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Gänseblümchen - Bellis perennis l.

nur für Kräuter & Pflanzen die Heilwirkung besitzen

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Kräuterfee
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Gänseblümchen - Bellis perennis l.

Beitragvon Kräuterfee » 29. Jan 2002, 08:38

Durch Jens angeregt, hier einiges zum Gänseblümchen, was ich viel verwende und soo störend im Zierrasen von vielen empfunden wird :???:

Bellis perennis L.
(Compositae) - Gänseblümchen bekannt unter vielen Namen:
Maßliebchen, Augenblümchen, Gänseliese, Gänseagerl, Gänsekraut, Georgenblume,
Himmelblume, Katzenblume, Maiblume, Mairöserl, Märzblume, Margarittenblume,
Marienblume, Monatsblume, Müllerblume, Mutterblümchen, Mutterblümchen, Mutterrockblume, Osterblume, Rainblume, Regenblume, Seidenröserl, Tausendschön, Zeitlosenkraut, Angerblümlein, Buntblümlein, Fenneblome, Fentjeblome, weiß Frühblümlein, Gänsegisserli, Johannisblümli, Mädchenblume, Märschblum, Magdalenchenblümchen, Maifüßchen, Maliescher, Maddeseblümchen, Margaretel, Margaretenblume, Margenblume, Markblome, Marlblom, Massüßelen, Matzelieschen, Monatle, Monaterle, Mühleblümli, Müllerblümli, Osterblümel, Ringelöslein, Rockerl, Ruckerl, Sommerröslin, Schweizgerler, Sommertürlein, Wandeleien, Wasenblümli, Wieseli

Krankheiten und Anwendung:
Abtreibungsmittel
Abführmittel
Bakterientötend
Blutreinigend
von Menschen mit Gallenkrankheiten nicht verwendbar
von Menschen mit Leberkrankheiten nicht verwendbar
Diarrhöe
Verstopfung
gallenkrank
Homöopathie: Blauen Flecken
Homöopathie: Eiterbeulen
Homöopathie: Ausschlag
Homöopathie: Verstauchungen
Krampfstillend
Langsam heilenden Wunden
Leberkrankheit
Entzündungen im Magen
Entzündungen in der Mundhöhle
Salat
adstringierend
Schleimlösend
Zuckerkrankheit
Entzündungen in RachenWunde

Inhaltsstoffe:
Bitterstoff
Fettes Öl
flüchtiges Öl
Fumarsäure (!) [für Schuppenflechte geplagte ! ;-) ]
Gerbstoff
Gerbsäure
Harz
Inulin
Kaffeesäurederivate
Schleim
Saponine

Ein Tee wird verwendet bei :
Frühjahrskuren, zur Blutreinigung,

es wirkt : krampflösend, schmerzlindernd, kühlend, auflösend, zerteilend, leicht abführend, krampfstillend.

Bei : Brustleiden, Rheuma, Verschleimung, Gicht , Husten, Auszehrung, Nieren- und Blasenleiden, Wassersucht, Erkältungskrankheiten, Verstopfung, Darmentzündung, Verletzungen, Brustfell- und Lungenentzündung, innerer Hitze , Durchfall, hartnäckiger Husten mit Eiter- oder Blutauswurf, Lungenschwindsucht, Kolikschmerz, Gallenblasenentzündung, Furunkulose, Schleimhautkatarrh.

Bei Darmentzündungen kann man Klistiere mit dem Kraut machen. :-o

Sammelzeit und Sammelgut:
von März bis September die Blätter und Blüten

Mythologie und Geschichte:
In der nordischen Mythologie der Frühlingsgöttin Ostara gewidmet.
Ihr Name bedeutet Aufgang des Lichts, das sie uns auch bringt nach den langen dunklen Winternächten.
Ihr Hauptfest ist Ostern.
Das Gänseblümchen ist eines der ersten Frühlingsboten und es heisst, wer die ersten drei Gänseblümchen im Frühjahr ißt,
wird das restliche Jahr von Zahnschmerzen, Augenbeschwerden und Fieber verschont.
Und wer getrocknete Gänseblümchen bei sich trägt, die am Johannistag mittags
zwischen 12 und 13 h gepflückt wurden, der/dem geht keine wichtige Arbeit schief... Na dann :lol:

