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Topinambur - Helianthus tuberosus

nur für Kräuter & Pflanzen die Heilwirkung besitzen

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Beate
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Topinambur - Helianthus tuberosus

Beitragvon Beate » 28. Okt 2003, 20:43

Topinambur - Helianthus tuberosus L.

Topinambur gelangte durch französische Seefahrer nach Europa. Die aus Amerika stammende Kulturpflanze wird von alters her nicht nur als Viehfutter, sondern auch für die menschliche Ernährung verwendet, da sie kartoffelähnliche, wohlschmeckende Knollen entwickelt. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde sie von der heute verwendeten Speisekartoffel fast ganz verdrängt.
Insbesondere in Frankreich und "Südbaden" ist der Topinambur- Anbau weit verbreitet. Da die Topinamburknollen Inulin (nicht zu verwechseln mit Insulin) enthalten, sind sie auch für Diabetiker verträglich. In "Südbaden"; wird Topi auch verstärkt zur Branntweingewinnung angebaut und als "Medizin"; bei Diabetikern hoch geschätzt. Hier im Badischen wird in der Regel nach einem guten oder sehr reichlichem Essen ein "Roßler" ( Topinambur) getrunken.
Der Name leitet sich nach mir vorliegenden Überlieferungen von dem Indianerstamm der "Tupinambá" ab.
Die mir bekannten gebräuchlichen Namen für Topinamburg sind: Erdbirne, Erdapfel, Erdartischocke, Zuckerkartoffel, Indianerknolle, Wildkartoffel, Jerusalem-Artischocke, Roßler, Borbel oder abgekürzt einfach nur Topi.
Der Geschmack der Knollen ist von der Sorte abhängig.
Rotschalige Sorten = Waldspindel taugen in der Regel nur als Viehfutter,
während gelblichweißschalige = Bianka von Mensch und Wild bevorzugt werden.
Topinambur gehört zur Familie der Korbblütler und ist eng mit der Sonnenblume verwandt. Bienenweide, Schmuckstaude und Lieferant für Feinschmecker - all das ist die Staude der Topinamburpflanze.
Die figurenreichen Knollen dieser Sonnenblumenpflanze haben schon im 16. Jahrhundert die Hungersnöte im damaligen Neufrankreich gelindert. Auch nach dem 2. Weltkrieg stand dieses winterharte Gemüse auf vielen deutschen Speisezetteln. Heute gelten die urigen Knollen eher als Geheimtipp - Topinambur sind völlig einfach zu pflanzen und ernten. Die Knollen werden in der Zeit von November bis April gepflanzt. Aus den Knollen entwickeln sich mannshohe Pflanzen mit herrlichen Sonnenblumenähnlichen Blumen. Ideal als Bienenweide, Sichtschutz oder als Lieferant für die Blumenvase. Im Herbst, wenn das Laub verwelkt, wird geerntet. Topinambur als Lebensmittel verwendet, wird portionsweise ausgraben und verarbeitet. Anders als Kartoffeln sind die Topinambur-Knollen nicht besonders lagerfähig. Die Knollen vertragen selbst knochenharte Frosttemperaturen (-30°C).
Da die Knollen, solange sie sich im Boden befinden, absolut frosthart sind, treibt die Topinambur Jahr um Jahr aus den überwinterten Knollen aus. Diese Langlebigkeit (kann bei Pflege bis zu 20 Jahre dauern) und Unempfindlichkeit gegen Trockenperioden und Krankheiten machen die Topinambur auch zu einer idealen, perennierenden Wildackerpflanze, die, einmal angebaut, jahrelang genutzt werden kann.

"Kartoffel der Diabetiker"
Die Pflanze entwickelt Rhizomknollen, die als Speicherstoff Inulin enthalten.
Da Topinambur keine Stärke, sondern Inulin - ein Reservekohlenhydrat aus Fructose - enthält, wird sie besonders gut von Zuckerkranken vertragen. Das Inulin hat auch noch weitere positive Wirkungen: Es regt die Verdauung an, beeinflusst die Darmflora und den Cholesterinspiegel günstig. Durch den hohen Anteil an Ballaststoffen, die im Darm aufquellen und damit ein langanhaltendes Sättigungsgefühl erzeugen, gilt Topinambur außerdem als Geheimtipp bei Diäten. Außerdem ist die Knolle besonders reich an Vitamin B1, Eisen, Kalium und Magnesium. Am besten schmeckt Topinambur in den Wintermonaten. Die Knollen sehen nicht nur ähnlich aus wie Kartoffeln, sie können auch genauso zubereitet werden: Geschmort, gedünstet oder in Teig ausgebacken. Neben den bekannteren deftigen Varianten haben Liebhaber des neu entdeckten Gemüses sich auch feinere Rezepte einfallen lassen.

