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Heilpraktikerverband

Fragen zur Ausbildung, Erfahrungsaustausch mit anderen, Lernhilfen...

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SeeBär
Beiträge: 816
Registriert: 27. Jan 2002, 01:00

Schon recht so...

Beitragvon SeeBär » 4. Dez 2003, 16:54

Liebe Ursula,
habe mir das auch noch durch den Kopf gehen lassen, und stimme Dir voll zu.
Was marion O anbelangt ist es mir zu müßig, das auszudiskutieren, jeder Mensch sollte seine Qualifiaktionen beherrschen und eventuell, wie im Fall med-con auch ausspielen...und immer 3 Jahre auf einer psychiatrischen Abteilung für endogene/exogene Psychosen & Neurosen, naja, da schnappt man im Team nicht nur auf...da arbeitet man mit dem Wissen aus den Staatsexamina und lernt zur ganzen Theorie eine Menge hinzu...
Und noch was zur Info:
Der Berufsverband " Freie Heilpraktiker " warnt in seinem Organ, " WIR Heilpraktiker " vor med-con, ebenso wie in Mails die der Verband an seine Mitglieder geschickt hat...der Verband hat ein Auge auf med-con...

Einen lieben Gruß von der schmuddelwetterumtösten Küste
SeeBär Matthias


med-con

Beitragvon med-con » 4. Dez 2003, 18:28

Hallo SeeBär

Wir haben uns mit dem Verband Freie Heilpraktiker mehrfach auseinandergesetzt und zwar das erstemal im Mai dieses Jahres bezüglich des Praxisbedarfs an Arzneimitteln und das zweitemal bezüglich der Assistenzkräfte. In beiden Fällen haben wir Recht behalten und war die Ansicht des Verbandes falsch. Was hier gepostet wird, sind gezielte Diskriminierungen, die so nicht stimmen. Zum Beweis hierfür den Auszug aus einem Newsletter vom Mai dieses Jahres mit der Verbandsdiskussion.

W.L.

ARZNEIMITTELVERWENDUNG IN DER PRAXIS

Im vorigen Newsletter haben wir die drei Lösungsvarianten dargestellt, die bezüglich der Verwendung von apothkenpflichtigen Arzneimitteln üblich sind und die Vor- und Nachteile aufgelistet. Dabei haben wir dem Heilpraktiker die Variante 2 empfohlen.
Dies hat zu sehr vielen Zuschriften pro und kontra geführt und auch der Verband Freie Heilpraktiker hat sich geäußert.
Um hier das Problem zusammenhängend darstellen zu können, wiederholen wir einleitend nochmals Text und Argumentation aus unserem Newsletter 576 vom 4.5.2003


NOCH EINMAL: PRAXISBEDARF APOTHEKENPFLICHTIGER ARZNEIMITTEL
(Bereits veröffentlicht in Newsletter 576 vom 4.5.2003)

Die 8. Novelle zum Arzneimittelgesetz (1999) hat bezüglich des Praxisbedarfs keine Änderung gebracht, allerdings die Abgabe von apothekenpflichtigen Arzneimitteln auf die Apotheken beschränkt und insbesondere auch den Versand von Arzneimitteln durch Apothken - mit Ausnahme eines Zustell- und Botendienstes - beschränkt. Das Bundesverfassungsgericht hat dann den Versand von Impfstoffen den Apotheken gestattet.
Mißverstädnisse sind auch deshalb aufgetreten, weil in der amtlichen Begründung von einer Beschränkung des Praxisbedarfs auf die Notfallversorgung die Rede war.
Aufgrund dieser Rechtslage gab es im Jahr 2000 dann Äußerungen der Aufsichtsbehörden, in denen die Rechtslage teilweise restriktiv ausgelegt wurde. Als Beispiel hier aus einer offizielle Mitteilung der Kreisverwaltungsbehörde Unna.

.....aus aktuellem Anlaß und im Interesse einer einheitlichen Verfahrensweise gebe ich Ihnen den wesentlichen Inhalt einer Verfügung des Ministers für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW aus Mai d.J. zu folgenden Grundsatzfragen
- Umfang des Praxisbedarfs bei Heilpraktikern,
- patientenbezogene Verordnungen durch Heilpraktiker,
- Berechnung der vom Heilpraktiker angewendeten Arzneimitteln und
- unzulässige Absprachen zwischen Apothekern und Heilpraktikern
zur Kenntnis:
Heilpraktiker können Arzneimitteln, von denen der Inhalt einer Einheit (z.B. - Salbentuben, Spraydosen, Pflasterstreifen) bei mehreren Patienten verwendet wird, als Praxisbedarf vorrätig halten. Alle übrigen Arzneimittel sind individuell zu verordnen. Der Patient kann sie per Rezept in der Apotheke seiner Wahl beziehen und dort den Rat zum Arzneimittel einholen. Damit entfällt auch die Möglichkeit, die angewendeten Arzneimittel durch den Heilpraktiker dem Patienten in Rechnung zu stellen. Der Apotheker verstößt gegen apothekenrechtliche Vorschriften im Sinne einer Absprache, wenn er außerhalb des Praxisbedarfs Anstaltspackungen z.B. von Ampullen an Ärzte oder Heilpraktiker abgibt. Darüber hinaus vertrete ich die Auffassung, daß Heilpraktiker keinen Praxisbedarf bevorraten dürfen, der sog. .Notfallmedikamente. aus der Gruppe der verschreibungspflichtigen Arzneimittel (z.B. Suprarenin, Diazepam, Urbason Solubile) umfassen. Diese Arzneimittel dürfen ausschließlich nur von approbierten Ärzten, Tier- oder Zahnärzten im Rahmen ihrer ärztlichen Tätigkeit verordnet und auch therapeutisch am Patienten eingesetzt werden. Dem Heilpraktiker ist dieses vorenthalten. Sollte der Einsatz solcher .Notfallarzneimittel. in Ihrer Praxis erforderlich werden, so ist in einem solchen Falle unverzüglich der Notarzt durch Sie oder einen Ihrer Mitarbeiter herbeizurufen...
Aufgrund einer Nachfrage hat dann das Ministerium klargestellt, daß unter Praxisbedarf alle Arzneimittel zu verstehen sind, die der Heilpraktiker direkt beim Patienten anwendet.
In unserem Newsletter vom 20.4.2003 haben wir auf diese Rechtslage hingewiesen und viele Anfragen für die praktische Handhabung bekommen. Das Problem für viele Heilpraktiker besteht vor allem darin, daß sie bei Patienten hochwertige Arzneimittel (z.B. per Injektion) anwenden und diese dann - wie nach dem GebüH85 vorgegeben - zum Selbstkostenpreis in Rechnung stellen. Begründet wird dieses Verhalten damit, daß der Patient eine Erstattung von der Beihilfe oder PKV nur dann erhält, wenn er für das verwendete Arzneimittel eine Rechnung vorweisen kann. Da aber das Inrechnungstellen - egal ob zum Selbstkostenpreis oder mit Kalkulationsaufschlag - eine (verbotene) Abgabe darstellt, scheint guter Rat teuer.

