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Rhabarberwurzel

nur für Kräuter & Pflanzen die Heilwirkung besitzen

Moderatoren: Angelika, MOB

Karin
Beiträge: 8
Registriert: 14. Feb 2003, 20:38

Rhabarberwurzel

Beitragvon Karin » 20. Aug 2003, 14:43

Hallo,
habe mal eine Frage. und zwar habe ich da so ein Rezept und bräuchte dafür Rhabarberwurzel. Ich habe schon versucht das Zeug übers Internet zu bestellen, aber man sagte mir das Rhabarberwurzel seit neusten Apothekenpflichtig ist. Bin ich also heute morgen zur Apotheke hingegangen und habe gefragt was der Spass denn kosten soll:
8EUR/100g :evil: !!
Nun ja habe ich mir halt gedacht, bevor ich soviel Geld für das Zeug ausgebe, erkundige ich mich lieber mal, ob vielleicht jemand weiß, wie man Rhabarberwurzelpulver herstellt oder ob man das als "normaler" Mensch überhaupt kann? Also Rhabarber wächst genug in unseren Garten, daran soll es nicht scheitern.
Okay zum Schluss dann nochmal das Rezept:

Haartönung gold bis blond

Diese Tönung ist für blondes bis hellbraunes Haar geeignet und bewirkt eine Gold- bis Blondtönung. Man erhitzt 3Eßlöffel Rhabarberwurzel mit 2 Tassen Wasser zum Sieden und hält 15 Minuten am Siedepunkt. Die Mischung lässt man anschließend noch 12 Stunden stehen und seiht ab. Man spült das Haar mehrmals mit dieser Lösung. Der Effekt kann durch mehrfache Anwendung gesteigert werden.

Für hilfreiche Antworten bin ich sehr dankbar!!!

Liebe Grüße
Karin
:wink:


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Kräuterfee
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Rharbarber (Reum officinale und Rheum palmatum)

Beitragvon Kräuterfee » 20. Aug 2003, 19:36

Reum officinale (Südchinesischer Rharbarber), Rheum palmatum (Medizinalrharbarber)

In der Apotheke gibt's Rhizoma Rhei - die Rharbarberwurzel zu kaufen (apothekenpflichtig !) ,-) - Stammpflanzen: R. palmatikum und/oder R. officinale.
Inhaltsstoffe:
Ein Gemisch aus phenolischer Stoffgruppen, die abführend wirken und einer Gruppe von Gerbstoffen.
Nebenwirkungen:
Nach richtiger Dosierung/Anwendung keine. Da Rharbarber Anthraglykoside enthält, sollte er nicht über längere Zeit genommen werden (1-2 Wochen). (sonst Störungen im Wasser- und Salzhaushalt, Darmträgheit).
Deshalb Vorsicht: Rharbarber sollten Schwangere, Stillende, Kranke mit Darmverschluß nicht nehmen.
Rharbarber sollte nur eingesetzt werden, wenn die verstopfung nicht durch Ernährungsumstellung oder Quellpräperate beseitigt werden kann.
Desweiteren: akut entzündliche Darmerkrankungen, Morbus Chron, Blinddarmentzündung, Schmerzen unbekannter Ursache im Darm, Dehydration, Kinder unter 10 Jahre.
Bei Gichtkranken und Kranke mit Blasenentzündung ist auch abzuraten.
Einige können ihn nicht vertragen, weil er die Schleimhaut in Mund und Darm reizt. (Ebenfalls weglassen.)
Wechselwirkungen:
Bei chronischen Gebrauch/Mißbrauch entsteht Kaliummangel, dadurch werden Herzmedikamente beinflußt (Herzglykoside und Antiarrhythmika). Der Kaliummangel kann durch Nebennierenrindensteroide und Süßholzwurzel verstärkt werden.
Dosierung:
Max. Aufnahme darf nicht mehr als 30 mg Hydroxyanthracenderivate betragen.
Dosierung sollte so sein, (Arzt) daß ein weich geformter Stuhl entsteht.
Nicht vor dem Schlafen gehen trinken !
Eigenschaften:
- eine beschleinigte Darmpassage
- erhöhte Flüssigkeitssekretion
- die Defäkation setzt nach ca. 8-12 h ein

Teebereitung zum Abführen:
0,1-0,2 g (1 TL ca. 2,5 g) Rharbarberwurzelpulver mit ausreichend Flüssigkeit verrühren (evt. mit Zimt, Ingwer oder Pfefferminzöl aromatisieren) oder mit kochendem Wasser übergießen und nach 5 min abseihen.

