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Verdacht auf AD(H)S

Moderator: Angelika

TinaKM
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Verdacht auf AD(H)S

Beitragvon TinaKM » 25. Okt 2007, 21:32

Hallo alle Homöopathie-Interessierten,
mein fast 10 jähriger Sohn ist jetzt seit ca. 1,5 bis 2 Jahren verhaltensauffällig
(Null-Bock, keine Hausaufgaben, Texte abschreiben nicht möglich, total geräuschempfindlich (hört die Flöhe husten), super ängstlich, kann allerdings nicht "hören", unterschwellige Gewalt, extrem langsam).
Ich strebe jetzt eine Therapie an, würde ihn aber gerne dazu homöopathisch begleiten. Meine Ausbildung als HP und dann Homöopathin beginnt demnächst, aber vielleicht kann mir jemand von euch etwas dazu sagen.
Mir schweben folgende Mittel im Kopf herum: Calcium phosphoricum, Chamomilla, Cuprum metallicum, Kalium phsphoricum, Staphisagria und Valeriana.
Auf Staphisagria spricht er gut an, hilft beim ihm nicht nur gegen Mückenstiche, auch zur Vorbeugung.
Zur Ursache kann ich momentan noch nicht viel sagen, allerdings ist uns aufgefallen, dass er zwischen 3 und 5 Jahren bei seinem Papa total zu kurz gekommen ist (Hausum-, aus-, anbau), bei seiner Schwester hatte Papa dann wieder richtig Zeit und auch bei Kind 3, der jetzt in dieser extrem wichtigen Input-Phase ab 3 Jahren ist.
Er ist panisch gegenüber allen Fremden. Ich war vor 2 Jahren, als sein Verhalten langsam schlimmer wurde mit ihm bei allen möglichen Experten (HP, HNO und Neurologe). Er reagiert auf Milch, Farbstoffe (z. B. Smarties) und Nüsse mit "Unwohlsein", lassen wir weg, nur wenn er möchte, darf er (z. B. Milch mit Honig). Die schuliche Entwichlung ging von Gym-Empfehlung (bis Klasse 2), über RS (Klasse 3) zu jetzt HS (1. Zeit Klasse 4)
Daher werde ich jetzt bei der Erziehungsberatungsstelle mein Glück versuchen, ohne bekomme ich keinen Therapieplatz.
Über Tipps würde ich mich riesig freuen,
Viele Grüße Tina :roll:


whisper
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Re: Verdacht auf AD(H)S

Beitragvon whisper » 26. Okt 2007, 13:40

Hallo Tina,

hast Du Deinen Sohn denn schon von einem Facharzt für Kinderpsychiatrie untersuchen lassen, oder woher kommt der Verdacht auf ADS? Ohne eine ärztliche Abklärung und Differentioaldiagnose kann man das so ohne weiteres nämlich nicht behaupten.

Nach dem, was Du beschreibst, ist er wohl nicht hyperaktiv, was immerhin erklären würde, warum es nicht früher aufgefallen ist, sollte es tatsächlich ADS sein. Fehlende Hyperaktivität ist oft dafür verantwortlich, dass die Krankheit übersehen wird.

Aber wie gesagt, das bedarf alles einer genaueren Untersuchung. Sein Verhalten gegenüber Fremden, die Angst und Geräuschempfindlichkeit könnten auch auf eine Angststörung hinweisen. Abgeklärt werden müssen auch mögliche andere Auslöser für die Verhaltensauffälligkeit, die möglicherweise in dem Zeitraum lagen, als es angefangen hat. Auch mögliche körperliche Ursachen müssen ausgeschlossen werden. Usw.

Um es kurz zu machen: so pauschal kann ich hier dazu gar nichts sagen. Homöopathie ist zwar auch gar nicht mein Fachgebiet, aber auch den Fachleuten dürfte das ohne gesicherte Diagnose schwer fallen.

