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Lichen sclerosus

Rund um die Probleme der Frau

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Sidoni
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Lichen sclerosus

Beitragvon Sidoni » 28. Aug 2005, 08:11

Hallo an alle

Meine Freundin hat Licchen sclerosus im fortgeschrittenen Stadium, nach Jahren nun endlich eindeutige Diagnose.
Aussage der Ärzte: Keine Heilung, keine Besserung, allenfalls Stoppen der Krankheit im jetzigen Stadium.

Die Schamlippen sind fast ganz verschwunden, Tampon nicht mehr benutzbar, weil die Scheide zu eng geworden ist, an Sex nicht zu denken, und wir haben die Vermutung, dass ihre jahrelangen heftigen Blasenentzündungen auch schon wegen dieser Krankheit gekommen sind, ohne dass ein Arzt diesen Verdacht gehabt hätte. Übrigens ist eine operative Erweiterung der Harnröhre bereits vor längerem erfolgt.

So, nun stehen wir mit dieser Diagnose da! Anmeldung in der entsprechenden Selbsthilfegruppe ist erfolgt, was man aus dem Internet erfährt, ist eher deprimierend, weil es nirgends wirklich Hoffnung gibt.

Nun beschäftigt mich der Gedanke an die psychische Seite meiner Freundin. Sie hat einen sehr problembeladenen Lebensweg, u.a. überlebten sie und ihr Sohn den Mordversuch ihres Mannes nur knapp. Gericht - Scheidung - Geldsorgen. Sehr nachdenklich jedoch macht mich ihre nicht vorhandene Erinnerung an ihre 6 ersten Lebensjahre. Der Tag, an dem sie von der Familie weg ins Heim kam ist ihr erster Erinnerungstag, sie war sechseinhalb Jahre alt.
Ein Psychotherapie vor einiger Zeit kam zu dem Schluss, dass man diese fehlende Erinnerung besser ruhen lässt, da meine Freundin sagt, sie wolle gar nicht wissen, was ihr da geschehen ist, bzw hätte sie damit abgeschlossen.

Vielleicht kann jemand von euch meine Ahnung einer Verbindung von eventuellen Geschehnissen in der Kindheit zu der Selbstzerstörung ausgerechnet der Geschlechtsorgane durch den eigenen Körper verstehen?
Ich weiß, dass der Prozess des schmerzhaften Erinnerns und Verarbeitens ev. mit Hypnose verkürzt werden kann.


Bei vorsichtigem Andeuten wehrte sich meine Freundin gegen alle Zusammenhänge, die bestehen könnten. Ich weiß, dass Hilfe nur möglich wird, wenn sie selbst dazu bereit ist. Sie meint, es könne keine Garantie geben, dass es ihr hinterher noch schlechter ginge, wenn sie Erinnerung habe und diese nicht verarbeiten könne und dazu dann noch krank ist.

Ich verstehe sie, doch ich kann irgendwie nicht zuschauen, dass es ihr immer schlechter und schlechter geht. Was kann ich, außer einfach dasein, noch tun?

es grüßt
eine ziemlich hilflose Sidoni


Sidoni
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Beitragvon Sidoni » 7. Sep 2005, 10:19

Schade, dass niemand einen Rat weiß

Sidoni

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*brigitte*
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Beitragvon *brigitte* » 7. Sep 2005, 12:47

Hallo liebe Sidoni,

ich glaube nicht dass Dir niemand hier antworten will - nur wie und was kann man bei so einer schlimmen Geschichte raten?

Ich kann einen Zusammenhang mit einer möglichen frühkindlichen Belastung schon nachvollziehen, nur - Du schreibst Deine Freundin lehnt ein mögliches Zurückerinnern und eine Konfrontation mit dieser Zeit ab, und das kann ich auch gut verstehen, es wäre sicherlich mit sehr sehr großem Schmerz verbunden. Sie bräuchte dazu auch qualifizierten fachlichen und therapeutischen Beistand, niemand kann alleine oder mit Hilfe von Freunden solche Vergangenheiten bewältigen.

Ich sehe wirklich keinen Weg, wie Du Ihr hier helfen kannst außer immer für sie dasein (es wäre eben nur möglich, wenn sie um Hilfe bitten würde, wie Du ja selbst weißt). Auch wir Therapeuten dürfen erst helfen, wenn wir darum gebeten werden.

Und sicherlich ist die Krankheit Deiner Freundin nicht nur auf frühkindlichen Belastungen entstanden (auch wenn sie möglicherweise der Erstauslöser waren).

