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Entzündung des Gleichgewichtsnervs

Moderator: Angelika

Burschi
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Entzündung des Gleichgewichtsnervs

Beitragvon Burschi » 9. Jun 2009, 11:40

Hallo,

ich suche homöopathische Hilfe bei Neuritis vestibularis (Entzündung des Gleichgewichtsnervs). Eine Suche nach einem entsprechenden Thema hat keine Resultate geliefert.

Bereits letztes Jahr um diese Zeit wurde ich lange mit Cortison-Infusion behandelt. Es hat danach noch lange gedauert bis es ganz weg war. Auslöser waren u.a. wohl eine nicht erkannte, weil nicht problematische Entzündung tief im Kiefer und - naja - Streß (heißt es). Der Zahn hat sich ein halbes Jahr später schwer entzündet und wurde gezogen, obwohl er nicht krank war. Danach war auch die kurzfristigen Aussetzer beim Gleichgewicht völlig verschwunden.

Seit heute morgen ist es wieder sehr schlimm, ich kann zwar halbwegs geradeaus laufen, aber mich nicht bücken, drehen oder auch nur auf meine Unterlagen auf dem Schreibtisch hinuntersehen. Ich habe, um den Tag zu überstehen Hypericum C30 Globuli genommen. Geholfen hat es noch nicht wirklich. Der Arzttermin folgt.

Kann mir jemand über das Hypericum hinaus eine Empfehlung geben, wie ich die Empfindlichkeit meiner Gleichgewichtsnerven reduzieren kann?

Vielen Dank im voraus!


rine
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Re: Entzündung des Gleichgewichtsnervs

Beitragvon rine » 9. Jun 2009, 11:49

Hallo!
Bei Allem, was so wiederkehrend auftritt, würde ich versuchen, einen gut ausgebildeten Heilpraktiker hinzuzuziehen, der ganzheitlich an das Ganze heran geht. Diese verfügen auch über andere Diagnosemöglichkeiten als die Schulmedizin.
Es kann ja auch nicht damit getan sein, jedes Mal einen gesunden Zahn zu ziehen... :-?
Akut kann ich Dir aber leider nicht helfen! :(
Viele Grüße,
Rine

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Burschi
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Re: Entzündung des Gleichgewichtsnervs

Beitragvon Burschi » 9. Jun 2009, 14:42

Schreibfehler. :oops: Sollte heißen: Neuronitis....

Rila
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Re: Entzündung des Gleichgewichtsnervs

Beitragvon Rila » 9. Jun 2009, 14:53

Hallo Burschi :) !

So wie Du Deine Beschwerden und deren Ursache beschreibst, klingt es für mich ganz danach, als ob nach wie vor eine Entzündung bzw. Irritation im Gewebe (Kiefer und Umgebung) vorhanden ist.
Die Neuronitis ist ja nur die Folge von etwas, und es wäre wichtig, dem auf den Grund zu gehen.
Wurde denn nachgeforscht, woher die Entzündung in der Tiefe des Kieferknochens kam (Rheumatische Prozesse, Substanzverlust durch Osteoporose, was ging Dir - psychosomatisch betrachtet - "durch Mark und Bein" usw..)?
Neben einer homöopathischen Behandlung, für die noch wesentlich mehr Informationen über Dich und Deine Krankengeschichte erforderlich wären, könnten Akupunktur (Behandlung des entsprechenden Meridians) und Enzymtherapie (gegen die Entzündungslage) hilfreich sein.

Liebe Grüsse
Rila

Burschi
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Re: Entzündung des Gleichgewichtsnervs

