Was darf ein HP-Psychotherapie, was ein HP?

Moderator: Angelika

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birgit0403
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Registriert: 21. Aug 2003, 10:18

Was darf ein HP-Psychotherapie, was ein HP?

Beitrag von birgit0403 »

Hallo,

ich versuche für mich etwas Licht ins Dunkel zu bringen, da ich gerde eine Ausbildung zum HPP angefangen habe und mich nun langsam frage, ob es überhaupt die richtige Qualifikation wäre??? Mein Ziel ist es, später - nach umfassender Kenntniss in Theorie und Praxis - Menschen mit psychischen/seelischen Störungen oder auch "nur" Problemen zu helfen/zu beraten. Ich würde dies auch gerne durch homöopatische Mittel unterstützen und frage mich nun, ob dies überhaupt legal wäre (als HPP).
Ernsthafte psychische Erkrankungen (wie z.B. Schizophrenie etc) möchte ich nicht behandeln wollen, da ich mir dies (auch wenn mein Wissen irgendwann einmal sehr umfangreichem sein sollte) niemals zutrauen würde.

Hier sind nun meine Fragen:
- darf ein (großer) Heilpraktiker auch psychotherapeutisch behandlen? wenn ja, was - und was nicht?
- welche psychischen Krankheiten darf ein HPP nicht behandeln?
- darf ein HPP mit homöopatischen Mitteln arbeiten?


Ich freue mich über jede Antwort und sage schonmal lieben Dank!
Viele Grüsse von Birgit

:wink:

med-con

Beitrag von med-con »

1. Ein Heilpraktiker (Vollzulassung) darf alle psychotherapeutschen Krankheiten behandeln
2. Ein Heilpraktiker (Psyhotherapie) darf ebenfalls alle psychotherapeutischen Krankheiten behandeln, nicht jedoch die biologischen Auswirkungen (z.B. Lebenschäden bei/nach Alkohlismus)
3. Der Einsatz von homöopatischen Mitteln ist möglich, wenn Punkt 2 beachtet wird.

Hier noch folgende Anmerkung:
a) Im Gegensatz zum Psychotherapeuten nach dem Psychotherapeutengesetz, der nur nach schulmedizinischen Verfahren behandeln darf, stehen dem Heilpraktier (beiden) alle Therapien offen.
b) Für verschiedene pt. Krankheiten gibt es zwar kein Behandlungsverbot, allerdings ein Werbeverbot (z.B. Alkoholismus)
c) Der Heilpraktiker (PT) kann nicht mit der Krankenkasse abrechnen, auch Privatversicherungen honorieren diese Leistungen nicht.
d) Ich würde stets Vollzulassung empfehlen, da der Lernstoff beim eingeschränkten nicht weniger (nur anders) ist und die wirtschaftlichen Prognosen für den HP(PT) sehr ungünstig sind. Eine Praxisgründung HP(PT) ist praktisch nur dann verantwortbar, wenn man über einen Betrieb oder einen Verband genug Patienten hat, die die Leistungen selbst und bar bezahlen (z.B. Managertraining, Mobbingberatung o.ä.)
e) In den üblichen Ausbildungen des HP(PT) werden die für die Zulassung erforderlichen schulmedizinischen Kenntnisse der PT vermittelt, die aber dann in der Praxis nichts nutzen, weil diese von den Psychotherapeuten (PT-Gesetz) über Krankenkasse angeboten werden und der im Wettbewerb stehende HP(PT) nur mit alternativen Verfahren ein Bein auf die Erde bekommt.

Wolfgang Lammery

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