Lösungsvariante 1 ist naheliegend: Der Patient besorgt das Arzneimittel in der Apotheke und händigt es dem Heilpraktiker zur Anwendung an ihm aus. Ist nur scheinbar rechtssicher, denn es ist die Frage, wer Endverbraucher des Arzneimittels ist. Denn die Abgabe von apothekenpflichtigen Arzneimitteln an Endverbraucher ist nur durch die Apotheke gestattet. Und da bestehen Zweifel, ob der Patient der Endverbraucher ist. Verbraucht werden sie tatsächlich durch den Heilpraktiker im Rahmen seiner Therapie.
Unabhängig davon ist aber dieses Verfahren nicht verantwortbar und würde zu einem erheblichen Haftungsrisiko des Heilpraktikers führen. Denn der Heilpraktiker hat aufgrund der Hygiene- und Sorgfaltsbestimmungen eine erhöhte Überwachungspflicht. Nicht nur das Verfallsdatum ist zu beachten, sondern auch die Lagerungs- und Handlingsvorschriften und insbesondere die Angaben auf dem Beipackzettel. Nur der direkte persönliche Bezug aus der Apotheke macht hier das Risiko überschaubar und den Aufwand praktikabel.

Lösungsvariante 2 ist sauber: Der Heilpraktiker bezieht aus der Apotheke entweder Klein- oder Großpackungen, legt einen Praxisvorrat an und verabreicht an den Patienten, ohne das Medikament im einzelnen zu benennen oder zu berechnen. Die Honorierung erfolgt zu einem vorher vereinbarten und schriftlich festgelegten Pauschalpreis.
Nachteil: Beihilfen und PKV werden dann an den Patienten voraussichtlich nicht erstatten, zumindest nicht die Arzneimittelkosten.

Lösungsvariante 3 ist gefährlich: Der Heilpraktiker bezieht und verabreicht wie bei Variante 2, berechnet aber dem Patienten einen Anteil. Verbotene Abgabe nach dem AMG, der Patient bekommt erstattet...
... oder auch nicht!
Denn die Versicherung muß Heilpraktiker-Rechnungen über Arzneimittel nicht anerkennen. Da der Heilpraktiker nicht abgeben darf, darf er auch keine Rechnung schreiben.
Außerdem - und das trifft im übrigen auch auf die Variante 1 zu - wird bei der Namensnennung eines bestimmten Arzneimittels immer häufiger der Einwand kommen, ob die Verschreibung wirtschaftlich vernünftig ist und ob es nicht eventuell ein Generika gibt, das in Erwägung gezogen hätte werden können.
Diese Variante (3) hat auch zivilrechtlich ihre Tücken, denn bleibt ein Patient mit der Bezahlung der Rechnung hängen, hat der Heilpraktiker keine Chance, seinen Anspruch im Klageweg durchsetzen zu können. Da die Berechnung als Abgabe gegen ein gesetzliches Verbot verstößt ist sie sittenwidrig und für sittenwidrige Leistungen ist eine Liquidation ausgeschlossen.

Der Heilpraktiker wird sich daher wohl oder übel für die Lösungsvariante 2 entscheiden müssen, wobei die Probleme mit der Versicherung oder Beihilfe in Kauf genommen werden müssen.
Dieses Inkaufnehmen hat zwei Gesichter: Entweder zahlt der Heilpraktiker die Medikamente aus der eigenen Tasche oder er sagt dem Patienten klipp und klar, daß er nicht gewillt ist, wegen einer möglichen Erstattung sich rechtswidrig zu verhalten.
Wobei hier natürlich nach den Realitäten zu relativieren ist. Bei den meisten Medikamenten, die theoretisch durch die Versicherung erstattungsfähig sind, ist der Selbstkostenpreis ohnedies gering, insbesondere dann, wenn der Heilpraktiker nicht auf Klein-, sondern auf Klinikpackungen im Praxisbedarf abstellt. Beispiel hier: Neuraltherapie.

Bei den wirklich ins Geld gehenden Mitteln ist meist eine Erstattungsfähigkeit ohnedies nicht gegeben. Dies bezieht sich vor allem auf Stärkungs- und Kräftigungsmittel (z.B. Thymustherapie).

