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Baldrian, vareriana officinales

  • Volkstümliche Namen: Hexenkraut, Katzenwurzel, Stinkwurz, Tannmark, Tollerjan
    Pflanzenfamilie: Baldriangewächse [Valerianaceae]
    Vorkommen: Nordasien; Westasien; Mittelmeergebiet; Nordamerika; Austsralien; Mitteleuropa;
    Wächst: von Januar bis Januar
    Beste Pflanzzeit ist Anfang Oktober.
  • Der Baldrian, auch Mondwurzel oder Katzenkraut genannt, ist eine uralte Heilpflanze. Das lateinische Wort valer bedeutet gesund sein. Man nutzt vor allem die zweijährigen Wurzelstöcke mit Wurzeln, die man im September und Oktober sammelt, von Mai bis September aber auch die Blüten und Blätter für Tinkturen. Die kleingeschnittenen Wurzeln nur waschen und bei 35°C trocknen. Dann bekommen sie den typischen Geruch, der die Katzen anzieht und reizt.
  • Beschreibung:

    Die mehrjährige Staude Baldrian wird bis zu 1,5 m groß und hat Stengel mit dünnen Furchen. Seine Blätter sind unpaarig gefiedert mit schmalen, scharf gezähnten Abschnitten und hat 15-21 Teilblättchen. Die kleinen, trichterförmigen, fünfspaltigen Blüten sind weiß bis rosa in hohen, verzeigten endständigen Doldenrispen. Blütezeit ist Mai-September. Seine Wurzeln sind kurz und walzenförmig, einzelne Wurzeln sind kräftig entwickelt, rund und fingerlang, außen braun und innen weiß. Sein Geruch ist beim Trocknen typisch baldrianartig. Der Baldrian wächst auf feuchten Wiesen und an Wassergräben, an Waldrändern und Ufern.
    Er kann leicht im Garten angebaut werden; er braucht Sonne oder lichten Schatten, der Boden sollte locker und tiefgründig sein, kann aber auch humus, als auch sandig sein. Pflanzen bekommt man in einer gut sortierten Gärtnerei.

  • Hauptwirkstoffe:

    Ca 1,5 % ätherisches Öl, 0,5-2% Valepotriate und 1,5% Didrovaltrat
    Pharmakologische Wirkung: - in großen Dosen verursacht Baldrian eine zentrale Lähmung, hemmt die Herztätigkeit, die Darmbewegung
    - das Baldrianöl setzt die Erregbarkeit von Hirn- und Rückenmark herab; leichte Betäubung durch die Isovaleriansäure
    - leichte Baldriansucht: hier treten Kopfschmerzen, Aufregungszustände, Unruhe, Schlaflosigkeit auf
    Wirkung: beruhigend, die schlafbereitschaft fördernd
    Traditionell: auch bei nervösen Herzbeschwerden und Spasmen im Magen-Darm-Trakt
    Homöopathisch: Wurzel bei Schlafstörungen und Nervosität, D2 bei Neurasthenie, Hysterie, Globulus hystericus: Tabletten 0,05g bei Herzneurose und Angstgefühl

    Die Valepotriate wirken ausgleichend auf die Gehirnleistungen; bei Konzentrtionsschwäche wirken sie anregend, bei starker Erregung und nervöser Unruhe hingegen beruhigend. Baldrian gilt zu unrecht als bloßes Schlafmittel. Er ist also nicht nur ein Einschlafmittel am Abend, sondern auch Wachmacher am Morgen, wenn man konzentriert sein muß – ideal vor längeren Prüfungen – hilft er zur Entspannung und damit vor aufregungsbedingter Konzentrationsschwäche.
    Wichtig ist die Wirkung der Valpotriate in Zusammenarbeit mit den ätherischen Ölen des Baldrians auf den neurotransmitter GABA (Gamma-Amino-Buttersäure). Ein Mangel an GABA führt zu Streß, Nervosität und Angst. Durch Baldrian wird der Abbau von GABA gehemmt.
    Die ätherischen Öle und Valerensäuren verändern das Tätigkeitsniveau im Gehirn. Die Öle wirken krampflösend bei nervös bedingten Magen-Darmbeschwerden.
    Die Alkaloide Chatinin und Valerin haben einen alkalischen Effekt; diese werden aber beim Trocknen zerstört. Die Wirksamkeit kommt also nur als Tinktur aus den Frischwurzel bei nervös bedingten Übersäuerungen wie Sodbrennen infolge von nervösen Magenreizungen zum Tragen.
    Nebenwirkungen: In den seltesten Fällen sind Magen-Darm-Beschwerden und allergische Reaktionen beobachtet worden.
  • Anwendung:

    - Ängste
    - Herzklopfen
    - Konzentrationsschwäche
    - nervösen Magen
    - nervösen Darm
    - Nervosität
    - Prüfungsstreß
    - Schlafstörungen
    - Spannungskopfschmerzen
    Anwendungsformen: als Pulver, Tinktur, Wein, Tee, Bad, Kaltauszug
  • Sammelzeit:

    Wurzeln von März bis Mai


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