst.
Das muss nicht sein!!! Wie gesagt, ich lebe mit einem erwachsenen ADSler zusammen und ich habe von vielen schon gehört, dass sie auch im Erwachsenenalter noch darunter leiden. Vor allem weil in den 70ern und 80ern ADS fast ausschließlich mit Ritalin therapiert wurde und viele Eltern auch sofort diese Therapie verneinten, kommt es dazu, dass viele Erwachsene noch darunter leiden.

Liebe Grüße

Bella
Trenne Dich nicht von Deinen Illusionen, wenn sie verschwunden sind, wirst Du weiter existieren, aber aufhören zu leben.

Mark Twain

mina
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ADS ernst nehmen

Beitragvon mina » 25. Aug 2004, 16:24

Ich möchte ganz spontan meine Gedanken zum Thema ADS loswerden.
Leider können wir nie genau wissen, was in unseren Kindern vorgeht, das macht es uns so schwer zu helfen.
Ein Medikament geben, um das Kind "ruhigzustellen" - das halte ich auch für falsch. Aber was ist, wenn das Kind selbst leidet?
Und zwar nicht an mangelnder Akzeptanz der Umwelt, sondern am eigenen Unvermögen?
Ich selbst habe ADS, ich hatte nie Probleme akzeptiert zu werden - ich wurde liebevoll erzogen und habe es bis zum Uni-Abschluß geschafft.
Das eigentliche Problem, an dem ich tatsächlich leide, ist dieses "Karussell im Kopf" , alles gleichzeitig zu denken, Handlungen nicht nach Wunsch steuern zu können.
Diese permanente Reizüberflutung ist einfach eine Quälerei. Ich meine damit nicht nur die Reize unseres "modernen Lebens" sondern zB. die eigenen Gedanken, Naturgeräusche, einfach alles um einen herum.
Wenn mir jemand erzählt, ich sei "hochbegabt" und habe besondere Qualitäten, dann hilft mir das nicht wirklich.
Um meine Gaben -so ich sie tatsächlich habe- sinnvoll zu nutzen, ist ein Mindestmaß an Organisationsvermögen notwendig.
Und auch die besten Trainingsmethoden helfen nur, wenn ich dafür überhaupt aufnahmebereit bin.
Um mich ohne Medikamente einigermaßen über den Tag zu bringen, hilft: Schwarzer oder Grüner Tee, seit neustem habe ich auch mit Guarana gute Erfahrungen gemacht.

Mina

abraxas_64
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Registriert: 30. Jul 2004, 19:16

ADSH / Indigo - Kinder

Beitragvon abraxas_64 » 4. Nov 2004, 21:32

Hallo, ihr Lieben !

Über die Such-Funktion bin ich eben auf Eure Beiträge gestoßen.
Auch ich habe ein *ADSH*/*Indigo*-Kind.
Mein Sohn ist 8, und seinen extrem ausgeprägten Bewegungsdrang, seine Ruhelosigkeit, seine Wissbegierde und seinen ganz besonderen Sinn für Humor beobachte ich an ihm seit seiner Geburt.

Er war immer ein *etwas anderes* Kind, das mich häufig sooo forderte, dass ich oft an meine Grenzen stiess, und vor Wut und Frustration schon am Überlegen war, mir einen Punching-Ball/Sandsack anzuschaffen...

Andererseits hat er so ein feinfühliges, liebevolles, lebensfrohes charmantes Wesen, dass zu jedem Zeitpunkt die Freude über seine *Eigen-Artigkeit* überwog.

Im Gegensatz zu vielen in den Medien beschriebenen ADSH-Kindern hat er nicht mit sozialer Isolation zu kämpfen, sondern es wurde ihm seitens KiGa, Hort und Schule immer wieder eine hohe soziale Kompetenz bescheinigt.
Diese *Bescheinigung* war mir im Grunde recht schnuppe, aber ich freue mich jeden Tag aufs neue darüber, dass er ein äußerst beliebter Spielkamerad ist, und viele tolle, z.T. auch schon sehr langjährige Freundschaften hat.

So schön das im Grunde auch alles ist, gibt es natürlich auch die negativen/nervigen und stressigen Komponenten seines Wesens.

Alltägliche Pflichten, wie Aufräumen, sich (in der richtigen Reihenfolge) anziehen, sich um Ordnung im Schulranzen bemühen, nicht alle Buntstifte aufzuessen, sich nach dem Waschen abzutrocknen, beim Essen nicht den Umkreis von 2 m² vollzusauen usw. usw. ... sind ihm einfach zu trivial, und auch mit jeder Menge Tricks und *positiver Verstärkung* sind wir da noch nicht wirklich weitergekommen....
Wenn er dann zum 1000. Mal gedankenverloren die Unterhose über die Jeans ziehen möchte, oder die Federtasche statt im Ranzen im Kühlschrank versenkt, schwanke ich häufig zwischen Tobsuchtsanfall und Lachkrampf...