Perspektivisch sollten sich die Heilpraktiker ohnedies darauf einstellen, die Verwendung apothekenpflichtiger Arzneimittel einer kritischen Überprüfung zu unterziehen. Die geplanten Änderungen des AMG werden zu einer drastischen Verringerung der durch Heilpraktiker verfügbaren Arzneimittel führen. Die Einschränkung der 1000-er-Regelung bei Homöopathika und die automatische Verschreibungspflicht bei Neuzulassungen zeigen hier bereits bedrohliche Wolken am Horizont für die Heilpraktiker, die sich hier zu sehr auf Arzeimittel orientieren.

STELLUNGNAHME DES VERBANDES FREIE HEILPRAKTIKER:

Die genaue und sichere Situation ist:

Die Abgabe apothekenpflichtiger Arzneimittel ist nur über Einzelrezeptierung möglich.
Der Patient erhält Rezept.
Er geht in die von ihm frei gewählte Apotheke.
Dort erhält er die Mittel und dort erhält er sein quittiertes Rezept.
Wenn es sich um Ampullenpräparate handelt, bringt er diese mit.
Aus diesen mitgebrachten Mitteln verabreicht der Heilpraktiker.
Hierfür berechnet der Heilpraktiker sein Honorar.
Das Rezept reicht der Patient, sofern er privatversichert oder beihilfeberechtigt ist, zur Abrechnung ein.

Einen g e r i n g e n Praxisbedarf für Notfallbehandlungen geeigneter Mittel für den Notfall (= auch Ampullen) kann er zur Verfügung haben. Hierüber erstellt der Heilpraktiker dann im Einzelfall wieder ein Rezept des verwendeten Präparates, welches der Patient aus der von ihm frei gewählten Apotheke bezieht und bringt es zur Auffüllung des Bestandes wieder mit.
So ist es genau nach Vorschrift und korrekt.
Alles andere beinhaltet erhebliche Risiken und stellt Verstöße gegen das AMG und auch gegen Apothekenverordnung dar, unabhängig von Versicherungsverhalten.

Auch die Abgabe von Bachblüten oder gar die Herstellung von Mischungen und auch die Abgabe von homöopathischen Mitteln, soweit diese nicht der Diagnosefindung in der Praxisverabreichung diehnen, ist nicht statthaft.

Soweit das Wichtigste ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

NACHFRAGE VON MED-CON UND ERGÄNZENDE ANTWORT.

> med-con schrieb:
> Sehr geehrter Herr Schmidt,
>
> danke für die Information, die wir so veröffentlichen werden.
> Bezüglich des letzten Absatzes (Bachblüten, homöopath. Mittel) stimme ich Ihnen vollinhaltlich zu.
> Bezüglich der anderen Verfahrensweise nehmen wir diese zur Kenntnis, haben aber insofern Bauchweh, als wir hier dem Heilpraktiker den Schwarzen Peter des Risikos überbürden.

Hier wird dem Heilpraktiker keinesfalls der schwarze Peter zugeschoben. Und hier muß man auch keinesfalls Bauchweh bekommen, auch wenn einem das Eine oder Andere in Rechts- und Ordnungsfragen nicht paßt. So geht er korrekt vor nach Recht und Gesetz.

> Bei diesem Verfahren kann die von der Rechtssprechung und vom Gesetzgeber gewünschte geschlossene Kette von sachgerechter Abgabe (was ja schließendlich der Grund für die Apothekenpflicht ist) nicht gewährleistet werden. Weder die Lagervorschriften für Medikamente noch die Gewährleistung der Chargensicherheit ist möglich und schon gar nicht der Bezugsweg. Was soll der Heilpraktiker tun, wenn er ein Medikament aus dem (legalen) Patientenbezug über einen ausländischen Internetversand erhält ??

Selbst wenn dem so wäre, kann er nun keine Gesetzesverstöße begehen und dadurch seine Erlaubnis sogar aufs Spiel setzen unabhängig von den Strafvorschriften. Der Arzneimittelmarkt und die Anwendung ist hochsensibel geworden.
Der Heilpraktiker verordnet ordnungsgemäß und er verwendet auch nur das Medikament, was der Patient ordnungsgemäß, entsprechend gekennzeichnet, aus der Apotheke bezogen hat. Die Packung enthält alle erforderlichen Angaben.
Er ist natürlich verpflichtet, sowohl Packungsangaben wie auch Übereinstimmung Inhalt etc. zu prüfen und zu vergleichen. Dies ergibt sich schon aus der obligatorischen Sorgfaltspflicht. Bedarfsweise kann der Heilpraktiker auch noch in seiner Karteikarte die Angaben der Packung, aus der er verwendet hat, notieren.

> Ganz abgesehen von der finanziellen Situation. Da macht ein Patient eine Thymuskur und zahlt in der Apotheke 1000 Euro und was rechnet dann der Heilpraktiker ab? Das steht überhaupt nicht im Verhältnis.

Der Heilpraktiker rechnet das ab, was er entsprechend Zeitaufwand, Praxiskosten, Lebenshaltungskosten, Leistungsbereich, Schwierigkeitsgrad etc., d.h. entsprechend einer vernünftigen Gesamtkalkulation unter Berücksichtigung der Verpflichtung im Rahmen dieses Heilberufes und unter Berücksichtigung der sozialen Aspekte seiner Patienten im Einzelfall zu kalkulieren hat.
Dies ist unabhängig davon, was im Einzelfall beispielsweise ein Medikament kostet. Er kann doch sein Honorar nicht am Medikamentenpreis ausrichten, wobei Ihr Beispiel nun nicht gerade die Regel ist.