LG
Whisper

TinaKM
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Re: Verdacht auf AD(H)S

Beitragvon TinaKM » 26. Okt 2007, 18:01

Hallo Whisper,
danke für deinen Kommentar, natürlich erwarte ich von keinem aus diesem Forum konkrete Hilfe. Ich beginne nach den Herbstferien in Niedersachsen mit dem ersten Elterngespräch, danach folgt dann die Untersuchung meines Sohnes und die Therapie. Allerdings besteht der leise Verdacht der stillen Form von ADS schon länger bei uns, daher war ich mit ihm beim Kinderarzt, HNO-Arzt, Neurologen und beim HP. Alles ohne Befund, "bestens", leichte Unverträglichkeiten auf Milch und Farbstoffe, sowie eine Mutter, nervlich zu Fuß mit drei kleinen Kindern. Nach einer Behandlung bei der HP, die ich in meinen Ausbildungswünschen nur noch verstärkt hat, bin ich wieder der ruhige Mensch, der nicht mehr so schnell auf Palmen klettert. Das Verhalten meines Ältesten wurde jedoch stetig schlimmer und besonders heftig beim Auswendiglernen und Abschreiben in der Schule. Er ist jetzt 4. Klasse und hat noch große Probleme mit dem kleinen 1*1, eine halbe DIN-A4 Seite abschreiben geht nicht ohne 5-9 Fehler, hat keine Hobbies und Freunde. Bei allem was wir ihm anbieten oder in der Schule neu durchgenommen wird kommt nur ein "Muss das sein?" und endlos trödeln, grundsätzlich zu spät kommen. Die Noten rutschten von Klassenbester (1. Klasse) auf jetzt drohende Hauptschulempfehlung bei guter Intelligenz. Im Diktakt hatte er die Zweitbeste Arbeit, hängt in der Schule jedoch nur gelangweilt herum.
Wir sind sehr konsequent geworden und wir haben einen festen Tagesablauf. Seitdem läuft es auch besser, aber ohne Heilungschancen.
Auf ADS kam ich jetzt wieder konkret, als in der "Lippischen Landes-Zeitung vom 19.10.07"
ein Bericht über AD(H)S von der Diplom-Psychologin Vera Reinhardt aus Bielefeld stand. Die Vermutung besteht schon seit längerem, daher auch die anderen Ärzte und die HP.
Vielleicht könnte mir ja noch jemand ein paar Tipps geben, hinsichlich einer zusätzlichen Therapie, die evtl. ein Homoöpath machen könnte.
Über weitere Anregungen würde ich mich sehr freuen.
Viele Grüße Tina

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Angelika
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Re: Verdacht auf AD(H)S

Beitragvon Angelika » 26. Okt 2007, 21:03

Hallo Tina,

schau mal mt der Suchfunktion unter ADS nach, da findest du schon einige Beiträge darüber

z. B. hier

http://www.natur-forum.de/forum/viewtop ... &hilit=ads

Viele Grüße
Angelika

Su71
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Re: Verdacht auf AD(H)S

Beitragvon Su71 » 27. Okt 2007, 15:50

Hallo,
ich würde auch erst mal zu ner ausführlichen Diagnostik raten...
und wenn die Diagnose steht, ist es zum Beispiel meist kein Probelm ne Ergotherapie zu bekommen, die sehr viel weiter helfen kann.
Manche Eltern, die ich in der Praxis kennen gelernt habe, waren sehr froh um das Tripple P Eltern Training (Verhaltenstherapeutisch). Das wird mittlerweile schon an verschiedenen Familienbildungsstätten und VHS angeboten.
Was ich persönlich auch versuchen würde ist ein energetisches Verfahren anzuwenden. MET oder EFT. Auf den entsprechenden Hompages stehen Therapeutenadressen - zumindest weiß ich das von der MET (nach Franke) Seite.
viel Erfolg!!! ;)

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Ursula
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Re: Verdacht auf AD(H)S

Beitragvon Ursula » 27. Okt 2007, 18:27

Fehlende Hyperaktivität ist oft dafür verantwortlich, dass die Krankheit übersehen wird.
übersehen?... AD(H)S wird viel zu oft und zu schnell diagnostiziert.

Ursula


whisper
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Re: Verdacht auf AD(H)S

Beitragvon whisper » 28. Okt 2007, 00:57

AD(H)S wird viel zu oft und zu schnell diagnostiziert.
Das gilt vielleicht für ADHS, aber wohl kaum für ADS. Und mich wundert es überhaupt nicht, dass die Krankheit bei den heutigen gesellschaftlichen und sozialen Gegebenheiten immer weiter zunimmt.