Witzig zu dem Thema war mal ne Situation, als er (im Alter von 5 Jahren) im Supermarkt mal wieder nur am Zippeln, Zappeln und Sabbeln war und ich androhte, *gleich einen Schreikrampf zu bekommen*.
Er meinte nur ganz trocken : *Mach mal, Mama, dann halte ich mir schon mal die Ohren zu*....

Wie auch immer, jetzt, wo er in die zweite Klasse gekommen ist, wird die Lage auf einmal *brenzlig*.
Ausgerechnet in Mathe, wo er den momentanen Lernstoff schon mit 5 Jahren beherrschte, löst er aus Langeweile die Aufgaben in den Klassenarbeiten nur noch sporadisch, und hat schon etliche *Ungenügend* kassiert...
Seine Zappeligkeit im Unterricht stört nicht nur die Lehrkräfte und Mitschüler, sondern auch ganz doll IHN SELBST.
Auf Deutsch : Er beginnt, in Schwierigkeiten zu geraten.
Er bemerkt selbst, dass er seinen Bewegungsdrang nicht kontrollieren kann, und entgegen seinem Naturell, erlebe ich erstmals immer öfter mal ein frustriertes, unglückliches Kind.
Das tut schon ganz schön weh.
Wenn man als Mutter miterlebt, wie ein sehr begabtes Kind, das im Grunde alles *aus dem Ärmel schüttelt* und (bezogen auf seine Altersstufe) ein *wandelndes Lexikon* bezüglich Themen wie Physik, Anatomie, Astronomie, Geschichte, Mathematik, Biologie usw. ist, sich zum Schulversager entwickelt, kommt man wirklich ins Grübeln...

Ich habe jetzt einen Kinderpsychologen zu Rate gezogen und versuche zusätzlich, mich schlau zu machen, was man zusätzlich aus homöopathischer Sicht oder mit Bachblüten tun könnte.

Vielen Dank noch mal für die tollen Ausführungen von *Eisbär*. Ich werde nach und nach mal versuchen, ob bei meinem Sohn etwas davon hilft.

Was Ritalin oder andere Stimulanzien betrifft, bin ich auch eher skeptisch.
Ich sehe da einerseits die Suchtgefahr, und andererseits möchte ich auch nicht das Potential meines Sohnes unterdrücken, seine *Gaben* in seinem Leben umzusetzen.

Es ist ein schwieriger, aber auch schöner Weg, so ein Kind zu begleiten.
Über weitere Erfahrungsberichte von *Betroffenen* oder auch über einen Austausch miteinander würde ich mich freuen.

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende :wink:

Bärbel


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Sternenkatze
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Beitragvon Sternenkatze » 6. Nov 2004, 18:34

Hi zusammen,
sorry, aber wenn ich als erwachsene ADSlerin was von Indigo-Kindern und erfundenen Krankheiten lese, dann kommt mir die Galle hoch :evil: .
Wer von den Indigo-Theorie-Anhängern hat eigentlich Erfahrung mit ADS? Und zwar aus erster Hand, also mit eigener Diagnose? Weiß also wie es ist, ADS zu haben? Natürlich gehts auch ohne Ritalin und Co. und das soll es ja auch irgendwann. MPH ist keine Dauermedikation. Es soll den Kindern eine Zeit lang helfen, Strukturen und Lösungsmöglichkeiten im Umgang mit ihren ADS zu lernen, Strategien zu entwickeln um trotz ADS ein relativ normales Leben zu führen. Normalerweise nur in Verbindung mit einer Verhaltenstherapie und meist auch Elterntraining. Strategien die man unter Medikation erlernt und eingeübt hat, hat man auch noch später ohne Medis. Nur brauchen ADSler bis zu 6 mal länger sich Dinge anzutrainieren bzw. einfach zu verinnerlichen. In der Schule ist so häufiges Wiederholen aber leider nicht vorgesehen. Weshalb auch hochbegabte Kinder auf der Strecke bleiben können. Dazu kommt noch die vermehrte Reizüberflutung die uns ADSlern durch unsere Reizfilterschwäche zu schaffen macht. Wir bekommen nämlich nicht zuwenig mit, sondern zuviel. Wir können Unwichtiges nicht rausfiltern wie Normalos. Irgendwann können wir die vielen Infos gar nicht mehr verarbeiten und der Computer im Hirn stürzt ab, oder geht einfach auf Standby. Und das ist gar nicht witzig. Mit Esotherik hat das auch nix zu tun, sondern mit der Biochemie im Gehirn, vor allem den Neurotransmittern.
@ mabel
Wenn du glaubst, deinem Sohn könnte Ritalin helfen, da er eine eindeutige ADS-Diagnose eines Spezialisten hat, dann versucht es. Versucht es meinetwegen ein halbes Jahr, wenn sich keine eindeutige Verbesserung zeigt kannst du es immer noch lassen. Solltest du weitere Infos brauchen, mail mich an, oder schau mal ins http://www.wuppertalforum.de das ist ein ADS-Forum.
LG
Sternenkatze *kein Indigo-Kind, aber ADS-Hypo*