Beitragvon Burschi » 7. Sep 2009, 12:57

Lieben Dank für euren Rat!
Letztendlich war es allerdings gar kein Nerven bedingtes Problem.
Ich bin diesmal zu einem anderen, sehr erfahrenen älteren HNO-Arzt gegangen. Als ich ihm die Diagnose vom letzten Schwindelanfall nannte, winkte er freundlich ab. Dann hat er mich (auf der Liege sitzend) mit Schwung auf die Seite geworfen und meinen Kopf dort solange in einer bestimmten Stellung gehalten, bis der Schwindel einsetzte und erst wieder aufgerichtet als es nachließ. Das wiederholte er 4 mal. Beim letzten mal war der Schwindel kaum noch spürbar. Er erklärte mir, daß es sich um "Steinchen" in den Bogengängen handelt, die durch irgendeine Bewegung von mir gelöst wurden und dann dort umhertreiben. Durch das schnelle zur Seite werfen und eine bestimmte Haltung /Neigung des Kopfes sind die Steinchen wieder aus den Bogengängen befördert worden.
48 Stunden später war der Spuk vorbei und ich habe seither überhaupt keinen Schwindel mehr gehabt. Auch andere Merkwürdigkeiten wie eine (für mich untypische) Höhenangst/-unsicherheit sind wieder völlig weg. Woher die Steinchen kommen, konnte er mir leider nicht sagen und wiederkommen kann es wohl auch. Es hat aber seinen Schrecken verloren,

LG
Burschi

rine
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Re: Entzündung des Gleichgewichtsnervs

Beitragvon rine » 7. Sep 2009, 14:09

Hallo!
Schön, dass es Dir wieder gut geht! :)
Mich würde trotzdem interessieren, was das für Steinchen waren, davon habe ich noch nie was gehört, weiß jemand, etwas dazu?
Viele Grüße,
Rine

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Re: Entzündung des Gleichgewichtsnervs

Beitragvon repique » 7. Sep 2009, 14:19

Ich hab das auch immer wieder. Ist wirklich ekelhaft, aber mit den Übungen (Lagerungsmanöver nach Semont und Epley) bekommt man es tatsächlich wieder in den Griff. Nennt sich benigner Lagerungsschwindel.

Hier gibt es eine Skizze der Übungen:

http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/030-018.htm#010
Viele Grüße

repique

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Re: Entzündung des Gleichgewichtsnervs

Beitragvon Gingkoblatt » 8. Sep 2009, 07:33

Die Steinchen heißen auf schlau Statholiten und sind normalerweise in der Macula der Vestibulae (Vorhöfe) zu den Bogengängen zu finden.
Sie liegen in "Gelkissen" über Sinneshäärchen eingebettet und dienen als Gewichte. Bei Lageveränderung reizen sie durch ihre Trägheit die Sinneshäärchen unter ihnen, sodass ein spezifischer Reiiz entsteht, den das gehirn auswerten kann. lösen sich einige der Statholiten und geraten in die Bogengänge, bedeutet das einen Dauerreiz auf die dortige Sinneshäärchen. Raus kriegt man die dann mit gezielten Purzelbäumen und anderen Bewegungsabläufen.
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Re: Entzündung des Gleichgewichtsnervs

Beitragvon rine » 8. Sep 2009, 09:08

Das ist ja spannend, angewandte Physik sozusagen. :)
Und wie kommt es dazu, dass sich die Statholiten lösen? Passiert das einfach oder ist dann das Gel "kaputt" oder ...?
Viele Grüße,
Rine

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Re: Entzündung des Gleichgewichtsnervs

Beitragvon Gingkoblatt » 9. Sep 2009, 08:48

Weija, schwere Frage...

Warum sich die Statholiten ablösen, ist nur teilweise erforscht.
Manche Theorien besagen, dass dies Teil des normalen Alterungsprozesses ist. Abgelöste Statholiten können bei vielen Menschen und sogar bereits bei Kindern nachgewiesen werden, ohne dass sie unter Schwindel leiden. Das Ablösen von Statholiten scheint sich mit zunehmendem Alter zu verstärken, was auch die Wahrscheinlichkeit an einem gutartigen Lagerungsschwindel zu erkranken im Alter erhöht.

