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LUNGE DER WELT STEHT IN FLAMMEN

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Krâja
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LUNGE DER WELT STEHT IN FLAMMEN

Beitragvon Krâja » 23. Aug 2019, 03:51

WALDBRÄNDE IN BRASILIEN: DIE LUNGE DER WELT STEHT IN FLAMMEN – UND KEINEN INTERESSIERTS
Von Malin Schneider-Pluppins - 22. August 2019 13:28

Seit Wochen stehen hunderte Quadratkilometer Regenwald in Brasilien und seinen Nachbarländern in Flammen. Doch einen medialen Aufschrei oder millionenhohe Spenden von Superreichen gab es bislang nicht.

Die Brände in den Regenwäldern Brasiliens haben längst katastrophales Ausmaß angenommen.
Die Spendenbereitschaft, das Interesse der Medien und der Weltgemeinschaft ist dagegen irritierend winzig.

Dieser Kommentar entspricht der Meinung der Autorin und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamt Redaktion widerspiegeln.

Regenwälder gelten als die Lunge der Welt, als die mit Abstand wichtigste CO2-Senke. Sie nehmen Kohlenstoffdioxid auf und speichern es. Regenwälder sind wie eine Bremse für die Erderwärmung. Ohne sie, käme der Klimawandel erst so richtig in Fahrt.

Und genau diese Wälder stehen lichterloh in Flammen. Doch die verheerenden Brände, die seit Wochen in Südamerika lodern, finden sich erst jetzt, ganz allmählich, in den Medien wieder.

Brennende Regenwälder finden kein Echo

Als die Kathedrale Notre Dame in Paris brannte, waren die Medien voll von Bildern der brennenden Kirche. So traurig der Brand des französischen Wahrzeichens war – es ist irritierend zu sehen, wie wenig jetzt über die brennenden Urwälder berichtet wird. Im Vergleich tendierte das mediale Interesse, wie auch die Hilfsangebote aus der anderen Teilen der Welt, bisher gegen Null.

Und ja, auch wir von RUHR24 müssen uns an dieser Stelle an die eigene Nase fassen. Als die Notre Dame brannte, berichteten wir sofort, mehrfach. Es wurde berichtet über die Sorge um den Erhalt der historischen Kirche, über die Rettung der Kunstschätze die sie barg.

Der Regenwald brennt nun seit Wochen. Und doch tippe ich diese Zeilen erst jetzt. Dabei berichten wir durchaus über Brasilien. Zudem ist dieser Wald von unschätzbarem Wert, nicht nur für ein Land, sondern für die ganze Welt. Die Regenwälder Südamerikas sind Heimat indigener Völker, seltener Pflanzen und einer schier unermesslichen Anzahl von Tieren. Nicht zuletzt beeinflusst der Zustand der Wälder das gesamte Weltklima.

Inzwischen bekommen sogar die Einwohner der brasilianischen Millionenstadt São Paulo zu spüren, was im Rest des Landes vor sich geht: Rauch verdunkelt den Himmel, das Atmen fällt zunehmend schwer.

Spenden in Millionenhöhe?
Die Millionen, die die Superreichen Frankreichs, Europas und der Welt sofort versprachen, um den Wiederaufbau der Notre Dame zu leisten, könnten Umweltschützer im Amazonasbecken derzeit ebenfalls gut gebrauchen. Doch diesmal bleibt die Spendenwelle aus.

Unklar ist, ob bisher überhaupt ein Cent gespendet wurde. Spenden, mit denen der Umweltschutz unterstützt würde. Zum Beispiel um eine nachhaltige Bewirtschaftung zu fördern, anstatt zuzulassen, dass der Regenwald von Plantagen zerfressen wird. Oder um großflächige und miteinander vernetze Schutzgebiete aufzubauen. Oder um eine Regierung zu unterstützen, die die Abholzungen stoppt, anstatt sie zu fördern.

Liegt vielleicht auch daran, dass bisher kaum einer etwas zu lesen bekam, von dem, was da so weit weg geschieht. In Schwung kam die Berichterstattung außerhalb der sozialen Netzwerke nämlich erst, als der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro in einer haltlosen Behauptung NGOs für die Entstehung der Waldbrände verantwortlich machte.

Bolsonaro sagte, Umweltschutzorganisationen hätten die Brände gelegt, um Fotos von dem Inferno zu machen und so neue Geldspenden akquirieren zu können. Einen Beleg für diese irrsinnige Behauptung konnte er nach einem Bericht von (unter anderem) Spiegel Online nicht liefern.

Wut schlägt auf Twitter hohe Wellen

Unter dem Twitter-Hashtag #prayforamazonas ist die Wut über die Ignoranz der Medien gegenüber den Bränden längst zu spüren. Zu Recht fragen sich viele, warum die Titelseiten die brennende Notre Dame zeigten, nicht aber mit die brennenden Regenwälder.

Dabei sind die Brände so schlimm wie noch nie in den vergangenen Jahren. Mehr als 72.000 Brände wurden inzwischen gezählt – laut ARD eine Steigerung von über 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Dass Wälder brennen, ist zwar auch Teil des natürlichen Verjüngungsprozesses, allerdings nicht in diesem Ausmaß. Auch der Klimawandel ist diesmal nicht Schuld. Stattdessen müssen illegale Brandrodungen verantwortlich gemacht werden.

Abholzungen und Brandrodungen, um im Regenwald Platz für die Landwirtschaft zu schaffen. Und das wiederum wird von Präsident Bolsonaro mit allen Kräften unterstützt. Denn den Umweltschutz hatte der Politiker bei seinem Amtsantritt 2018 zugunsten der Agrarwirtschaft quasi abgeschafft

https://www.ruhr24.de/panorama/waldbrae ... es-252642/

PETITION: https://www.greenpeace.de/rettet-den-amazonas
Grüße von Krâja :wink:



   

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