Lini
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Registriert: 5. Nov 2004, 13:30

Beitragvon Lini » 7. Nov 2004, 12:17

Ich muß jetzt auch mal was loswerden. Die Diskussion ist sehr interessant und erinnert mich an einen

Vortrag von einem Gesandten von der Firma, die Ritalin herstellt, Novalis. Er war super gut geschult,

redegewandt, jung und verständnisvoll, und konnte allen anwesenden Eltern subtil vermitteln, dass es

gut ist, wenn ihre Kinder Ritalin nehmen. Leider hat es keiner gemerkt, keiner wollte es merken, denn

alle Eltern leiden ja darunter, eine Entscheidung fällen zu müssen - da ist es ganz förderlich, wenn

einem jemand die Entscheidung abnimmt, und dann auch noch ein so kompetenter und

sympathischer Mann. Er hatte z.B. dieses Argument gebracht: ADS-Kinder neigen später häufig

dazu, drogenabhängig zu werden, weil ja bekanntlich die Drogen eine beruhigende Wirkung haben,

genau umgekehrt wie bei "normalen" Menschen. ABER : mit Ritalin könnte dieses Risiko

bedeutend gesenkt werden !!! Diese Aussage unterstützte er natürlich mit schönen Statistiken.

Verstanden hat aber niemand, dass diese Menschen anstatt Drogen ja Ritalin nehmen, was in

meinen Augen auch eine Droge ist, nur eine, die von der Pharmaindustrie und von unserer

Gesellschaft mittlerweile gängig akzeptiert und legalisiert ist. PARADOXON!?!

Nichtsdestotrotz. Ich wollte eigentlich nicht schimpfen und mich ärgern über etliche Sachen, sondern

wollte diejenigen, die das lesen, dazu bestärken, sich alternative Therapien zu suchen.


Ein Kind ist kein isoliertes Einzelwesen. Es ist eingebunden in ein System. Es hat Eltern,

Geschwister, Großeltern usw. Es ist Teil einer Familie, eines Systems. Ich bin überzeugt davon,

dass Kinder durch ihre Auffälligkeit auf etwas hinweisen wollen, das noch nicht gelöst ist in diesem

System. Wenn es die Eltern nicht lösen wollen oder können, dann wollen vielleicht die Kinder es tun,

oder zumindest darauf hinweisen. Und wie könnten sie das besser, als "schwierig und

herausfordernd" zu werden ?
Das Traurige dabei ist, dass diese Sichtweise in unserer Gesellschaft nicht gängig ist, und so sieht

man NUR das Kind, herausgelöst aus seinem Zusammenhang. Und noch trauriger ist, dass man die

Seele des Kindes "plattmacht", wenn man nur es als mit "Problemen" behaftet sieht, und nicht auch

sich selbst, die Paar- bzw. Elternbeziehung und andere Sachen wie z.B. vergessene Seelen im

System wie totgeborene Kinder (s.o. anderer Beitrag).
Familienaufstellungen haben mir in Hinsicht zu meiner Unfähigkeit zu leisten, in der Beziehung zu

meinem Vater, in meiner Paarbeziehung und in der Beziehung zu meiner Tochter schon sehr viel

geholfen. Man bekommt einen Durchblick warum manche Sachen so schwierig und belastend sind,

und seltsamerweise lösen sie sich dann irgendwann auf. So bin ich auch sicher, dass alle Kinder

mit ADS auf etwas hinweisen wollen, und wenn man evtl . durch eine Familienaufstellung

dahinterschaut, werden sich die Probleme vielleicht auch nur langsam, aber auf jeden Fall wesentlich

bessern.

Ich habe die Erfahrung mit einem ADS-Kind noch nicht direkt mitgemacht, aber ich habe einen 8

Jahre jüngeren Bruder, der heute garantiert als ADSler abgestempelt werden würde. Wir sind 4

Kinder, jeder nicht einfach in sich, aber er war anders, er hat meine Mutter fast in die Irrenanstalt

gebracht. Meine Mutter wurde mit ihm nicht "fertig", mein Vater wollte ihn ins Internat geben, hat ihn

als zukünftigen Verbrecher abgestempelt, und das als er noch nicht mal in der Schule war. Leider

hat damals vor allem mein Vater ihn als "böse" bezeichnet und ihn nicht als Mitglied und Teil unserer

