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Granatapfel

nur für Kräuter & Pflanzen die Heilwirkung besitzen

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Kräuterfee
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Granatapfel

Beitragvon Kräuterfee » 19. Nov 2003, 08:44

Der Granatapfel - Punica granatum L.

Granatapfelzubereitung (Punica granatum) - der Granatapfel-Extrakt heißt Pomegranate (Punica granatum) extract.
Syn: Granatapfelbaum, Pomegranate tree, Grenadier, Melagrano, Pomo granato, Granaatappelboom
Grenadine ist übrigens der eingekochte Saft aus frischen Granatapfelsamen, er enthält viel Enzyme.

Es gibt dann noch die Granatbaumrinde (Pomegranate bark, Cortex Granati, Cortex Punicae, Granatrinde, Granati cortex, Punica-granatum-Rinde).
(Inhaltsstoffe: an Gerbstoffe gebundene Alkaloide sind giftig :achtung: – die Wurzelrinde enthält 50-100% mehr Alkaloide als oberirdische Rinde.), Pseudopelleterin, Iso-Pelleterin, Krampfgifte, Methylisopelleterin, bis 25% Gerbstoff, Gallussäure, Zucker, Triterpen, Betulinsäure.
MfG
Kräuterfee


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dobini
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Beitragvon dobini » 19. Nov 2003, 09:37

hallo k-fee,

gerbstoffe sind sicher auch in den granatapfelsamen jede menge, weil sie ziemlich bitter schmecken. sind die "gesund" ? (leber z.B.)
Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen.
Aristoteles

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Kräuterfee
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Beitragvon Kräuterfee » 19. Nov 2003, 11:49

Hallo Harald,

da muß ich gleich noch bißchen in den Bereich Chemie bzw. pharmazeutische Chemie wechseln, denn Gerbsäure ist nicht gleich Gerbsäure ... sooo einfach ist das nicht ;-)

Allgemein: Gerbsäuren (Gerbstoffe), sind Stoffe, die Kollagen (Eiweiß) binden.
Sie werden zur Blutstillung (wirkt zusammenziehend auf die Gefäße), zur Wundbehandlung, bei Entzündungen der Haut oder der Schleimhäute (reizmildernd) eingesetzt. Gerbstoffe wirken leicht antibakteriell und leicht schmerzlindernd. Sie wirken einer Durchfallerkrankung entgegen. Hohe Dosierungen können zu Magenreizungen führen.

Chemisch gesehen sind pflanzliche Gerbstoffe Polyphenole. (auch ein Schlagwort – z.B. enthalten in Wein .... ) – Jetzt bleiben wir mal bei diesen pflanzlichen Gerbstoffen. Diese unterteilen sich aufgrund ihrer chemischen Struktur in:
- hydrolysierbare Gerbstoffe, wie die Gallotannine, Ellagtannine (in Hamamelis und Walnußblättern vorhanden) usw.
- nicht hydrolysierbare, kondensierte Gerbstoffe (Oligomere von Catechinen) auch Catechingerbstoffe genannt, wie Phlobaphene (Phlobaphene sind im Blutwurz enthalten und wird innerlich bei Durchfall angewendet (hier verantwortlich für die rote Farbe), (Oxydationprodukte der Gerbstoffe z.B. verantwortlich für die braune Laubfärbung beim Absterben von Blättern ) usw.
- komplexe Gerbstoffe (Oligomere von Gallotanninen mit Flavanderivaten) – (Oligomere sind kurze Abfolgen von Monomeren)
- Depside (Hydroxycarbonsäuren, also Gerbstoffe, die mit anderen Hydroxycarbonsäuren verestert sind
(wie durch Esterbindungen verknüpfte Phenolcarbonsäuren), insbesondere die Labiatengerbstoffe, Lamiaceengerbstoff -> (diese kommen vorwiegend in der Familie der Lippenblütler und Raublattgewächse vor) z.B. Rosmarinsäure in Majoran, Salbei, Basilkum, Bohnenkraut, Pfefferminze, Melisse, Thymian usw. – Rosmarinsäure z.B. wirkt antiphlogistisch, und antibakteriell und hat allgemein gerbende Eigenschaften ...

So, und nun ? - Necoda hat ganz allgemein gesagt der Saft ist gerbstoffhaltig – also – was für ein „Gerbstoff“ ist drin ???