> Wir glauben doch, daß hier Diskussionsbedarf besteht und auch die Rechtslage nicht so eindeutig ist.

Die Rechtslage ist schon sehr eindeutig, auch wenn immer wieder die Diskussion besteht, ob nun größere Mengen oder kleinere Mengen zur Praxisanwendung bevorratet werden dürfen oder nicht, aus denen dann an den Patienten verabreicht wird.

Mit freundl. Grüßen
Bernd R. Schmidt
Freie Heilpraktiker e.V.
Sternwartstraße 42, 40223 Düsseldorf
Tel.: 02 11 / 90 17 29-0
Fax: 02 11 / 3 98 27 10
http://www.freieheilpraktiker.com


KOMMENTAR ZUR STELLUNGNAHME DES VERBANDES:

Zunächst ist mal erfreulicherweise festzustellen, daß die Variante 3, die ja noch im GebüH85 steht, vom Tisch ist. Hier haben es die Verbände (zumindestens FH) wohl eingesehen, daß eine Weiterberechnung von apothekenpflichtigen Arzneimitteln - egal ob zum Selbstkostenpreis oder nicht - mit den Bestimmungen des Arzneimittelgesetzes nicht zu vereinbaren ist, da dies eine verbotene Abgabe ist.
Der Verband FH hat sich hier auf die Variante 1 zurückgezogen, verschärft natürlich noch dadurch, daß er bezüglich der Auffüllung des Praxisbedarfs er auch hier darauf abstellt, daß der Heilpraktiker dem Patienten eine Verodnung gibt, der das Rezept in der Apotheke einlöst und dem HP dann die erhaltene Packung übergibt.
Mit Recht und Gesetz hat allerdings die Ansicht des FH überhaupt nichts zu tun, sie ist lediglich eine Abkupferung der Regelungen bei Kassenärzten, wo hier das eine oder andere Sinn macht. Nicht jedoch beim Heilpraktiker.
Das beginnt schon damit, daß eine Verordnung durch den Heilpraktiker gesetzlich überhaupt nicht normiert ist und nur noch in der BOH insofern rumspukt, als auf die Verordnung der Verbandsstempel gedrückt werden soll. Ob der Heilpraktiker nun mit oder ohne Stempel verordnet, hat arzneimittelrechtlich überhaupt keine Relevanz. Sowohl der Patient als auch der Heilpraktiker bekommt jedes infragekommende Arzneimittel in jeder Apotheke und in jeder gewünschten Menge. Hier geht es ja nicht um Medikamente, die einer ärztlichen Verschreibungspflicht unterliegen, sondern um eine Medikamentengruppe, bei der 90% zur Selbstmedikation über den Ladentisch gehen.
Gesetzlich auch nicht normiert ist die Menge dessen, was ein Schüler oder eine Oma an diesen Arzneimitteln (selbst gekauft, apothekenpflichtig, nicht der ärztlichen Verschreibungspflicht unterliegend) im Schrank haben darf. Was für den Schüler und die Oma gilt, trifft auch auf den Heilpraktiker zu, so daß es völlig irrelevant ist, über den Umfang des Praxisbedarfes zu diskutieren (das sieht bei Ärzten mit verschreibungspflichtigen Medikamenten natürlich anders aus). Der Heilpraktiker kann also zwei Zimmer mit bis an die Decke gestapelten Ampullenpackungen haben - er verletzt damit kein Gesetz und keine Vorschrift.
Was er nicht darf, ist eine einzige dieser Ampullen abgeben. Abgeben heißt, sie dem Patienten mitzugeben oder an ihm zu verwenden u n d sie berechnen. Keine Abgabe liegt dann vor, wenn sie der Heilpraktiker lediglich am Patienten anwendet. Das ist durch die allgemeine Therapiefreiheit des Heilpraktikers gedeckt. Verboten ist daher nur die Abgabe, nicht aber die Verwendung! (OVG Münster Urteil vom 2.2.1997, NJW 1998, 847 ff)

Sicherlich ist das bei Ärzten in Zusammenhang mit verschreibungspflichtigen Medikamenten etwas anderes. Denn verschreibungspflichtige Medikamente dürfen ja nicht an jedermann in beliebiger Menge abgegeben werden und so ist hier der Patientenbezug aufrechtzuerhalten. Das ist aber eine rechtliche Ebene, die sich nicht am AMG festmacht, sondern an den Berufsordnungen der Apotheken und der Ärzte und insofern für den Heilpraktiker in keiner Weise relevant ist.

Es bleibt daher bei der Empfehlung, die Variante 2 anzuwenden, da diese auch der Umgangspraxis mit apothekenpflichtigen nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln bei Berufen unterhalb der Heilebene entspricht. Jeder Physiotherapeut würde sich über Regelungen, wie sie hier der FH vorstellt, schlicht und ergreifend totlachen. Für ihn ist es selbstverständlich, daß er die Mittel aus der Apotheke bezieht und sie beim Patienten anwendet. Im nächsten Abschnitt stellen wir der Vollständigkeithalber die Arzneimittel- und Produktrichtlinien der Arbeitsgemeinschaft Biopraktik (AGBP) vor. Dabei wird auch die Möglichkeit eröffnet, daß Heilpraktiker Mitglied der AGBP Biopraktik werden können und so diese Richtlinien für sie anwendbar werden.