Küche:
Die Blütenknospen auf's Butterbrot oder als Salatbeigabe - damit lässt sich auch ein fader Salat total aufmotzen! Und meine Leber beginnt zu schnurren :smile:

Ihr werdet staunen, es folgt noch viel, viel mehr über eines meiner kleinen vielgeliebten Unkräutleins.
MfG
Kräuterfee


Gast

Beitragvon Gast » 29. Jan 2002, 21:23

Hallo Fee,
ich kann mir nicht vorstellen, dass ich über deine Emsigkeit noch mehr staunen kann....

Mir ist nur oben bei den indikationen aufgefallen:
Nicht verwenden bei Gallenleiden (sinngemäß)und ein paar zeilen drunter werden diese aufgezählt, das gleiche bei Leberleiden....

Liebe Grüße,
Johanna

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Gänseblümchen Bild

Beitragvon MOB » 30. Jan 2002, 08:14

Bild

weitere Bilder im Kräuterlexikon;

mfg
MOB
Zuletzt geändert von MOB am 23. Mär 2003, 11:48, insgesamt 2-mal geändert.

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Beitragvon Kräuterfee » 30. Jan 2002, 10:48

Hallo liebe Johanna,

gerade bei Leber- und/oder Gallenleiden gibt es den Effekt auch bei anderen Kräutern, je nach Befund, daß es vertragen wird und zum anderen wieder nicht. Deshalb diffenziere ich das besonders bei Monodrogen.

Liebe Grüße
Fee

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Beitragvon Kräuterfee » 30. Jan 2002, 11:01

Allgemein sind keine Nebenwirkungen bekannt.

Auflagen aus dem gequetschten Kraut bei :
Wunden, Ausschlägen, Krätze, Entzündungen,
Geschwülste. Gegen gichtische Schmerzen in den Füßen nimmt man das zerquetschte Kraut als Einlage in den Schuhen. :lol2:
Dampfbäder mit Gänseblümchen, Attich und Odermennig sollen gelähmte Glieder günstig beeinflussen.
Aus Gänseblümchen hergestellte Salben und Pflaster können Gliederschmerzen beheben.
Als Wundkraut ist das kleine Gänseblümchen ein Riese. :top:
Die Salbe daraus ein bewährtes Hautschutzmittel :top: und eine Wunderwaffe im Kampf gegen Gliederschmerzen.

eine Gänseblümchensalbe:
zuerst 10g Bienenwachs und 50 g Wollwachs im Wasserbad schmelzen, 100 ml erwärmtes Rosmarin- Olivenöl dazurühren und anchliessend 80 ml gesiebten Gänseblümchentee tropfenweise in die Masse ein – bis es knistert. (vor dem Brühen des Tees Gänseblümchen fein mörsern !).
Wer's mag kann noch ein Tropfen ätherisches Öl nach Wahl zugeben.

weitere Salben folgen noch.
MfG
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Beitragvon Kräuterfee » 31. Jan 2002, 09:58

Auflagen mit Gänseblümchentee

Für die äußere Anwendung, z. B. bei Neurodermitis oder Ekzemen wird 1/2 Liter Tee (s.o.) in eine Schüssel gegeben. Darin ein Handtuch eintunken, auswringen und auf die betroffene Hautstelle legen. 2-3 x täglich ca. 10 Minuten lang anwenden.

Eine Teezubereitung kann auch dem Badewasser beigegeben oder zum Abtupfen des Gesichts bei Akne verwendet werden.
MfG
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Bäder und Tee mit Gänseblümchen

Beitragvon Kräuterfee » 1. Feb 2002, 07:50

Vollbäder
mit Gänseblümchen sind stark entfettend.

Haut-Tee
Fördert Stoffwechsel und die Durchblutung der Haut. Lindert dadurch Hautausschlag.
Rezept:
Je 1/3 getrocknete Ringelblumenblüten, Stiefmütterchen-Kraut, Gänseblümchen mischen, mit Wasser aufgießen. Zum Trinken oder als Badeaufguss oder Kompresse einsetzen.