Familie betrachtet, der ein Problem aufzeigen wollte. Wenn man sein Kind als das "Problem"

abstempelt, muss man nicht an sich selbst arbeiten, nicht an sich zweifeln, das ist einfacher. Leider

zum Schaden der Kinder - aber es sind unsere Kinder und wir lieben sie ! Also kann ich nur dazu

aufrufen, dass man bei sich anfängt ! Wer kennt das nicht: wenn man selbst schlecht gelaunt

ist, hat man das Gefühl, dass sein Kind schlecht gelaunt ist, sogar schon bei Babys (da spreche ich

aus eigener Erfahrung). Unsere Kinder sind die Spiegel von uns ! Es ist anstrengend, das so zu

sehen, denn man muß sich oft hinterfragen, sich versuchen zu ändern, aber lieber ich als mein Kind,

das ich doch so sehr liebe !
Wenn man das Kind als losgelöst vom Rest der Familie sieht, dann passiert das, was mein Vater

damals mit meinem Bruder gemacht hat: er hat seine Seele platt gemacht, ihn als böse

abgestempelt! Ist das nicht zu schade? (Anmerkung : ich verurteile meinen Vater

deswegen nicht!!)



Dadurch, dass diese "Überaktivität" einen Namen hat, einen wissenschaftlich begründeten Namen,

nämlich ADS, ist sie ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft geworden und daher zweifelt

niemand daran, dass das Syndrom irreversibel oder erblich bedingt ist. Diesen Stempel darf man

sich von der Pharmaindustrie aber nicht aufdrücken lassen! Glaubt nicht alles, was sie sagen und

bedenkt den Profit, den sie damit machen ! Ich bin mir sicher, dass es reversibel ist, wenn man das

dahinter stehende Problem ansieht und versucht zu lösen!


Also, ich wünsche mir für alle, dass sie, bevor sie ihrem Kind Ritalin geben, wenigstens eine

Familienaufstellung machen, aus Liebe zu ihren Kindern !
Jeden Schritt, den wir für uns tun, tun wir auch für unsere Kinder !

Alles Liebe
Sarah
Ned ärgern, nur wundern!

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Esther2004
Beiträge: 15
Registriert: 10. Aug 2004, 15:00