Noch ein Wort zu den Ausführungen des FH über die Kalkulation. Diese Faktoren aus der Phrasendreschmaschine ergeben auch in diesem Gemenge keine vernünftige Kalkulation, auch wenn auf das Konservierungsmittel GebüH85 verzichtet wurde. Die Kalkulation eines Heilpraktikers richtet sich einzig und allein nach seiner Leistungsfähigkeit und der Akzeptanz des Marktes. Und da spielt der Medikamenpreis sehr wohl eine Rolle. Das von uns angeführte Beispiel einer Thymuskur mit einem Medikamentenpreis von 1000 Euro und 10 Abrechnungen nach 25.2 zu je 5,20 Euro ist mit Sicherheit nicht repräsentativ, zeigt aber, daß hier die Verhältnisse nicht stimmen. Denn wer bereit ist, 1000 Euro auf den Tisch der Apotheke zu legen, ist auch bereit, für die Gesamtbehandlung auch 1250 Euro beim Heilpraktiker zu bezahlen. Der Markt gibt das bei dieser Zielgruppe her. Und allein darauf kommt es an.


RECHTSSPRECHUNG ZUR ABGABE VON ARZNEIMITTELN

Wie kompliziert das Arzneimittelrecht wirklich ist, zeigt der Fall eines Arztes aus dem Kreis Detmold, der Arzneimittel verstorbener Patienten zurückgenommen hatte und sie kostenlos an andere Patienten abgab. Wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz (§§ 43, 47) erhielt er vom Landratsamt Detmold ein Bußgeld von 5.000 DM.
Ein Abmahnverein, dem die Landesärztekammer und verschiedene Apothekenkammern angehören, mahnte darüberhinaus den Arzt wegen Verstoßes gegen das UWG (Gesetz gegen den Unlauteren Wettbewerb) ab und verlangte die Abgabe einer Unterlassungserklärung. Das Landgericht Detmold (Az.: 8 O 105/00) und das Oberlandesgericht Hamm (Az.: 4 U 112/00) haben dieses Begehren abgewiesen, da ein Verstoß gegen das AMG nicht gleichzeitig und zwingend einen Wettbewerbsverstoß beinhaltet.
Leider wurde in der Presse nur das Urteil des OLG Hamm breitgetreten und die Ahndung des Verstoßes gegen das AMG 'vergessen' und daraus geschlußfolgert, daß eine Abgabe von Arzneimittel durch Ärzte zumindest nicht verboten ist. Diese Schlußfolgerung ist natürlich falsch.
Aufgrund der Wichtigkeit haben wir den Volltext des Urteils OLG Hamm auf unserer Webseite bereitgestellt.


AGBP-RICHTLINIEN ARZNEIMITTEL UND PRODUKTE
(Auszug)

Apothekenpflichtige Arzneimittel:

Arzneimittel, die einer ärztlichen Verschreibung bedürfen, dürfen von Biopraktikern und Heilpraktikern weder vorrätig gehalten, an Patienten angewandt, noch an Patienten abgegeben werden. Das selbe gilt für Betäubungsmittel.
Apothekenpflichtige Arzneimittel, die keiner ärztlichen Verschreibung bedürfen, können von Biopraktikern und Heilpraktikern in öffentlichen Apotheken bezogen und in beliebiger Menge vorgehalten werden. Die Abgabe an Patienten ist verboten (§ 43 AMG), wobei es keinen Unterschied macht, ob die Abgabe entgeltlich ist oder nicht und in welcher Menge die Abgabe erfolgt.
Die Arzneimittel können jedoch im Rahmen der Behandlungs- bzw. Therapiefreiheit direkt am Patienten angewandt werden. Eine Anwendung liegt jedoch nicht mehr vor, sondern wird zur Abgabe, wenn Menge, Art, Name oder Bezeichnung des Arzneimittels auf der Rechnung oder in anderen Papieren, die dem Patienten ausgehändigt werden, ersichtlich sind. Die Verpflichtug zur Angabe in den Handakten bleibt unberührt.
Werden Arzneimittel am Patienten angewandt, ist für die Behandlung ein Inklusivpreis zu bilden, der keine Unterscheidung zwischen Arzneimittelpreis und anderen Behandlungsleistungen erkennen lassen darf. Die Inkulusivpreise sind ggf. gesplittet nach Behandlungsarten nach den Bestimmungen der Preisangabenverordnung bekanntzumachen.
AGBP-Mitglieder, die nicht Heilpraktiker sind, dürfen Arzneimittel, die zur Festellung, Linderung und Heilung von Krankheiten, Köperschäden und Leiden bestimmt sind, für diese Zwecke nicht an Patienten anwenden.

Freiverkäufliche Arzneimittel:

Für die Verwendung von freiverkäuflichen Arzneimitteln gelten die Bestimmungen für apothekenpflichtige Arzneimittel mit der Maßgabe, daß der Bezug nicht über eine öffentliche Apotheke erfolgen muß. Der Bezug kann vielmehr über jede dafür zugelassene inländische Verkaufsstelle erfolgen. Eine inländische Verkaufsstelle ist zugelassen, wenn der Verantwortliche sachkundig im Sinn des § 50 AMG ist.
Die Abgabe von freiverkäuflichen Arzneimitteln ist für Biopraktiker und Heilpraktiker zulässig, wenn sie über die Sachkunde nach § 50 AMG verfügen.