Gänseblümchen mit Linde und schwarzem Holunder mischen.
Dieser Tee hilft bei Erkältungen.


Wissenswert: Die Kräuter gelten als besonders "kinderfreundlich", lindern auch Milchschorf und leichte Neurodermitis.
MfG
Kräuterfee

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Beitragvon Kräuterfee » 4. Feb 2002, 08:07

Gut gegen Verstopfung; wirkt abführend

Verwendete Teile:
Blüten
med. Anwendung:
2 bis 3 TL mit 0,25 l kochendem Wasser aufgiessen, ziehen lassen
MfG
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Jens
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Gänseblümchen als Salatbeigabe

Beitragvon Jens » 4. Feb 2002, 15:16

Hallo,

wenn Ihr von Gänseebluemchen als Salatbeigabe oder auf Quark schreibt, frage ich mich, ob dann nicht die Gefahr von Krankheiten o.ae. wie z.B. Fuchsbandwurm vorhanden ist? Ich meine, die wachsen nun wirklich nicht gerade in lichter Hoehe. Und meistens wachsen die ja auch an fuer Wildtiere zugaenglichen Stellen.

Sollte man die nicht besser kurz ins heisse Wasser schmeissen (70 Grad C reichen ja) bevor man die im Salat oder so verzehrt? Oder seht Ihr das nicht so eng? Oder gibt's da einen anderen Trick??

:-?
Jens

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Beitragvon Kräuterfee » 4. Feb 2002, 15:44

Hallo Jens,

Fuchsbandwurm/Hundebandwurm , nicht nur bei Gänseblümchen...Brombeeren etc.

Unsere Hausgenossen (Katze und Hund sollten ja eigentlich entwurmt werden...)und beim Fuchs nun ja, dann mache folgendes:

Vorbeugend handeln, da es kein Medikament und keinen Impfstoff zur vorbeugenden Behandlung gibt. Es empfiehlt sich, gewisse Hygienemaßnahmen einzuhalten, damit eine Infektion ausgeschlossen werden kann.


=> Pilze, Waldfrüchte, Freilandgemüse und dergleichen sollten vorher in jedem Fall gewaschen und wenn möglich auch gekocht (erhitzen bis 60-70 Grad !) werden!
ich wasche kurz in verdünnten Essigwasser ab). Waschen soll aber angeblich nicht sicher genug sein. :-(

Alternative zum Kochen: Alles trocknen, innerhalb von wenigen Tagen sterben die Fuchsbandwurmeier ab.


=> Hände nach Wald-, Feld-, oder Gartenarbeiten immer gründlich waschen, da es sich nicht ausschließen läßt, daß die winzigen Eier auch durch den Wind weitergetragen werden. So kann man auf einfachste Weise einer Infektion vorbeugen.

:achtung: Einfrieren hat keine Wirkung, da die Eier erst ab minus 80°C abgetötet werden. :achtung:

Desinfektionsmittel sollen angeblich auch nicht wirken.
(Ich mache es trotzdem den den alten Kräuterweibleins Methoden mit Essig) und im garten kommt bei mir kein Fuchs...

Liebe Grüße
Fee



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Beitragvon Kräuterfee » 5. Feb 2002, 08:24

Als Teedroge werden sowohl die Blütenköpfe als auch die Blätter des Gänseblümchens genutzt.
Sie enthalten unter anderem Gerb- und Bitterstoffe, Schleim, Saponine und ätherisches Öl.
Gänseblümchentee hat eine nachgewiesene Schleim lösende, leicht Harn und Schweiß treibende Wirkung.
Die Droge ist Bestandteil vieler so genannter "Blutreinigungstees", weil sie wie schon erwähnt, die Funktion der Leber und der Galle anregt.
Wegen seiner milden krampflösenden Eigenschaften wird Gänseblümchentee in der Volksmedizin auch bei leichten Verdauungsstörungen empfohlen.