Hallo an Alle

Beitragvon Esther2004 » 9. Nov 2004, 21:02

Mit wachsendem Interesse habe ich Eure Beiträge zu diesem Thema gelesen und möchte dazu auch meine Meinung sagen. Ich bin Dozentin für den Themenbereich Organisation und habe 2 Kinder, mein Sohn ist 5 und hat ADHS, meine Tochter wird im Dez. 3 und ist ein "normales Kind".
Schon im Alter von 1 Jahr wusste ich, dass mit meinem Sohn "etwas nicht stimmt" aber ich wusste nicht was es war. Das erste Jahr hat er nur geschlafen und war absolut pflegeleicht aber als er Laufen konnte hatte ich einen absoluten Kulturschock. So schnell wie er irgendwo war konnte kein Mensch hinterher, auf dem Weg noch etwas mitgenommen, umgeschuppst, entwendet, rauf, runter ohne Gefahrempfinden, kein Schmerzempfinden, aber immer ein Sonnenscheinkind. Noch heute nennen ihn alle "Michel von Lönneberger" und genau so sieht er auch aus. Wenn ich mich irgendwo über ihn beschwerte hieß es nur, er ist einfach nur lebhaft, stell Dich nicht so an, vielleicht ist es auch weil Du arbeitest, da wird man leicht überfordert. Keiner nahm mich ernst, und selbst mein Mann gab mir keinerlei Unterstützung. Mit drei Jahren beschloss mein Sohn eine Woche nicht zu essen und ich sah ihn schon dahinvegitieren, denn er war sowieso noch keine 12 Kg zu diesem Zeitpunkt.
Unser Kinderarzt ist sehr naturkundlich eingestellt und ich wusste erst gar nicht ob ich mich mit diesem Problem an ihn wenden sollte, ich hatte Angst vor dem Satz "das wächst sich aus oder so ähnlich" aber die Sorge überwog und ich verfasste einen Bericht über 4 Seiten und ließ mir einen Besprechungstermin geben, als ich sicher war dass er diesen Bericht auch gelesen hatte. Er nahm die Sache sehr ernst, ließ ihn spielerisch von einer Therapeutin testen und kam zu der Diagnose ADHS.
Ich selbst bin vom Typ her jemand, der Naturheilverfahren der Schulmedizin immer vorzieht und mir war von Anfang an klar, dass ich dieses Kind mit nichts überfordern würde. Dem Kinderarzt war sehr schnell klar, was mir klar war und er überlässt mir bis heute die letzte Entscheidung in allem. Wir entschieden uns für Ergotherapie, ich machte mir kundig und landete bei einem Therapeuten der den Ruf einer Kapazität mit Kindern hat. Leider erst bei einer Angestellten, nach 4 Monaten Wartezeit. Die Chemie stimmte nicht weder zwischen mir und ihr noch zwischen Marc und ihr und nachdem ich 5 mal da war, nahm mein Sohn mir das allerletzte Zögern aus der Hand in dem er am Morgen der Therapiestunde mit Fieber aufstand und mir verkündete: Mamma, du kannst heute alleine zu Frau ... gehen, ich bleibe hier heute und für immer. Ich rief den Chef der Praxis an und brach die Therapie ab. Gemeinsam fanden der Kinderarzt und der Chef der Praxis die Lösung, dass Marc zum Chef in die Behandlung kommen sollte, mit weiteren 3 Monaten Wartezeit die ich gerne in Kauf nahm. Und es ging bergauf, sehr langsam aber es ging. Dann kam Marc nach 5 Monaten Ergo in den Kindergarten und von dem Tag an hielt die Hölle bei uns Einzug. Marc stand immer schon um 5 Uhr auf, und ich um 4 Uhr, um noch 2 Stunden in Ruhe am Schreibtisch zu verbringen bevor die Kinder rumturnten. Normalerweise beschäftigte er sich dann im Kinderzimmer. Aber ab da nicht mehr, morgens um 5 fing er an uns zu beschimpfen und abends um 7 ging er mit Schimpfen und vollkommen agressiv ins Bett. Wir waren am Ende. Wieder zum Kinderarzt, der mir ein SPZ in Köln empfahl nachdem er einige Kliniken abtelefoniert hatte, weil er eine Klinik suchte, die keine Medikamente aus "wissenschaftlichen Gründen" geben. Man schickte mir eine Anmeldeformular mit dem Hinweis mit einer Wartezeit von 4-6 Monaten. Ich wollte nicht dahin aber ich wusste nicht weiter. Ich besprach das mit dem Ergoth. der mich bat wenn irgendmöglich damit noch zu warten, denn er wollte Marc nicht überfordern und bot sich an sich mit mir öfters zusammenzusetzen und eine Lösung zu finden.
Sehr einfühlsam machte er mir klar, dass ich zwar eine super Organisation in der Familie hätte, (daher der Hinweis eben auf meinen Beruf) dass aber Marc mit einigem überfordert wäre. Zu viele Regeln, zu viele Prinzipien, etc.
Einmal angestoßen fing ich an mich mit alten Verhaltensmustern auseinander zu setzen, was ist eigentlich auffällig an meinem Sohn und was ist vererbt? Wie waren meine Eltern und deren Eltern, oder die Eltern von meinem Mann, deren Eltern und zu guterletzt was geben wir davon an unsere Kinder weiter?
Diese Fragen waren der Anfang der Lösung für unsere Probleme. Ich gab in der Familie die Devise aus, alles was irgendwie geht, geht!, hatte nur noch ganz wenig Regeln, gab ihm mehr Aufmerksamkeit, schimpfte weniger, lobte mehr, tat mehr für mich zur Entspannung etc und aus unserem Rebell wurde ein Lämmchen. Nicht immer aber immer öfter...
Mir ist es egal welche Diagnose Marc letztendlich hat, die Ergo tut ihm gut, der Therapeut tut mir unendlich gut, und Marc ist seitdem wie ausgewechselt. Seit diesem Sommer biete ich Seminare zum Thema ADS für Eltern von Kindern im Vorschulalter an, wer in irgendeiner Form Fragen zum Thema hat kann mir gerne eine Mail schicken.
Mein Ansatz geht dahin, dass die Mütter mit ihren Sorgen nicht ernst genommen werden, dies führt zwangsläufig zu Ernergieverlust, Überforderung und das alles ist nicht gut fürs Kind. Mit den Eltern, meistens Müttern erarbeite ich in diesem Seminar Wege aus dieser negativen Spirale auszubrechen und wieder gelassener mit dem Kind und dem Alltag umzugehen. Die Therapie eines ADS Kindes steht für mich auf 3 Säulen, Familie, Therapie (Ergo, Verhaltenstherapie, etc) und evtl. Medikamente. Die Familie ist für mich die stärkste Säule, wenn das Kind da gestützt wird, sind Medikamente vielleicht überflüssig.
Mein Konzept durfte ich übrigens bei einer Fortbildungsveranstaltung von ADS Gruppenleitern NRW vorstellen und alle haben mir bestätigt, dass sie mir mir in jedem Punkt übereinstimmen.
Man kann übrigens die Reorganisation in einem Unternehmen in der Schieflage eins zu eins mit der Reorganisation in der Familie gleichsetzen, nur bin ich erst mal selbst nicht drauf gekommen. Wichtig ist auch für Eltern sich die passenden Ansprechpartner für sich und sein Kind zu suchen, wenn man sich bei jemandem nicht aufgehoben fühlt oder das Kind, sollte man nach seinem Gefühl gehen (und nach dem des Kindes) Im übrigen sollte man überhaupt auf die Kinder hören sobald sie sich verständlich machen können, mein Sohn schwitzt sehr leicht und er läuft bei Minustemperaturen barfuß und ohne Jacke durch den Garten. Mir würde im Traum nicht einfallen ihn daran zu hindern und der Erfolg gibt mir recht, er ist nie krank. Meine Tochter friert viel leichter und fragt schon nach einer Jacke wenn ich noch im T-shirt da stehe, auch da würde ich niemals gegen reden. Wenn die Kinder das so empfinden, dann ist das eben so. Auch meine Tochter war noch nie krank.
Wenn man Kinder ganau so respektiert wie man erwachsene Freunde respektiert geben sie einem das tausendfach zurück. Einem Erwachenen sagt man auch nicht, ich unterhalte mich gerade, geh spielen ich hol dir was zu trinken wenn ich hier fertig bin. (oder zuende telefoniert habe).