Medizinprodukte:
Unter dem Begriff Medizinprodukte werden neben Apparaten auch Nebenprodukte verstanden, die für medizinische Zwecke eingesetzt werden. Beispielsweise ist eine Software für eine medizinische Überwachungsapparatur ein Medizinprodukt, aber auch der Sauerstoff für medizinische Verwendung. Aus rechtlichen und abrechnungstechnischen Gründen werden von der Pharmaindustrie auch Arzneimittel als Medizinprodukte angeboten. So gibt es zum Beispiel die Hylaruonsäure (z.B. zum Unterspritzen von Falten u.a.) in gleicher Qualität sowohl als verschreibungspflichtiges als auch als nichtverschreibungspflichtiges Arzneimittel und auch als (nichtapothekenpflichtiges) Medizinprodukt.
Für Medizinprodukte gelten die Richtlinien für Arzneimittel sinngemäß

Nahrungsergänzungsmittel:
Nahrungsergänzungmittel sind Lebensmittel, die sich aufgrund ihrer Wirksamkeit (z.B. Vitamine) und in ihrer Darreichungsform (Tabletten, Kapseln, Tropfen) von der üblichen Verkehrsauffassung von Lebensmitteln unterscheiden, aber nicht Arzneimittel im Sinne des AMG sind.
Nahrungsergänzungsmittel dürfen von Biopraktikern oder Heilpraktikern unbeschränkt verwendet und abgegeben werden. Einer besonderen Erlaubnis bedarf es hierzu nicht.
Nahrungsergänzungsmittel werden vielfach in sogenannten Strukturvertrieben vermarktet, was bedeutet, daß jeder Käufer zum Verkäufer werden kann und dabei eine stufenweise Provisionsregelung besteht. AGBP-Mitglieder dürfen sich nicht an Strukturvertieben beteiligen, da Strukturvertriebe betriebswirtschaftlich bedenklich und das Werben von Käufern als Verkäufer unseriös ist. Meist liegen auch Verstöße gegen das Heilmittelwerbegesetz vor, da sich die 'Laienempfehlungen' meist emotional äußern.
Vielfach besteht bei zu agressiver Werbung auch die Gefahr, daß das ursprüngliche Nahrungsergänzungsmittel zum 'Arzneimittel' beworben wird und es dann aufgrund der Verkehrsauffassung zu einem illegalen Arzneimittelvertrieb kommt. Beispiel hierfür ist der Fall 'Bachblüten'.
Nahrungsergänzungsmittel können vom Biopraktiker oder Heilpraktiker auch zubereitet und abgepackt werden. Insofern können auch Großpackungen bezogen und unter dem Eigennamen des Verkäufers vermarktet werden. Zu beachten sind allerdings die Kennzeichnungsvorschriften nach dem Lebesmittelrecht.

(Diätetische) Lebensmittel:
Hierbei handelt es sich um Lebensmittel, die als solche Verwendung finden, bei denen aber ein allgemeiner gesundheitlicher Hintergrund entscheidend ist.
Vielleicht liegt hier sogar die Zukunft der homöopathischen Arzneimittel. Zur Zeit wird von einigen Unternehmen entsprechendes vorbereitet. 'Milchzucker-Zubereitung mit den biologischen Informationen von Belladonna C 6' wäre zum Beispiel eine Möglichkeit.
Auch bei den Bachblüten-Essenzen ist man schon auf dem Trip, einfach Alkohol-Zubereitungen zu entwickeln. Unsere alten Klosterbrüder mit ihren Likören lagen da gar nicht so falsch.
Und auch der Apotheker, der Coca-Cola erfand, hatte bereits den richtigen Riecher. Zwar hat er und sein Konzern nie öffentlich behauptet, daß Coca-Cola die gleiche Wirkung hat, wie der Gallensaft, es sprach sich aber sehr schnell herum, daß dieses Getränk wesentlich wirkungsvoller und wesentlich preiswerter ist als jedes Gallenmedikament.
(Diätetische) Lebensmittel können von Biopraktikern und Heilpraktikern - unter Beachtung der lebensmittelrechtlichen Vorschriften - verwendet und abgegeben werden.
Was aber nicht bedeutet, daß man unter dem Deckmantel eines Bio- oder Heilpraktikers eine Schnapskneipe betreiben darf.
Diese Lebensmittel können vom Biopraktiker oder Heilpraktiker auch zubereitet und abgepackt werden. Insofern können auch Großpackungen bezogen und unter dem Eigennamen des Verkäufers vermarktet werden. Zu beachten sind allerdings die Kennzeichnungsvorschriften nach dem Lebesmittelrecht.

Kosmetika
Kosmetika können vom Biopraktiker und Heilpraktiker verwendet und abgegeben werden. Auch die Zubereitung und Abpackung ist gestattet. Die entsprechenden Fachvorschriften sind zu beachten.

med-con

Beitragvon med-con » 4. Dez 2003, 18:43

Und hier gleich der zweite Fall im September, wo der Verband nur heiße Luft produzierte und wir konkrete Hilfestellung für den Heilpraktiker geben (Auszug aus Newsletter 594 vom 7.9.2003:

W.L.