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Ursula
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Re: Verdacht auf AD(H)S

Beitragvon Ursula » 28. Okt 2007, 10:12

Hallo whisper,
...mich wundert es überhaupt nicht, dass die Krankheit bei den heutigen gesellschaftlichen und sozialen Gegebenheiten immer weiter zunimmt.
Das gesellschaftliche und soziale Bedingungen ihren Anteil haben können, sehe ich genauso. Aus dieser Perspektive betrachtet, ist das Diagnose AD(H)S stellen für die betroffenen Kinder eine um so größere Bürde.

Ursula

Su71
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Re: Verdacht auf AD(H)S

Beitragvon Su71 » 28. Okt 2007, 10:49

Na ja....ich muss sagen, ich habe in der Praxis sehr viele Eltern erlebt, die erleichtert waren die Gründe für das Verhalten der Kinder verstehen zu können...ebenso haben LehreInnen und ErzieherInnen meist interessiert und verständnisvoll auf die Informationen reagiert, die den Umgang mit den betroffenen Kindern erleichtert...

Aus meiner berufspraxis kann ich einerseits unterstreichen, was Whisper sagt, dass ADS oft übersehen wird - und dann oft erst im Jugendalter nachträglich diagnostiziert wird - wenn "das Kind schon in den Brunnen gefallen ist" sprich, wenn sich zur Ursprungsdiagnose eine deftige Verhaltensauffälligkeit dazu gesellt hat und die Kids zum Teil kriminell geworden sind. (Was man ja auch verstehen kann, wenn die Kids Jahrelang immer nur getadelt und gemaßregelt werden, weil niemand ihr Verhalten versteht)
Was ich allerdings in der Vergangenheit auch häufig erlebt habe, ist dass jede Zappelligkeit von Haus- und Kinderärzten als ADS oder ADHS diagnostiziert wurde...mittlerweil muss ich aber sagen, habe ich den Eindruck, dass vorsichtiger mit der Diagnosestellung umgegangen wird - zumindest was die Verordnung für Ergotherapie anbelangt...in dem Bereich haben die Ärzte harte Bugdetierungen hinnehmen müssen - und seit dem fällt die Diagnose wesentlich seltener....

whisper
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Re: Verdacht auf AD(H)S

Beitragvon whisper » 28. Okt 2007, 13:45

Aus dieser Perspektive betrachtet, ist das Diagnose AD(H)S stellen für die betroffenen Kinder eine um so größere Bürde.
Natürlich ist das nicht leicht, für keinen der Betroffenen, weder Eltern noch Kinder. Aber nur, weil eine Diagnose nicht gestellt wird, verschwindet ja die Störung nicht. Ignorieren bringt da gar nichts, und ADS wächst sich in den seltensten Fällen von alleine aus, wenn überhaupt. Je später etwas getan wird, desto schwieriger wird es. Im schlimmsten Fall ziehen sich die Probleme bis ins Berufsleben, Folgeerkrankungen wie soziale Phobien, Depressionen und Süchte entstehen.

Man muss mit diesen Problemen rechtzeitig umgehen. Am günstigsten wäre es natürlich, wenn man gleich die Ursachen angehen könnte, aber eine ganze Gesellschaft zu verändern, ist ein harter Brocken. Da fehlt es noch viel zu sehr an Einsicht. Also bleibt bisher nur, den Kindern so gut zu helfen, wie es eben geht.

Es gibt ja auch noch eine ganze Reihe anderer möglichen Störungen im Kindesalter, daher ja mein Wunsch nach gründlicher Differentialdiagnostik.

