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Blutjohannisbeere

hier wird über Anbau , Pflege und Ernte von Pflanzen und Kräutern diskutiert

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Schnecke67
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Blutjohannisbeere

Beitragvon Schnecke67 » 7. Okt 2007, 22:15

Hallo,
wir haben im Vorgarten eine bunte Hecke mit verschiedenen Pflanzen.
Z.B. Kirschlorbeer, Forsythie, Ilex, Ranunkel usw.
Ungefähr im Juli/August haben wir festgestellt, dass unsere Blutjohannisbeere eingeht. Die Blätter haben sich verfärbt und sind abgefallen. Nach Abschneiden eines Zweiges haben wir festgestellt, dass dieser gestorben ist.
Wir haben dann eine neue Blutjohannisbeere geflanzt. Diese ist nun auch eingegangen. Wir haben dann die Erde rund herum ausgetauscht und eine Forsythie gepflanzt. Nun sieht es aus als wenn auch diese eingeht.
Was kann das sein oder was können wir tun, damit dort nicht ein Loch entsteht weil keine Pflanzen mehr dort überleben.
Gruß Uta


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Kräuterfee
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Re: Blutjohannisbeere

Beitragvon Kräuterfee » 8. Okt 2007, 09:59

Hallo Uta,

es handelt sich um eine bzw. genauer gesagt um mehrere Pilzkrankheiten.
Betreff der Blutjohannisbeere (Ribes sanguineum) vermute ich die Blattfallkrankheit der Johannis- und Stachelbeere; diese wird durch den pilzlichen Schaderreger Drepanopeziza ribes verursacht.
Der Pilz überdauert den Winter auf den abgefallenen Blättern. Ab Anfang Mai erfolgt durch Wind und Regen von dort aus die Infektion der jungen Blätter. Innerhalb der Sträucher kann sich der Pilz bei feuchtwarmer Witterung im Sommer rasant ausbreiten und mehr oder weniger starker ausgeprägt sein. (gesunde, voll vitale Blätter, darüber hinaus auch Blattstiele und Triebe werden befallen). Die Empfindlichkeit der Blätter steigt mit zunehmendem Alter an. Unmittelbar nach dem Austrieb sind die Blätter noch kaum anfällig, etwa 2 Wochen später ist aber schon ein Höhepunkt der Anfälligkeit erreicht. Neben den primären Folgen des Befalls (Zuwachsverlust, absterbende Zweige) kommt es bei mehrjährigem Befall durch die verminderte Assimilation und die schlechtere Wasserversorgung der Gewebe zur Schwächung der Bäume und damit zur Dispositionserhöhung für andere Krankheiten. ;-)
Gegenmaßnahmen:
Zur Vermeidung der Frühjahrsinfektion vom liegen gebliebenen Laub aus sollte das Falllaub noch im Herbst zusammengeharkt und vom Strauch entfernt und entsorgt werden.

Zur Forsythie und den oben anderen Folgekrankheiten:
Die Krankheit heisst Zweigsterben und von dem Pliz Sclerotinia sclerotiorum verursacht. Die Rinde der Triebe wird befallen und rasch abgetötet. Wenn die Triebe geringelt sind, sterben sie distal von der befallenen Stelle ab. Normalerweise treibt die Forsythie unterhalb der toten Stelle neu aus, der Schaden bleibt also meist im Rahmen. – Bei Dir ist es eben ganz extrem. ;-)
In der Folge werden Blätter an den befallenen Zweigen welk und nekrotisch und die Rinde weißt schwarze Stellen auf.
Der Pilz liebt feucht-kühle Bedingungen und schattige Lagen. Erste Symptome erscheinen Mitte April bis Mai. Die Krankheit gehört zu denen, die fast jedes Jahr wiederkehren, die Forsythie aber nicht komplett zum Absterben bringen.
Zur Bekämpfung sollten die befallenen Triebe entfernt und vernichtet, am besten verbrannt, werden.

Sind es krebsartige Anschwellungen besonders an den Trieben von älteren Pflanzen. Bei stärkerem Befall kommt es zum Absterben der Triebe. Dann handelt es sich um den Bakterienkrebs (Corynebacterium fascians).
Befallene Triebe ausschneiden und entsorgen.

Wenn sich die Blüten und Triebspitzen sich im Frühjahr verfärben und braun und absterben, handelt es sich um die Blütenwelke, verursacht von den Pilzen Monilia spec. und Botrytis spec. Befallene Triebe ausschneiden und entsorgen.
MfG
Kräuterfee

Schnecke67
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Re: Blutjohannisbeere

Beitragvon Schnecke67 » 8. Okt 2007, 10:38

Vielen Dank für die vielseitige Antwort.
Aber was kann ich denn tun, damit meine Pflanzen "überleben" und vor allem meine Nachbarflanzen. Die sind schon so groß und das wäre total schrecklich.
Gibt es irgendwelche Mttelchen? Am liebsten auf Naturbasis, vielleicht alte Hausmittelchen.
Gruß Uta
:wink:

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Kräuterfee
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Re: Blutjohannisbeere

Beitragvon Kräuterfee » 8. Okt 2007, 11:03

Wie schon gesagt: für optimale Standortbedingungen sorgen und sorgfältig zur Bekämpfung, die befallenen Triebe/Blätter entfernen und vernichten, am besten verbrennen.
Eine Volldüngung im Frühjahr kräftigt die durch den Pilzbefall geschwächten Sträucher.
Die Blutjohannisbeere benötigt humosen Boden (pH 7). Wenn Kalk erforderlich, Algenkalk oder Gesteinsmehl benützen. Kompost einbringen.
Spritzen mit:
Schachtelhalmbrühe und Brennesseljauche mischen, mehrmals spritzen. Spritzungen mit Knoblauchtee oder Zwiebelschalenjauche sind auch möglich.

Forsythie:
Rückschnitt nach der Blüte; evtl. altes Holz an der Basis entfernenMan lässt die Sträucher frei wachsen und lichtet sie durch Entfernen größerer Triebe über dem Boden in größeren Abständen aus.
Die Forsythie bevorzugt eine warme, sonnige Lage. Im Herbst mischt man in die Erde rund um die Sträucher einen gute Dosis Humus/Kompost. Diese Art von Düngung verbessert die Struktur des Bodens und führt für 3-4-Monate Mineralsalze, besonders Stickstoff, zu.
Spritzen, wenn erforderlich: dito.
MfG
Kräuterfee

fauneric
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Re: Blutjohannisbeere

Beitragvon fauneric » 2. Sep 2008, 12:12

hallo,

habe mit em die besten erfahrungen gemacht.
http://www.bunkahle.com/Aktuelles/Gesun ... en_EM.html


   

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