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Gundermann, Glechoma hederacea

  • Volkstümliche Namen: Gundelrebe, Blauhuder, Donnerrebe, Engelkraut, Erdeefeu, Gunelreif, Huderich, Katzenminze, Totenkraut, Zaungucker, Zickelskräutlein
    Pflanzenfamilie: Lippenblüter [Laminaceae]
    Vorkommen: Mitteleuropa; Südeuropa; Nordafrika; Westeuropa; Zentralasien;
    Wächst: von März bis Novemver

  • Der Gundermann war ein uralters Zauberkraut gegen Hexerei und Zauberei und genoß als Heilpflanze besonderen Ruf.
    In der Volksmedizin gilt er noch bei Bronchalerkrankungen als "Wundermittel".
    Auch in der Physika von der hl. Hildergard finden sich Hinweise. Sie war überzeugt, daß es die Geburt erleichtere, wenn man einer Schwangeren diese Pflanze auf Rücken und Schenkel legte.
    Naturheilkundler Matthiolus meinte, daß der Gundermann die Schwindsucht vertreibt.
    In der Volksmedizin gilt der Gundermann als ideales Heilmittel bei Erkrankungen der Atemorgane und bei Husten und leichtem Bronchialasthma sowie bei Magen-Darmkatarrhen und bei Störungen der Harnentleerung. Mit dem Kraut behandelte man auch Kinder gegen Bettnässen.
    Umschläge und Waschungen sollen bei Hautkrankheiten helfen. Gegurgelt und gegen Zahnschmerzen wurde damit behandelt. Außerdem gegen Leberstörungen und Nierensteine.
    Bei schlecht heilenden Wunden, Gicht, Neuralgien und Ischias wurde er empfohlen.
    In der modernen Medizin spielt er keine Rolle mehr, ist aber in der Hausmedizin geschätzt.
  • Beschreibung:

    Gundermann ist eine mehrjährige und meist etwas flaumhaarige Pflanze mit leicht kriechendem Rhizom.
    Seine Stengel sind aufrecht, einfach oder verzweigt., 15-50 cm hoch. Die Stengel treiben nach der Blüte oberirdische Ausläufer.
    Die Blätter sind kreuzgegenständig, länglich-lanzettlich, am grunde herzförmig, kurzgestielt und entfernt gezähnt. Oberseits sind die Blätter dunkelgrün, manchmal rötlich.
    Die Blüten sind blauviolett, selten rötlich, mit rötlichen Punkten auf der Unterlippe. Der Kelch ist röhrig und glockenförmig verwachsen., manchmal mit kleinen gelben Drüsen besetzt.
    Er wächst meist auf feuchtem grund, Wiesen, Wälder, freie Flächen und bevorzugt nährstoffreichen und schattigen Boden. Ist auch viel in Gärten als "Unkraut" zu finden.
    Nur wer keinen guten "Riecher" hat, kann Gundermann mit einer kräftigeren Unterart verwechseln, die aber nicht aromatisch ist, sondern widerlich riecht.

  • Hauptwirkstoffe:

    Der Geschmack des Gundermanns ist würzig, bitter bis herb und sein Geruch schwach und angenehm.
    Etwa 0,03 - 0,06% ätherisches Öl mit (-)-Pinocamphon, (-) Menthon, (-)-Pulegon, alpha-Pinen, beta-Pinen, Limonen, p-Cymen, Isomenthon, Isopinocamphon, Linanol, Menthol und alpha-Terpineol.
    Weiterhin 3-7% Gerbstoffe, Glechomenin (unerforschter Bitterstoff), Marrubin und Saponin.
  • Anwendung:

    - Appetitlosigkeit (regt den Stoffwechsel an)
    - Durchfall
    - Husten und Verschleimumg
    - Reinigen von Wunden
    - Umschläge
    - Bäder bei schlecht heilende Wunden und Schmerzlinderung bei Neuralgien, Ischias und Gicht
    - Entzündungen der Harnorgane
    - Magen-Darmprobleme
    - Hämorrhoiden
    - in der Küche: Gewürz für Suppen, Gemüse, Kartoffelgerichten, Salate, Quarkspeisen, Eis, Maibowle, Brotaufstrich, zu Eierspeisen und Weichkäse
  • Sammelzeit:

    Pflanze / Blätter von April bis Juli


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