Egal was für Auffälligkeiten ein Kind hat, in der Familie kann man vieles auffangen, mit den richtigen Ansprechpartnern, einem guten Gefühl und viel Geduld.
Für Anfragen stehe ich gerne zur Verfügung, ich fühle mich bei meinen Ansprechpartnern sehr gut betreut und das möchte ich gerne weitergeben.

PS. Tut mir leid wenn ihr jetzt so viel zu lesen habt, aber die Leidenschaft ist mit mir durchgegangen.
Seebär, Deine Message fand ich toll.
Viele Grüße Esther

brainbug
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Beitragvon brainbug » 26. Feb 2005, 20:28

ich war früher auch sehr skeptisch, was ritalin anging. jetzt aber arbeite ich in einer sonderschule, wo es viele kinder gibt, die, zum teil seit jahren, ritalin nehmen. für alle diese kinder ist ritalin die EINZIGE möglichkeit, ein halbwegs normales leben zu führen und z.b. ihre gedanken unter einen hut zu kriegen. wirklich hyperaktive kinder leiden mehr an den folgen ihrer hyperaktivität als an den nebenwirkungen des ritalins.
übrigens schreibt oben jemand, dass ritalin ein neuroleptikum sei, das ist quatsch, methylphenidat ist von der wirkungsweise her eher das gegenteil eines neuroleptikums. mfg,
brainbug

brainbug
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postskriptum

Beitragvon brainbug » 26. Feb 2005, 20:29

siehe den beitrag von honk (oder hoik) der bring es auf den punkt

SeeBär
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Registriert: 27. Jan 2002, 01:00

Moin.

Beitragvon SeeBär » 27. Feb 2005, 14:03

Moin brainburg. Und natürlich Moin alle Interessierten...

Ad 1 möchte ich Dich, mit Verlaub, korrigieren.
Methylphenidat-HCL gehört in die pharmakologische Gruppe der Neuroleptika, genauer genommen in die Untergruppe der Psychoanaleptika. Die einzelnen Präparate wie Concerta, Equasym, Medikinet und, das am meißten verschriebene Ritalin unterscheiden sich dann in Zusammensetzung der weiteren Bestandteile und in der Dosierung.
Ritalin und Medikinet sind nur in der 10mg Dosierung erhältlich, Equasym auch in 5mg und 20mg, Concerta in 18mg und 36 mg.
Was aber die Anwendung und den Einsatz betrifft haben alle Methylphenidat-HCL Präparate lediglich eine Annahme zur Grundlage: die Annahme nämlich, dass in den Hirnsynapsen des betroffenen Menschen - unabhängig ob nun Kind oder erwachsener Mensch - der Noradrenalingehalt zu gering ist. Diese Annahme lässt sich allerdings nicht beweisen, z.B. durch eine Messung oder einen Test.
Methylphenidat-HCL wird also aufgrund der Annahme, dass eine psychische Störung durch einen zu geringen Noradrenalingehalt verursacht wird, verabreicht, ohne jegliche Beachtung der Folgen, wenn diese Annahme eben nicht stimmig ist !
Was passiert: Pharmakologisch erhöht nun das Methylphenidat - HCL den Noradrenalingehalt in den Hirnsynapsen und steigert dadurch Wacheit, Ausdauer und Aufmerksamkeit.
Bei einer längeren Therapie werden dabei die Rezeptoren desensibilisiert und die Dosierungen müssen erhöht werden - es ensteht ein Abhängigkeitspotential. Nach dem Absetzen werden deutliche Entzugssymptome beobachtet.
Das dennoch wohl bösartigste an der Gabe von Methylphenidat-HCL ist aber die oben besagte und nicht belegbare Annahme:
die benannten Präparate werden wie ein "Wundermittel" gegeben, obwohl ggf. keine Störung im Nervensystem vorliegt. Durch die Gabe von Methylphenidat-HCL wird nun die Ausbildung der Axone, der Fortsätze von Nervenzellen an deren Ende Dopamin ausgeschüttet wird, dauerhaft gestört und die physiologische Dopaminausschüttung pathologisch gebremst.
Dieser Umstand - ein nicht beachtetes und nicht absehbares Risiko - kann dann zu einer Krankheit führen, bei der zu wenig Dopamin gebildet wird :
dem Morbus Parkinson !
Das bedeutet: solange Kinder mit einem solchen Wirkstoff lenkbar gemacht werden ( und um etwas anderes geht es nicht ) nehmen wir in Kauf, dass diese Kinder nach einer Langzeittherapie im einem Alter von vielleicht 30 Lenzen an der Parkinson`schen Krankheit unendlich leiden.
Der US- Schauspieler Michael J. Fox - ein typisches Beispiel.
Aber warum wundern ? Die Hersteller der Methylphenidat-HCL Präparaten
wie z.B. Novartis, Janssen, Cilag, oder Celltech stellen ja auch die vielen Parkinson Mittel her.... Da kann schon der Eindruck enstehen, dass hier Monetik statt Ethik im Vordergrund steht, insbesondere da diese Firmen alle in Versuchen und Studien belegten Nebenwirkungen und Risiken von Methylphenidat-HCL missachten.
Auf einer Tagung des " International Institute of mental health " wurde gerade erst wieder klar gestellt, dass eine allgemeinverbindliche Diagnose von ADS etc. ( als psychische Störung ) durch Fehlfunktion des Gehirns als Ursache NICHT möglich sei.
Experten der Pharmaindustrie ziehen wie in einem Wissenschafts - Wanderzirkus durch die Lande und sponsern med. Kongresse, Lehrerfortbildungen, Elternveranstaltungen usw. nur um diese medikamentöse Therapie als Monotherapie zu fördern. Hierbei wird aber brav unter den Teppich gekehrt, dass die Forschung kein Stück voran kommt aber gleichermassen die Nebenwirkungsmeldungen von Methylphenidat - Arzneien zunehmen.
Bedenklich auch, das Methylphenidat-HCL als Betäubungsmittel eingestuft und enstprechend registriert, kontrolliert und geführt werden muss. In einer Gesellschaft, in der wir nicht in der Lage sind eine vernünftige Schmerztherapie mit Morphinderivaten durchzuführen, da diese ja Betäubungsmittel sind und auch noch ein Suchtpotential haben, in dieser Gesellschaft sind wir gewillt, Kinder und Jugendliche so zu therapieren!
In den letzten 20 Jahren wurden die lt. Betäubungsmittelgesetz registrierten Tagesdosen von Methylphenidat - HCL verhundertfacht ! Im Jahr 1990 0,3 Millionen Tagesdosen, im Jahr 2004 23,5 Millionen Tagesdosen! Dreiundzwanzigeinhalb Millionen !!