DESINFORMATION EINES VERBANDES

In der Verbandzeitschrift ''top-Heilpraktiker'' der Freien Heilpraktiker e.V. wird zum Thema Assistenzkräfte Stellung genommen - nachdem wir bereits das Problem vor Wochen angerissen hatten. In ''top'' heißt es einleitend: ''Aus gegebenem Anlaß, staatsanwaltliche Ermiitlungen in verschiedenen Fällen wegen Verstöß gegen Heilpraktikergesetz und Körperverletzung, wird nachofgend zur Thematik, so wie sich zum derzeitigen Zeitpunk darstellt, Stellung genommen. Aufgrund der offensicht nicht eindeutigen Rechtslage muß die Stellungnahme ohne Haftung und Gewähr erfolgen...''
Ja und damit gibt der Autor zu, daß er die Problematik nicht erfaßt hat, so sieht dann auch der nachfolgende Artikel aus. Denn die Rechtslage ist eindeutig. In zwei Drittel des obigen Artikel geht es um Injektionen und hier bezieht der Autor seine Weisheit aus den Rechtskommentaren für die ärztliche Berufsausübung. Nur das Problem der Assitenzkräfte bei Heilpraktikern ist überhaupt nicht mit dem Arztrecht zu vergleichen und Injetion oder Nichtinjektion ist ein Nebenschauplatz, der mit dem eigentlichen Problem nichts zu tun hat.
Zunächst einmal folgendes: Ärzte dürfen Heiltätigkeiten delegieren, weil ihnen das nach der Berufsordnung gestattet ist. Heilpraktiker dürfen dies nicht, weil § 1 Absatz 2 Heilpraktikergesetz jedes Ausüben der Heilkunde - auch im Dienste von anderen - verbietet. Ausüben von Heilkunde ist dabei (nach HPG) ''Feststellen, Heilen und Lindern von Krankheiten, Körperschäden und Leiden''..
Und wenn der Heilpraktiker mit der 6. Sinfonie von Beethoven heilt (weil er damit eine Krankheit heilen oder lindern will), dann darf die Assistenzkraft weder die CD einlegen noch die Lautstärke regeln. Punkt. Und da kommt es bezüglich des Heilbegriffs nicht darauf an, ob der Heilpraktiker dabei ist, ob die Anlage entsprechend elektrisch abgesichert ist oder ob durch die Schallwellen Schäden entstehen können.
Steht die Anlage im Wartezimmer und werden die Patienten mit der 6. Sinfonie nur eingestimmt oder beruhigt, ist das kein Heilen im Sinne des HPG und dann darf die Assistenzkraft alles. Von mir aus auch mitsingen. Dann geht es nur noch darum, ob die GEMA auch regelmäßig bezahlt wird.
Daß sich bei der Diskussion über Heilen und Nichtheilen, jedwede Laiendiskussion (oder auch die Diskussion unter halbinformierten Medizinern) immer wieder auf die Injektionen oder invasiven Verfahren zuspitzt, muß irgendwo im psychologischen Bereich gesucht werden. In Wahrheit gibt es keine gesetzliche Bestimmung, die es dem Arzt erlaubt zu spritzen oder Blut abzunehmen und es dem Laien verbietet. Und auch dem Heilpraktiker wird mit seiner Zulassung keine Erlaubnisurkunde für die Anwendung invasiver Verfahren ausgestellt. Eine Injektion ist und bleibt, von Lieschen Müller oder von Dr.med.Schlumpf angewendet, gleichermaßen eine Körperverletzung, die nur deshalb straflos bleibt, weil der Empfänger vorher eingewilltigt hat. Und ob daher eine Injektion zulässig oder unzulässig ist, entscheidet sich ausschließlich an der Qualität der Aufklärung und Einwilligung und nicht an der persönlichen Qualifikation des Ausübenden.
Der Ratschlag aus ''top'' derartige Assistenzleistungen müsse eben der Heilpraktiker überwachen und verantworten und ''dabei sein'' ist daher grottenfalsch. Das Gegenteil ist richtig: Die Aufgabengebiete müssen strikt in Heilen und Noch-nicht-Heilen oder Nicht-mehr-Heilen getrennt werden. Und wenn die Assistentin eben beim Heilen des Heilpraktikers durch die 6. Sinfonie mithilft, verstößt sie gegen das Heilpraktikergesetz und ist Futter für den Staatsanwalt.
Wird jedoch definiert, daß die Assistentin als Tonmeisterin tätig ist (was nicht nachträglich als Ausrede herangezogen werden kann, sondern beispielsweise in der Patientenaufklärung enthalten sein muß), gibt es keine Probleme.
Wir haben vor zwei Wochen im Newsletter angeboten, die Assistenzkräfte über die Arbeitgemeinschaft Biopraktik (AGBP) entsprechend zu zertifizieren und damit dem Heilpraktiker eine klare und saubere Rechtsposition zu geben. Im Gegensatz zum ''top''-Autor des Verbandes berufen wir uns hierbei nicht auf eine unklare Rechtslage und lassen heiße Luft ab, sondern können sehr wohl auch im Einzelfall kompetent entscheiden und vor Ort abklären und zertifizeren, was zulässig ist und was nicht.
Noch einmal unsere Kondition für diesen Service: Mitgliedschaft der Assistenzkraft in der AGBP: Aufnahmegebühr 120 Euro, Monatsbeitrag 10 Euro. Nach Eingang der Aufnahmegebühr und mindestens 1 Monatsbeitrages Zertifizierung der Assistenzkraft für genau umschriebene Tätigkeiten nach Vorgespräch mit dem Heilpraktiker (vor Ort in der Praxis) Pauschalpreis 280 Euro.
Die Zertifizierung schließt die Übergabe der entsprechenden Richtlinien an Assistenzkraft und Heilpraktiker mit ein und damit übernimmt med-con die klare Gewährleistung dafür, daß die Abgrenzung der Tätigkeiten praktikabel und rechtssicher ist.

ocean
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Beitragvon ocean » 5. Dez 2003, 01:56

so und weiter gehts - die frage hat noch keine vernünftige antwort bekommen und das *ich weiss alles besser* geht schon wieder los.

damit entgehen euch viele menschen. gibt leider auch andere boards, die weitaus mehr zulauf haben als ihr und auf denen man richtige antworten bekommt. *kopf schüttel* echt traurig.

kann man hier keinen thread schliessen? sinnlos ist er alle mal.


lg ocean

SeeBär
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Registriert: 27. Jan 2002, 01:00

Sprichwort..