Ich wünsche Euch, vor allem Deiner Freundin, von Herzen, dass Sie den richtigen und hilfreichen Weg findet und Dir, dass Du die Kraft hast, ihr immer zur Seite zu stehen :kiss:

Ganz liebe Grüße an Euch beide, Brigitte

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*brigitte*
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Beitragvon *brigitte* » 7. Sep 2005, 13:17

Nochmal ich, Sidoni,

vielleicht könntest Du Deiner Freundin mal den Besuch bei einem guten klassischen Homöopathen vorschlagen, ich denke, das wäre ein guter Weg (einer der Wege) zu versuchen Ihr zu helfen.

Liebe Grüße :wink: Brigitte

Sidoni
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Beitragvon Sidoni » 9. Sep 2005, 07:10

Danke Brigitte, es ist schon hilfreich, wenn überhaupt eine Äußerung dasteht und man nicht umsonst in das Forum schaut.

Ich hab ja auch keine Wunder von euch erwartet, weiß ja selbst, dass es ganz schwierig ist.
Natürlich würden wir nur mit Fachleuten einen solchen Weg gehen, ganz klar, aber das ist, wie gesagt, nicht möglich grad.

Ich glaube, auch ihr Selbstwertgefühl muss aufgebaut werden. Sie hat mich gradezu schockiert mit einer Aussage in Richtung "ich hab das verdient, was mir geschieht".

Sidoni grüßt

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Deta13
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Beitragvon Deta13 » 4. Okt 2005, 16:17

Hallo Sidoni!

Mit disem Krankheitsbild kenne ich mich überhaupt nicht aus ... :(

Aber es wird höchstwahrscheinlich psychosomatisch sein. Wichtig ist, dass deine Freundin therapeutische Unterstützung bekommt.

Hier ein Krankenhaus, welches sich mit Psychosomatik befasst. Konzept des Krankenhauses ist die ganzheitliche Behandlung des Patienten, unterstützt durch Homäopatie und einer besonderen Ernährung (tiereiweißarm).
http://www.lahnhoehe-psychosomatik.de/

Ich war selbst schon in diesem KH, weil ich psychisch bedingt Neurodermitis bekam (auch Depressionen) und kann dieses KH nur wärmstens empfehlen.


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Rosenfee
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Beitragvon Rosenfee » 4. Okt 2005, 20:03

Hallo Sidoni,

habe das gerade gelesen und Dein Bericht hat mich sehr berührt.
Vielleicht kann jemand von euch meine Ahnung einer Verbindung von eventuellen Geschehnissen in der Kindheit zu der Selbstzerstörung ausgerechnet der Geschlechtsorgane durch den eigenen Körper verstehen?....Ich weiß, dass Hilfe nur möglich wird, wenn sie selbst dazu bereit ist.
Ich denke schon, dass Du gedanklich intuitiv richtig liegst ;) - ebenso wie Du auch richtig vermutest ist nur ein Weg möglich, wenn Deine Freundin selbst den Mut aufbringt sich ihrer Vergangenheit zu stellen -
Ich verstehe sie, doch ich kann irgendwie nicht zuschauen, dass es ihr immer schlechter und schlechter geht. Was kann ich, außer einfach dasein, noch tun?
"nur" für sie dasein würde ich jedoch nicht sagen, sondern eher meinen, dass es sehr hilfreich für Deinen Freundin ist eine Freundin wie Dich zu haben - sei einfach ab für sie da und zeige ihr, dass Du sie gerne hast, so wie sie ist und mit den Entscheidungen, die sie trifft. Das ist sehr sehr viel ;) . Eine Selbsthilfegruppe ist oft hervorragend, weil hier häufig auch Gastdozenten.... kommen - und sich Deine Freundin mit anderen Betroffenen anfängt auseinanderzusetzen. Das ist sehr viel und bereits ein Anfang. Vielleicht kannst Du ihr Mut machen hinzugehen.

Und letztendlich wissen wir alle nicht, welche "Wunder" möglich sind - aber nicht von heute auf morgen, sondern mit Geduld - so dass sie langsam beginnen kann sich mit ihrem Lebensweg auseinanderzusetzen - in ihrem Tempo - so wie es für sie richtig und gangbar ist ;) .

Auch für naturheilkundliche Perspektiven ist (zumindest aus meiner Sicht ;) ) hier ein einfühlsamer Therapeut nötig, der langsam Vertrauen aufbaut, Deine Freundin auch mit Therapie nicht überfordert, sondern vorsichtig und langsam führt.

Abschließend noch: Du kannst ihr ihren Weg nicht abnehmen - sorge also bitte auch für Dich Bild .


Wünsche Euch alles Liebe und Gute für Euren Weg
und in diesem Fall auch ein paar Schutzengel Bild


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Rosenfee


   

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