Ich beschäftige mich sowohl als Vater eines sogenannten Indigo-Kindes, aber auch als Heilpratiker & Psychotherapeut seit einigen Jahren sehr intensiv mit diesem Thema. Ich erarbeite zusammen mit anderen Therapeuten ( Ergotherapeuten, FengShui-Berater, Kinderpsychologen, Kinderärzte, aber auch Eltern und Erzieher einbezogen ) gerne ganzheitliche Therapiekonzepte.... was mir aber noch nie gelungen ist, das Eltern selbst die Wirkung von Methylphenidat-HCL ausprobieren...wer seinem Kind ein Medikament gibt, welches auch immer, sollte schon so verantwortlich sein, selbst die Wirkung zu erproben, um zu erfahren was dem Kinde geschieht.

Die häufigsten beobachteten Nebenwirkungen von Methylphenidat-HCL Arzneien ( und diese gelten für alle auf dem Markt befindlichen Präparate, nachvollziehbar in den Beipackzetteln der einzelnen Präparate ) :
Symptomverstärkung, Übelkeit & Erbrechen, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Benommenheit, Schwindel, Agitation ( Unruhe, Übererregbarkeit,aggressives Verhalten ), Veränderungen der Herzfrequenze ( meist Tachycardie und Arrythmien ), Apathie, annormales Denken, annormales Träumen, Verwirrtheit, Sprachstörungen, Haarausfall, Muskelkrämpfe in den Beinen, Krampfanfälle, Psychosen, gestörte Leberfunktion, Leukopenie, Anämie, Kreislaufregulationsstörungen, Auslösung von Tics, Toleranzentwicklung und psychische Abhängigkeit, Entzündung oder Verschluss von Hirngefäßen, Dermatitis, Exantheme, erhöhtes Schlafbedürfnis, Angina pectoris, Entzündung der Mundschleimhaut, Fieber, Verhaltensstereotypien, Touerette-Syndrom , angioneurotische Ödeme, Thrombozytopenie, Schmerzen, Migräne, Suizidversuch ( !!!! ).

Da ist die Pharmaindustrie wie das Sandmännchen:
Passt auf Ihr Kinder gebt fein acht, ich hab Euch etwas mitgebracht...