LG
Whisper

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Ursula
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Re: Verdacht auf AD(H)S

Beitragvon Ursula » 29. Okt 2007, 09:48

Hallo whisper,
Aber nur, weil eine Diagnose nicht gestellt wird, verschwindet ja die Störung nicht.
:???: - hab ich nie zum Ausdruck bringen wollen. Ich habe das Gefühl, das wir im Grunde dasselbe meinen, aber nicht auf einen "Nenner" kommen und inzwischen das eigentliche Thema vernachlässigen. (Zu AD(H)S gibt es hier im Forum viele Diskussionsbeiträge zum nachlesen).
Ich strebe jetzt eine Therapie an, würde ihn aber gerne dazu homöopathisch begleiten.
Hallo Tina,

klar, das es einigemaßen schwer ist, für den eigenen Nachwuchs das passende homöopathische Mittel zu finden, weil der nötige Abstand fehlt. Du hast ja Einige bereits aufgezählt. Ich geh mal davon aus, wenn du dich beruflich zukünftig mit Homöopathie beschäftigen willst, dass du wahrscheinlich einige Vorkenntnisse hast(?)
Hast du dir mal die Leitsymptomatik von Phosphorus angeschaut? Mir sind zu deiner Beschreibung einige Paralellen aufgefallen.

Ursula

natti
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Re: Verdacht auf AD(H)S

Beitragvon natti » 29. Okt 2007, 15:40

Hallo Tina,
mich lassen deine Beschreibungen an Agaricus (Fliegenpilz) denken
http://xn--homopathische-mittel-finden- ... kt&nr=agar
aber unbedingt genau durchlesen und besser mit einem Homöopahten besprechen, ob es in Frage kommen könnte.
einen lieben Gruß von natti

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*brigitte*
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Re: Verdacht auf AD(H)S

Beitragvon *brigitte* » 29. Okt 2007, 20:57

Hallo Ihr Lieben,

mich lassen die Beschreibungen weder an Phos noch an Agar denken. Ich glaube auch, dass dieses mit Sicherheit gut gemeinte "hast du mal dir dieses und jenes angeguckt" niemandem weiterhilft.
Wirklich homöopathisch begleiten kann hier nur ein klass. Homöopath. Tina, das kann man nicht alleine, vor allem aus dem Grunde, weil man dem "Patienten" viel zu nahe steht!

Und es gibt sooo viele Mittel, die bei AD(H)S helfen, dazu gehören außer den bereits aufgezählten auch Med., Tub. und viele andere. Bitte nix empfehlen, das funktioniert nicht!

Liebe Grüße an Euch alle :wink: Brigitte

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Ursula
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Re: Verdacht auf AD(H)S

Beitragvon Ursula » 30. Okt 2007, 10:58

Hallo Brigitte,
Bitte nix empfehlen...
Denkanstösse und Empfehlungen sind ja zum Glück zweierlei Ansätze ;) und (Vor-)kenntnisse auf dem Gebiet der Homöopathie helfen letztlich, zu einer eigenen Meinung zu kommen. Die kann dann gut und gerne in das Gespräch mit dem Homöopathen eingebracht werden. Das funktioniert nach meiner Erfahrung auch, wenn eine Muter ihrem Kind während einer Therapiebegleitung (zu)nah steht.

LG Ursula

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*brigitte*
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Re: Verdacht auf AD(H)S

Beitragvon *brigitte* » 30. Okt 2007, 18:39

Hallo Ursula,

auch ein Denkanstoss in Richtung eines bestimmten Mittels hilft Tina sicher nicht. Gerade bei Problemen wie AD(H)S und anderen "Verhaltensauffälligkeiten" muss das Mittel unbedingt passen, da hilft leider auch nicht, wenn die Leitsymptomatik stimmt.
Und wenn ich das Ganze nochmal lese, gerade Tina's 1. Beitrag, dann sind die genannten Mittel nun ziemlich in alle Winde zertreut (Chamomilla/Calc.phos/Phos/Agar/Cuprum/Staph usw.) und widersprechen sich (z.B. Chamomilla und Phos bzw. Agar bzw. Calc phos...).

Das bringt dem Kind nix.

Das Gespräch mit einem Homöopathen ist eine ganz andere Geschichte (was übrigens vorher nie erwähnt wurde - vorher gings doch um Eigenbehandlung/Begleitung, die ich zwar sehr gut nachempfinden kann, die jedoch, wie gesagt, dem Kind vermutlich nicht helfen würde. Ich persönlich behandle meine eigenen Kinder nur in "normalen" Krankheiten oder in Notfallsituationen).

LG Brigitte



   

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