Dies zum Gedanken machen - ein anderes Mal mehr, bin in Zeitnot :eek:
:wink:
MfG
Kräuterfee

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Beitragvon Kräuterfee » 19. Nov 2003, 13:18

na gut... schnell noch ein Hinweis:

Aus den Blüten des Granatapfels wird ein roter, aus den Fruchtschalen ein gelber Farbstoff gewonnen, der von Gerbern zum Färben von Leder benutzt wird. – Was sagt uns das ? -> Das sind zwei unterschiedliche Gerbstoffe. Gerbstoffe wirken wie Beizen. Das Rot von der Blüte ist dann mit Sicherheit ein Catechingerbstoff (verantwortlich für Rot- und Brauntöne). Hydrolysierbare Gerbstoffe oder kondensierte Gerbstoffe färben mit einem Eisenchlorid-Anhang blaugrün.
Das Gelb aus den Fruchtschalen ? – Was ist das für’n Anhang oder überhaupt was für ein Gerbstoff ist das, der dafür verantwortlich ist ? Weiß das einer von Euch ?

Geduld ... und irgendwann kommen wir dann sicherlich auch zum Thema Leber und Galle - wir wollen doch nicht alle Teile des Granatapfels und deren Inhaltsstoffe durcheinanderscheißen - oder :D
:wink:
MfG
Kräuterfee

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Beitragvon Kräuterfee » 19. Nov 2003, 21:47

Inhaltsstoffe:
- Rinde (Cortex Granati): einen eisenbläuenden Gerbstoff, Gallussäure, Stärkemehl, Harz, Wachs, Zucker, Gummi, Granatin, Punicin und Alkaloide (wie schon oben erwähnt: Pelletierin, Isopelletierin, Pseudopelletierin, Methylpelletierin). Die Granatgerbsäure ist eine grünlich-gelbe Masse, die mit Säuren in Ellagsäure und nichtkristallierbaren Zucker zerlegt wird, mit Kalisäure reagiert sie und bildet Gallussäure.
Also sind es zwei verschieden Gerbsäuren, wie Remhold annimmt.
- Fruchtschalen: enthalten 27,8% Gerbsäure, Harz, Extraktivstoff, Gummi, 10,2% Gerbsäureabsatz, eine Spur von Gallussäure

Anwendung:
Rinde: wurmantreibend
Fruchtschale: wurmtreibend
Nebenwirkungen bei größeren Gaben: Aufstoßen, Magenschmerzen, Schwindel, Ohnmachten, Wadenkrämpfe
Blüten: zum Gurgeln, als Tee bei Durchfall
Fruchtschalen: zum Gerben und Färben
Hauptverwendung der Früchte: als frisches Obst

Farben:
- die Rinde: hat einen hellgelben Querschnitt und färbt den Speichel gelb, unangenehm zusammenziehend
- die Blüten: färben den Speichel violett, sehr herb
- Fruchtschalen: sind außen hell oder dunkelbraun, auch gelblich-rötlich, innen gelb, sehr herb

Quelle: Köhler's Atlas der Medizinalpflanzen

Ach so, noch ein Zusatz: Pelletierine sind Pflanzengifte - Gefährlichkeitgrad der Rinde ist giftig (in größeren Mengen wirken sie als Krampfgift, Todesfälle erfolgen unter Lähmung des Atemzentrums) - und andere Pflanzengifte wie Friedelin (ein Triterpen) sind auch noch drin ...

Also Harald, ist Deine Frage auch beantwortet - diese Gerbstoffe erfüllen Deinen Zweck für Leber und Galle nicht. ;)
:wink:
MfG
Kräuterfee

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Beitragvon Kräuterfee » 19. Nov 2003, 22:22

Und noch was zur allgemeinen Verständlichkeit zu Gerbstoffen:
Häufig findet man sie in unreifen Früchten und dort sind sie für den jedem bekannten zusammenziehenden Geschmack verantwortlich. In reifen Früchten nimmt der Gehalt ab. - Kaffee, Tee und Kakao und Bohnen haben hohe Gerbstoffgehalte.
Gerbstoffe können Verdauungsenzyme binden und so ihre Funktion hemmen. Eine Bindung an Eiweißen führt zu einer unvollständigen Verdauung. Wenn man viel Gerbstoffe zu sich nimmt, kann das zu Eisenmangel führen. Andererseits haben sie antimutagene und anticarzinogene Wirkung. (da die Bildung von Nitrit gehemmt wird). - In größeren Dosen ist Tannin schwach karzinogen und kann zu Lebertumoren führen.
:wink:
MfG
Kräuterfee, die sich jetzt den wohlverdienten Feierabend gönnt und hoffentlich nicht von chemischen Formelm träumt ... :D


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Angelika
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Beitragvon Angelika » 29. Sep 2005, 19:04

Forscher hoffen auf Übertragbarkeit von Laborergebnissen

Granatapfel-Extrakt wirkt gegen Prostatakrebs

Ein Extrakt aus dem Granatapfel könnte vor Prostatakrebs schützen und das Tumorwachstum verlangsamen, lassen Laborversuche von US-Forschern vermuten.