Beitragvon SeeBär » 5. Dez 2003, 13:19

Ach Herr Lammery, mögen Sie doch ellenlange Texte und NewsLetters um sich verschleudern,...es ist und bleibt ohne Inhalt, ohne Sinn und verfehlt jeglichen Bezug...Wir Heilpraktiker tun gut daran, uns an unsere Berufsverbände zu halten und auf med-con und ähnliche Vertreter zu verzichten, die einen ehrbaren Berufsstand ehrlos ausnutzen...
Heilpraktiker, die sich abhängig machen von Pharmaindustrie, Arzneimitteln und Firmen wie med-con kann man nur warnen und letztendlich in manchem Fall bedauern...
Ein altes plattdeutsches Sprichwort besagt:

Nicht was Du bist ist`s was Dich ehrt
erst wie Du bist bestimmt den Wert

In diesem Sinne einen lieben und bedauernden Gruß von der Küste

HP Matthias Schaper
SeeBär

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marionO
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Beitragvon marionO » 5. Dez 2003, 14:23

Hallo zusammen,
tut mir leid, mein Beitrag oben hätte natürlich noch in den anderen geteilten Bereich gehört. Vielleicht kann das noch jemand verschieben.

Ich für meinen Teil finde es zu früh, als HP-Anwärter schon in einen Verband zu gehen. Dazu weiß man doch noch viel zu wenig über die Politik dieser Verbände und welchen Service und Rückhalt man später brauchen wird.

Viele Grüße,
marionO


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Ernst
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Registriert: 12. Dez 2003, 10:21

Beitragvon Ernst » 17. Dez 2003, 16:01

Um noch einmal zum Ausgangsthema zurückzukommen:
Ich bin ja auch Anwärter. Habe deshalb den Tip von Seebär befolgt und um Informationen bei den Verbänden gebeten. Postwendend kam dann per Mail die Antwort des FDH-Bonn:
Sehr geehrter Herr W...,

bitte wenden Sich sich nach Ihrer HP-Prüfung an uns.
Wir nehmen in Ausnahmefällen nur Schüler unserer Schulen bereits auf, ansonsten erst, wenn sie ausgebildet sind.

MfG C. Müller
Also zumindest bei diesem Verband sind Anwärter dort wohl nicht so willkommen.
Verstehe ich aber nicht, da der Landesverband Niedersachsen beispielsweise auf seiner Seite für die Anmeldung mit einer Gebühr für Anwärter wirbt. Ich weiss - das ist ja auch ein selbständiger Verband, aber trotz allem sollten bei der Aufnahme doch einheitliche Regeln (zumindest keine gegensätzlichen zum Dachverband) bestehen, oder? Komme allerdings aus Schleswig-Holstein und da habe ich keine Info´s zu den Aufnahmebedingungen gefunden. Weiss da jemand etwas drüber?

Na ja, mal sehen was die anderen Verbände mir schreiben.

Grüße von der Waterkant

ocean
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Beitragvon ocean » 17. Dez 2003, 21:50

also in ostfriesland is gar nichtzs-soweit bin ich schon ....

lg ocean

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Ernst
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Beitragvon Ernst » 17. Dez 2003, 22:23

Wie???
Bei Euch gibt´s gar nichts. Kein Berufsverband der Euch aufnimmt? Oder wie meintest du das?
Grüße von der Waterkant
Ernst

Die Intelligenz läuft mir ständig nach - Aber ich bin schneller

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Burkhard
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Für einen Lesefaulen

Beitragvon Burkhard » 18. Dez 2003, 21:02

Hi Med-Con,

sei so lieb und fasse das was Du oben schreibst,
für mich ganz persönlich,
in 5 Kernsätze zusammen.

Ich danke Dir recht herzlich

Burkhard

med-con

Beitragvon med-con » 18. Dez 2003, 21:34

Es sind zwei von vielen Beispielen, wo die HP-Verbände die Heilpraktiker falsch informieren.
Erstens war hier das Beispiel der Handhabung des sogenannten Praxisbedarfs, also der Arzneimittel, die der Heilpraktiker in seiner Praxis an Patienten anwendet. Hier hat der Verband FH ein Verfahren empfohlen, das seit 7 Jahren durch das Arzneimittelgesetz verboten ist.
Zweitens war das Beispiel der Assistenzkräfte. Hier geht es darum, daß die Tätigkeit des HP nur höchstpersönlich ausgeübt werden und Beschäftigte (im Gegensatz bei Ärzten) mit dem Gesetz in Konflikt kommen können. Hier hat der Verband eine Info herausgegeben, die mit dem Arztrecht begründet war.
Kernpunkt meiner Aussage war, daß kein Heilpraktiker einen Verband braucht, die Verbände aber die Heilpraktiker.
Dies erfolgte auf einen Angriff eines Teilnehmers hier, der behauptet hat, der Verband FH würde uns "kritisch" gegenüberstehen.

W.L.

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Burkhard
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Fazit?

Beitragvon Burkhard » 18. Dez 2003, 22:40

Hi W.L.

was ich nach kurzem, unbedarften hinsehen empfinde:

5 Verbände in D für den Berufsstand der HP's, die sich untereinander auch nicht grün sind - kann das gesund sein? (Mein Eindruck - Nein!)

was Du erzählst:

Fehlinformationen werden gestreut zu Arzneimittelgebrauch, Assistentenregelungen usw. (meine Fragen: ist das Absicht, Kalkül - mit welchem Ziel? - oder einfach Dummheit, Unvermögen?)

was soll ich daraus ableiten?

-Verbände meiden? nur woher bekomme ich dann notwendigen Informationen?
- den 6. Verband gründen - der dann alles besser macht?
- was ist denn Dein Weg aus dem Dilemma?

Herzlich grüßt Dich
Burkhard



   

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