Andere Faktoren, die größere Mengen an Statholiten ablösen und damit das Risiko für einen gutartigen Lagerungsschwindel steigern sind u.a.:
  • Schädelhirntrauma
    Innenohroperationen
    Entzündungen im Bereich des Innenohrs
    Morbus Menière
    Migräne
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Re: Entzündung des Gleichgewichtsnervs

Beitragvon rine » 9. Sep 2009, 09:33

Noch mal Danke! :)
Wenn die Statholiten in Gel eingelagert sind, wäre der fortschreitende Alterungsprozess vermutlich in dem Fall dann eine nachlassende Elastizität oder Verfestigung des Gels oder so, denke ich mal, oder? Interessante Frage, wenn sowas häufiger auftritt, wäre ja, wenn das die Ursache wäre, ob es die Möglichkeit gäbe, da Einfluss zu nehmen. :-? Gerade im Alter sind Schwindelanfälle ja doch ziemlich gefährlich (und als jüngerer Mensch gibt es ja auch Schöneres, besonders, wenn das häufiger vorkommt).
Mich interessiert das gerade, weil unsere (ältere) Nachbarin seit Jahren immer wieder Anfälle von Drehschwindel hat, was gerade in Kombi mit den vorhandenen Grunderkrankungen nicht wirklich witzig ist. Ich denke, ich werde sie mal auf einen HNO ansetzen, wenn das wieder auftritt (und sie da zu dem alternativ behandelnden schicken), ich meine, dahin wurde sie noch nicht geschickt.
Viele Grüße,
Rine

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Re: Entzündung des Gleichgewichtsnervs

Beitragvon repique » 9. Sep 2009, 12:23

@ Gingko
Migräne als eine der möglichen Ursachen? :o Weißt du zufällig näheres? Gefäßveränderungen während der Attacken vielleicht?

Bei mir sind die Schwindelanfälle bisher immer im Liegen erstmalig aufgetreten, während der akuten Schübe dann auch in anderen Positionen. Einmal lag ich gerade völlig entspannt im Bett und hörte innerlich ein lautes Knacken - und hui ging es los. :eek: Da hat sich dann wohl so ein Teil "hörbar" gelöst *denk*.
Viele Grüße

repique

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Re: Entzündung des Gleichgewichtsnervs

Beitragvon Gingkoblatt » 9. Sep 2009, 12:42

Na super- so gut bin ich dann doch nicht. Was ich euch da geschrieben hatte, war noch von meiner HP-Ausbildung "hängengeblieben". Selber habe ich noch keine Patienten mit lagerungsbedingten Schwindel behandelt.

@rine --> Drehschwindel ist nicht das gleiche wie Lagerungsschwindel, insofern wäre eine klare Abklärung durch einen Therapeuten von Nöten.

@repique --> schau mal hier http://www.charite.de/ch/neuro/vertigo.html
:wink: Gingkoblatt
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Re: Entzündung des Gleichgewichtsnervs

Beitragvon repique » 9. Sep 2009, 13:02

Die Übungen kenn ich schon seit Jahren Gingko. ;) Sonst hätte ich mich wohl mittlerweile schon erschossen. Auf Dauer ist das echt nicht zu ertragen. Aber mit den Übungen wird es meist innerhalb weniger Tage besser.

Ich kenne mich mit den exakten Definitionen nicht aus, aber der Schwindel, den ich als sog. benignen Lagerungsschwindel habe, ist ein Drehschwindel der allerübelsten Sorte. Und so kenne ich es auch von anderen Betroffenen. Wobei wir als Patienten den Ausdruck Drehschwindel benutzen, um es klar von "normalem" Schwindel abzugrenzen. Mit normal meinen wir, dass einem etwas schwindelig ist, man aber noch in der Lage ist, sich fortzubewegen. Beim Drehschwindel haut es einen im wahrsten Sinne sofort von den Socken. Alles dreht sich rasend schnell um einen herum und man verliert die Orientierung. Auch Hinsetzen schützt dann nicht vor einem Sturz. :-?
Viele Grüße

repique

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Re: Entzündung des Gleichgewichtsnervs

Beitragvon rine » 9. Sep 2009, 20:06

Das klingt nach der Beschreibung meiner Nachbarin. Leider ist sie selbst nicht sehr wehrhaft und die Ärzte nicht sehr bemüht, das geht jetzt seit etlichen Jahren. :evil:
@repique: Das klingt aber unschön :o , hören muss man das ja nun nicht auch noch. :o
Viele Grüße,
Rine

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