Teezubereitung:
als Aufguß - pro Tasse kommen 2 Teel. der getrockneten Blatt-Blüten-Droge 'rein.
MfG
Kräuterfee

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Gänseblümchencreme

Beitragvon Kräuterfee » 7. Feb 2002, 08:06

Und nun einer meiner persönlichen Hits:

Gänseblümchencreme (nach Dr. L. Hochenegg)

2 gehäufte Eßl Gänseblümchenblätter und 1 Eßl. Käsepappelblätter werden im Mörser zerstoßen und in 50 g Butter erhitzt. (Kurz aufprasseln lassen). Vom Herd nehmen und durch ein Filter in Glastiegel füllen. Kühl aufbewahren.

Bitte Menge einhalten, sonst setzt sich Flüssigkeit ab.

Diese Creme ist ein "Wundermittel" bei Hautproblemen wie Ekzemen, Ausschäge, etc.

(Bsp.: Ein Schulmediziner (Vertretungsarzt)hat trotz Vorwarnung von mir, 2x falsche Mittelchen genommen, die ich nicht vertrage und mir verschwiegen, was es ist :???: : Folge -> eine totale Hautschädigung wie bei einer Verbrennung (feuerrot, alle Zellen stark abgegrenzt und die betroffene Hautfläche hat sich um 1 mm erhoben ! Danach kam das zweite verkehrte Mittel (da war auf alle Fälle Cortinson drin: Hautekzeme bis zum geht nicht mehr - starke rote juckende Pusteln. :mad:
Da hatte ich wieder mal die Nase von der Schulmedizin voll :grin:

Und dann die meinung des Arztes: "Ach ja, ist eine alte Hausmedizin." :-?

Den Schaden hatte ich, und wenn ich an die Patienten denke, die dann weiteres über sich ergehen lassen müssen (als Testobjekt was denn wohl hilft, wenn's vorher versaut worden ist...wird mir übel.) :sad:

Mit dieser Creme könnt ihr Euch schnell helfen, gerade wenn's wie bei mir über's WE ging. ;-)
MfG
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Beitragvon Kräuterfee » 25. Feb 2002, 08:24

Dieses Rezept eines Sirups habe ich noch nicht ausprobiert:
Man nimmt das ganze Kraut und brüht es mit heißem Wasser auf, etwas stehen lassen, dann abgießen und das Kraut leicht auspressen. Nun gibt man eine entsprechende Menge Kandiszucker dazu und kocht diese Mischung auf Sirupdicke ein.
MfG
Kräuterfee

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Beitragvon Freyr » 25. Feb 2002, 20:03

frischer Gänseblümchen-Saft soll, vor allem vermischt mit dem von Brunnenkresse und Borretsch, die blutreinigende Wirkung noch verstärken. hmmm frage mich nur, wieviele man dann pflücken müsste ;-)
Also ich kann ja vor allem den Tee empfehlen, der schmeckt auch nicht so extravagant wie Brennesseltee;-) Auf jeden Fall muss ja an der Heilwirkung was dran sein, wenn sogar die Germanen das Kraut schon verwendet haben...
das Sammeln lässt sich übrigens sehr vereinfachen, wenn man sich mal die Mühe macht, einige Pflanzen in Blumentöpfe zu pflanzen. allerdings dauert es seine Zeit, bis man erneut ernten kann.....

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Beitragvon Kräuterfee » 26. Feb 2002, 07:49

Hier noch eine Creme; ist zwar nicht mein Ding, wegen dem Wollwachs, aber es gibt ja auch "Gegner" von Butter und Schmalz :grin:
Hab' sie also bis jetzt nicht probiert.

Gänseblümchencreme gegen Gliederschmerzen

Grossmutter Anna schmolz zuerst 10g Bienenwachs und 50 g Wollwachs im Wasserbad, rührte 100 ml erwärmtes Rosmarin- Olivenöl dazu und mörserte anschliessend 80 ml gesiebten Gänseblümchentee tropfenweise in die Masse ein – bis es "knackte". Ein wenig Duftöl (z.B. Rosmarin) rundete die gut einziehende Hautcrème ab.
MfG
Kräuterfee



   

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