Rharbarber wird auch in Präparaten als Mund- und Rachentherapeutikum (bei Stomatitis und Gingivitis oder ähnlichem) eingesetzt.

Nun zu Deiner Frage des Trocknes der Wurzel:
Die Wurzelstöcke der mindestens dreijährigen Pflanze werden ausgegraben, die Seitenwurzel entfernt, gewaschen und in Stücke geschnitten. An der Sonne oder im Backofen bei mäßiger Hitze trocknen und dann geschützt und vor Licht und Feuchtigkeit aufbewahren. Für Pulver in einem Zerhäcksler (Moulinette oder ähnlichem) feinst zermahlen.
:wink:
MfG
Kräuterfee

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Murtabak
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Beitragvon Murtabak » 19. Feb 2004, 21:38

Hallo,

die Rhabarberwurzel wird in der chinesischen Medizin verwendet, um das "Qi" nach unten zu leiten. Ich verwende es bei meinen Frühjahrskuren zum Abführen vor dem Fasten, und zwar 4 bis maximal 12g (Pulver) als Einmal-Gabe (keinesfalls längerfristig verwenden - und schon gar nicht in dieser Dosierung!) Die Wirkung ist durchschlagend. :D
Was die Zeit bis zum Einsetzen der Wirkung betrifft, habe ich sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht: zwischen 2 und 9 Stunden.
Der Geschmack gehört wohl mit zum Übelsten, was das Pflanzenreich zu bieten hat ;) , allerdings wird es von den meisten besser vertragen als Glaubersalz.

Liebe Grüße,
Murtabak :wink:

P.S.: 8 Euro für 100g ist arg teuer. In der Apotheke bei uns im Ort kostet Rhabarberwurzelpulver nicht mal die Hälfte!!!

hexenmama
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Rhabarberwurzel als abführmittel

Beitragvon hexenmama » 8. Jul 2010, 09:07

Huhu....

Ich habe in meinem Buch gelesen, das ich gemahlene Rhabarberwurzel mit Heisswasser übergossen als Abführmittel nehmen kann.

Mein Problem ist, ich habe aber nur frische Rhabarberwurzel, kann ich die auch irgendwie nutzen zum abführen?

Bis die getrocknet ist brauch ich die wohl nicht mehr! Werde sie aber gut aufbewahren!

LG.

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Angelika
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Re: Rhabarberwurzel als abführmittel

Beitragvon Angelika » 8. Jul 2010, 22:11

Hallo Hexenmama,

ich habe dienen Beitrag hierher verschoben,

du kannst die Wurzeln im Backofen bei 50 ° trocknen, oder kleinschneiden und einen Tag in die Sonne legen.

Lg
Angelika

hexenmama
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Re: Rhabarberwurzel

Beitragvon hexenmama » 8. Jul 2010, 22:32

Oh... danke Angelika.....


coloncleansing
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Re: Rhabarberwurzel

Beitragvon coloncleansing » 11. Mär 2012, 17:45

Hierzu sei auf folgenden in der F.A.Z. Nr. 188 vom 14.08.1996 veröffentlichten Beitrag hingewiesen:

Einschränkungen bei Abführmitteln

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat angeordnet, daß Präparate, die Anthrachinon und mit diesem chemisch eng verwandte Substanzen enthalten, bei Verstopfungen nur noch vorübergehend angewandt werden dürfen. Die Packungsgrößen und Packungsbeilagen müssen bis Anfang Februar 1997 entsprechend geändert werden. Präparate, die diese Wirkstoffe enthalten, dürfen zudem nicht mehr zur Verdauungsförderung, zur Blutreinigung und zur Gewichtsabnahme angeboten werden. Betroffen sind Arzneimittel von Pflanzen der Gattungen Andira, Cassia (Sennes-Blätter und Sennes-Früchte), Rhamus (Faulbaumrinde), Rheum (Rhabarberwurzel) und Aloe. Das Arzneiinstitut begründet seine Entschließung damit, daß die Anthrachinone im Verdacht stehen, Krebs auszulösen und das Erbgut zu schädigen. Bei langfrisitger Anwendung führen sie außerdem zu Störungen des Wasser- und Salzhaushalts, was mit schweren Beeinträchtigungen des Herz-Kreislauf-Systems einhergehen kann. Nach eingehender Analyse der zur Verfügung stehenden Erkenntnisse ist die Behörde zu der Überzeugung gelangt, daß das Risiko bei langfristiger Anwendung den möglichen Nutzen eindeutig übersteigt ...


   

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