Einen nachdenklichen und dennoch herzlichen Gruß vom Meer

SeeBär :wink:

gekiller
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Registriert: 12. Jun 2004, 18:29

Beitragvon gekiller » 27. Feb 2005, 14:15

lieber seebär,

ein wirklich wunderbarer beitrag, der hoffentlich viele zum nachdenken anregt.

nicht immer ist der bequeme, schnelle weg auch der richtige!

liebe grüsse
gerda

brainbug
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Registriert: 24. Feb 2005, 20:53

Beitragvon brainbug » 27. Feb 2005, 19:20

mthylphenidat an "normale" erwachsene? dazu muss man schon einen leichten dachschaden haben!!! wer sagt, dass die sog. entzugserscheinungen keine krankheitssymptome sind?
ich sehe jeden tag kinder, die erst mit ritalin die möglichkeit zu einem einigermassen selbstbestimmten leben erhalten haben,
da kann einen so ein gefasel über irgendwelche "aurafarben" ganz schön aufregen. ich stimme mit dir überein, das ads und ads(h) für viele eltern, ärzte und lehrer eine leichte und entspannende diagnose ist, trotzdem gibt es diese krankheit definitiv!!! ich bin selbst betroffen und wünsche mir jetzt, mit 20 jahren, nichts mehr als das man mir ritalin gegeben hätte!!
selbst wenn du einen perfekten weg entdeckst, mit deinem kind umzugehen, kannst du nicht davon ausgehen, dass esw mit der umwelt deines kindes genauso sein wird!!!

SeeBär
Beiträge: 817
Registriert: 27. Jan 2002, 01:00

Moin

Beitragvon SeeBär » 28. Feb 2005, 08:41

Moin brainbug.
Mit den Methylphenidat-HCL Präparaten ist es wie so oft in der Schulmedizin. Es ist der einfachste Weg, Symptome einfach zu verdrängen, ohne nach dem Ursache - Wirkung - Prinzip zu schauen.
Das gilt nicht nur für psychische Auffälligkeiten / Störungen ...das gilt auch für Schmerztherapie, für onkologische Konzepte usw.
Problem dabei, das was ich versucht habe Dir zu umschreiben.
Die Risiken werden nicht abgewogen, genauso wie mögliche Spätfolgen keine Beachtung finden.
Gerade bei der Behandlung des sog. ADS / ADHS / HKS Syndroms bedarf es einer Menge struktureller Arbeit von Eltern, Betroffenen, von Mitwirkenden - wie KindergartenmitarbeiterInnen, LehrerInnen, KinderärztenInnen....um ersteinmal zu erkennen, das das betroffene Kind und die Familienstruktur im Mittelpunkt stehen müssen.
Ein meißt steiniger und schwieriger Weg....aber wenn mensch sich darauf einlässt ist ein Therapiekonzept OHNE Methylphenidat-Arzneien erfolgreich.
Therapiekonzepte, kombiniert mit psychotherapeutischer Begleitung, Ergotherapie, Spieltherapie, Traumreisen & Heilhypnosen ( werden von Kindern sehr gut angenommen ! ), zusätzlich Einsatz von Homöopathika, respektive Bachblüten und Schüssler Salze, Familienstellen um strukturelle Familienprobleme zu erkennen, Familienberatung und möglichst eine psychoanalytische Betrachtung der Familie ....und immer die erforderliche Erkenntnis das alle Betroffenen in einem Boot sitzen....
Wenn wir unser Gewicht wieder auf das A ( Aufmerksamkeit ) von ADS richten und weniger das D ( Defizit ) beleuchten, können wir das S (Syndrom ) aus einem ganz neuen Blickwinkel sehen.
Bedauerlicherweise machst Du aber noch einen Berachtungsfehler: die Entzugssymptome wären ohne Einnahme von Methylphenidat - HCL nicht entstanden.
Oder möchtest Du gar die Behauptung in den Raum stellen, das erst die Entzugssymptome da waren, und dann das Ritalin dagegen eingesetzt wurde ???
Diese Annahme weist eher auf eine Hilflosigkeit hin.
Eine Hilflosigkeit, der ich in der Praxis jetzt schon so oft begegnet bin, der ich vor einigen Jahren sogar selbst ausgeliefert war.
Diese Hilflosigkeit setzt sich vor Deine Augen und setzt Dir Scheuklappen auf, welche von den Methylphenidat-HCL Herstellern gleich mitgeliefert werden. So, als gäbe es keinen Weg neben diesem Wirkstoff...so, als müsse man eben die in den Beipackzetteln aufgeführten Risiken und Nebenwirkungen mitschlucken, ohne groß darüber nachzudenken.

Ich wünsche Dir den Mut, vielleicht doch mal andere Wege und Möglichkeiten in Betracht zu ziehen, ich wünsch Dir die Kraft, vielleicht einmal gegen den Strom zu schwimmen...und ich wünsche Dir, dass Du niemals erleben musst, das ein junger Mensch sich unter Methylphenidat-HCL das Leben nehmen will oder ein junger Mensch am Morbus Parkinson leiden muss, nur weil andere Möglichkeiten der Hilfe ausgeschlagen und als Spinnerei abgetan wurden.
Einen herzlichen Gruß
Om namaha shivaya
SeeBär :wink:



   

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