Die verwendete Dosis des Extrakts entsprach bei Menschen etwa einem bis zwei Granatäpfeln pro Tag. Foto: stock.xchng


27.09.05 - Granatäpfel enthalten polyphenolische Komponenten mit einer höheren antioxidativen Wirkung des Saftes als der, die in rotem Wein oder grünem Tee zu finden ist.

Wissenschaftler der Universität von Wisconsin in Madison inkubierten Prostatakrebszellen mit geringen Konzentrationen des Granatapfel-Extrakts. Wie in den „Proceedings of the National Academy of Sciences” beschrieben, beobachteten sie eine dosisabhängige Hemmung des Zellwachstums. Es ließ sich ein Abfall der Androgenrezeptoren und des prostataspezifischen Antigens (PSA) nachweisen.

Die Infusion des Granatapfel-Extrakts hemmte bei Mäusen, denen zuvor Krebszellen injiziert worden war, das Auftreten des Tumors. Das Tumorwachstum ließ sich signifikant hemmen und die Überlebenszeit verlängern.

Quelle : aus AEP-Newsletter

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Re: Granatapfel

Beitragvon rine » 24. Nov 2007, 19:59

Ob die Frage hier jetzt richtig ist... :???:
Eine ganz blöde Frage...isst man die Kerne normal mit oder zerkaut man die nur zu therapeutischen Zwecken, sprich, wegen ihres Östrogengehalts? Oder kann man das mit dem Mitessen einfach halten wie man will?

(Ich staune ja immer wieder über die Fülle an Wissen von Kräuterfee, allein die Artikel hier wieder... :o )
Viele Grüße,
Rine

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Ursula
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Re: Granatapfel

Beitragvon Ursula » 25. Nov 2007, 09:32

Hallo rine,

rine hat geschrieben:isst man die Kerne normal mit ...?Oder kann man das mit dem Mitessen einfach halten wie man will?


Ich esse die Kerne mit. In manchen Früchten sind sie schon mal sehr hart, dann presse ich nur den Saft aus.

Ursula

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Angelika
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Re: Granatapfel

Beitragvon Angelika » 25. Nov 2007, 16:39

das kann man halten wie man will ;)

mir sind sie zu hart, darum trockne ich sie und verwende sie zur Tinktur, :D
wie hier beschrieben ;)

viewtopic.php?f=2&t=8656&p=59702&hilit=Granatapfel#p59702

Viele Grüße
Angelika

tucke
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Re: Granatapfel

Beitragvon tucke » 27. Nov 2007, 16:51

Also ich essen die Granatäpfel gerne mit den Kernen, allerdings ärgere ich mich nach dem Genuß immer über die verfärbten Hände, die ich beim Schälen eines Granatapfel bisher noch nicht verhindern konnte, ganz zu schweigen von den vielen Spritzern des Saftes. :oops:
Esse Granatäpfel auch nur zu Hause im stillen Kämmerlein, würde ich nicht in der Öffentlichkeit tun. Oder gibt es eine Anleitung??? :eek:

Gruß von tucke

rine
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Re: Granatapfel

Beitragvon rine » 27. Nov 2007, 17:23

Ich schneide ihn auf (drei bis vier Teile), dann kann man die einzelnen Dinger relativ ;) problemfrei rauspulen und essen . :ratlos:
Viele Grüße,

Rine



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Angelika
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Re: Granatapfel

Beitragvon Angelika » 27. Nov 2007, 21:50

tucke hat folgendes geschrieben
Esse Granatäpfel auch nur zu Hause im stillen Kämmerlein, würde ich nicht in der Öffentlichkeit tun. Oder gibt es eine Anleitung??? :eek:



Anleitungen findest du unter Rezepte :D

viewtopic.php?f=3&t=139

ein kleiner Tipp, vor dem Aufschneiden den Granatapfel ein paarmal mit Druck auf dem Tisch hin und her rollen, dann lösen sich die Kerne leichter heraus. ;)

Viel Erfolg
Angelika

tucke
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Re: Granatapfel

Beitragvon tucke » 28. Nov 2007, 15:27

Oh, das war aber ein sehr guter Hinweis! Ich habe eine mehre Anleitung für das Essen und sehr interessante Rezepte gefunden. Vielen Dank! :D

Gruß tucke



   

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