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Holunder, Sambucus nigra

  • Volkstümliche Namen: Elderbaum, Holder, Holler, Husholder, Keilken, Kisseke, Schwarzer Holunder, Schwitztee
    Pflanzenfamilie: Geissblattgewächse [Caprifoliaceae]
    Vorkommen: Europa;
    Wächst: von Februbar bis Oktober
    ..
  • Der Holunder ist in ganz Europa, ausser im Süden, in Westasien und in Nordamerika verbreitet.
    Er wächst in Gärten, Hecken, Gebüschen und an Flussufern. Er gedeiht am besten auf stickstoffhaltigen Böden, abgesehen davon ist er jedoch sehr anspruchslos. In ländlichen Gegenden wird dem Holunder eine abergläubische Bedeutung beigemessen. Dort wird der Strauch häufig in der Nähe von Wohnhäusern, Scheunen oder Viehställen gepflanzt. Früher galt er als Wohnsitz der Hausgötter, die den Hof vor Unheil beschützten. So sollte er etwa Diebstähle aufklären.Der Bestohlene musste hierfür kurz vor Sonnenaufgang zu einem Holunderstrauch gehen und mit der linken Hand einen Zweig gegen den Sonnenaufgang biegen, dabei folgenden Spruch aufsagen:" Ich tu dich drücken und bücken bis der Dieb das Gestohlene bringt."

    Nicht nur des Aberglaubens wegen wird der Holunder angebaut, sondern heutzutage hauptsächlich wegen seiner Heilwirkung. Seine Anwendung wurde bis in die Steinzeit nachgewiesen.

    Vorwiegend werden die Holunderblüten als Schwitzmittel in Form von Tee bei Erkältungen genutzt, daher sein Synonym Schwitztee, oder auch zur Stärkung des Immunsystems. Auch bei Rheuma und Gicht wird der Holunder erfolgreich eingesetzt. Der Saft der Beeren stärkt ebenfalls die Abwerkräfte, da er sehr viel Vitamin C enthält, jedoch sollten vorher die Körner entfernt werden, da sie leicht giftig sind.
    Die Rinde, Blätter und die Wurzel sollten nicht verwendet werden, da sie wegen des Blausäuregehlats giftig sind.

    Der Holunder kann allerdings bei unsachgemäßer Dosierung Nebenwirkungen auslösen. Beim Konsum von Holunderblüten treten in der Regel keine unerwünschten Nebeneffekte auf. Es sei denn sie werden in übergrossen Mengen verwendet.

    Magen-Darmbeschwerden wurden bei der Nutzung von Blättern und Rinde festgestellt. Auch beim Genuss der unreifen Früchte, da sie leicht giftig sind.

    Der ungekochte Beerensaft sollte wegen seiner reizenden Wirkung auf den Magen-Darmtrakt nich getrunken werden. Oft ruft er Erbrechen und Übelkeit hervor.


    In den Blüten, unreifen Früchten und in der frischen Rinde befindet sich 0,1% Sambunigrin (ein Blausäureglykosid), welches obige Vergiftungserscheinungen hervorruft.
  • Beschreibung:

    Der Holunder ist ein 1 bis 7 Meter hoch werdender Strauch.

    Kennzeichnend ist seine aschgraue, unangenehmriechende Rinde, die während seines Wachstums warzig wirkt, beim älter werden statt dessen Risse aufweist.
    Die stark ästigen Zweige sind mit einem weißen Mark durchzogen.
    Die Blätter des Strauchs sind gegenständig gestielt und unpaarig gefiedert am Zweig angeordnet.
    Die gelblichweißen Blüten verströmen einen starken Duft. Die flachen Trugdolden haben Ähnlichkeit mit einem Schirm und laufen in der Regel mit 5 Hauptästen zusammen.
    Der Kelch besitzt eine röhrige Form mit 5 Zähnen. Die gelble gelblichweissen Kronblätter weisen 5 runde Zipfelchen auf. Jede Einzelblüte hat 5 Staubblätter mit gelben Staubbeuteln.

    Im Herbst entwickeln sich aus den Blüten kleine, runde, glänzende schwarze bis schwarzviolette Früchte. Diese sind zwei- oder dreisamig.

  • Hauptwirkstoffe:

    Inhaltstoffe der Blüten: - Flavonoide, substituierte Carbonsäuren und ~ester, Steroide und Triterpene
    Wirkung: schweißtreibend, die Bronchalsekretion steigernd
    Verwendung. Teeaufguß bei Erkältungskrankheiten
    Traditionell: - auch bei rheumatischen Erkrankungen, Gicht, Ödemen, die Rinde als Abführ- und Brechmittel
    homöopathisch: - bei Säuglingsschnupfen, Bronchitis (besonders bei Kindern) und grippalen, nächtlichem Schweiß, Muskel- und Gelenkrheumatismus
  • Anwendung:

    · Erkältungen
    · Gicht und Rheuma
    · Stärkung des Immunsystems
    · Husten
    · Hautunreinheiten
    · Nervosität

    Die Holunderblüten werden vorwiegend als Teeaufguss verabreicht. Die Beeren werden in Form von Saft getrunken.
  • Sammelzeit:

    Blüten von Mai bis
    Pflanze / Blätter von Mai bis Juni
    Rinde von April bis Oktober
    Frucht von August bis September

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