Beate :wink:


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Beate
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Beitragvon Beate » 29. Okt 2003, 15:40

Falls man Topinambur nicht im Garten oder im Feld anpflanzen kann bzw. in einem Geschäft kauft siehe nachstehenden Aufbewahrungshinweis.

Topinambur sollte im Kühlschrank in Plastikbeuteln oder in geschlossenen, luftdichten Gefäßen aufbewahrt werden, um die Feuchtigkeit zu erhalten.

Kann ich nicht bestätigen, klingt für mich jedoch logisch.
Werde es selbst mal ausprobieren.

Beate :wink:

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Beitragvon Kräuterfee » 29. Okt 2003, 18:56

Hallo Beate,

haste einen Garten ? Von mir kannste welchen bekommen ;-)
Ich lasse ihn möglichst in der Erde - man hat nur Schwierigkeit bei festen Boden, was bei Frost auszugraben. Die Blätter lasse ich so lange wie möglich an der Pflanze.
Werde mir dieses Jahr welche sozusagen als Minimiete unter meinem gesiebten Kompost vergraben, damit ich auch im Winter rankomme - sonst schrumpeln sie sehr schnell.
:wink:
MfG
Kräuterfee

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Beate
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Beitragvon Beate » 29. Okt 2003, 19:27

Hallo Fee,

ja ich habe einen Garten.
Der Topi wächst hier bei uns reihum auf den Feldern.
Geerntet wird bei uns in der Regel so ca. ab Ende Januar wenn der 1. Frost so richtig rübergegangen ist.

Wollte das mit dem Kühlschrank eigentlich fürs Forum ausprobieren.
Ich selbst hole sie auch portionsweise (natürlich mit Genehmigung des Bauern) von den Feldern.
Kenne hier viele Bauern, von meinen früheren Beschäftigungszeiten, da haben diese mir den Topi in flüssiger Form (Branntwein) geliefert.

Ich hoffe, daß ich in absehbarer Zeit eienen Ortswechsel vornehmen kann, dann werde ich wohl nicht umhin kommen, mir auch welche in den Garten zusetzen.

Vielen Dank für Dein Angebot.

Liebe Grüße
Beate :wink:

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Beitragvon Carifi » 6. Nov 2003, 09:59

Hallo Ihr Lieben,

...und schon wieder brauche ich Eure Hilfe.

Ich möchte gern Topinambur anbauen, aber irgendwie hab ich keine
so richtige Ahnung, welche Anforderungen die pflanze an den Boden, Wärme/Kälte, Klima, Gießen/Bewässerung etc. stellt.

Vielleicht baut ja jemand von Euch die Pflanze an und kann mir tipps geben?!!

Das wäre echt suuuper lieb!

Schonmal vielen Dank im voraus!!


Liebe Grüße,
Carina

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Beate
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Beitragvon Beate » 14. Nov 2003, 18:37

"Topinambur und Diabetiker"

Topinambur wird seit wenigen Jahren aufgrund ihrer hervorragenden Eignung für Diabetiker und im Rahmen einer kalorienarmen und gesunden Ernährung wieder verstärkt auch in anderen Gegenden angebaut.
Inhaltsstoffe
Energie: 30 kcal/100 g
Fett: 0,41%
Mineralstoffe der Topinambur
Kalium (478 mg/100g !), Natrium, Phosphor, Calcium, Phosphat, Schwefel, Kieselsäure und Eisen
Vitamine
Vitamin B1, Vitamin B2, Vitamin B6
Vitamin A - Beta-Carotine
Vitamin C, Vitamin D

Außerdem enthält Topinambur
Betain, Biotin, Inulin, Saponine, Cholin

Habe meine Unterlagen durchgestöbert; Quelle ?


Beate :wink:


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Beitragvon Beate » 14. Nov 2003, 18:40

"Topinambur und Gesundheit"

Von besonderer Bedeutung ist der hohe Gehalt an Inulin. Inulin wird unter Einwirkung von Enzymen und Säuren in eine speziell für Diabetiker verträgliche Zuckerform umgewandelt. Deshalb wird sie auch "Diabetikerkartoffel" genannt.
Die Inhaltsstoffe Cholin und Betain gelten als krebshemmend und stärken die Abwehrkräfte.
Von den Mineralstoffen ist von großer Wichtigkeit der hohe Gehalt an Kalium, Phosphor, Kieselsäure. Kalium und Phosphor kommt eine äußerst wichtige Bedeutung für die Stoffwechselleistungen der Zelle zu. Kieselsäure ist für die Elastizität und die Verjüngung des Bindegewebes notwendig.
In der Volksmedizin wird die Topinamburknolle, als "Geschenk des Himmel" und als wirksames Therapeutikum gegen eine ganze Reihe von Beschwerden wie der Leber, Galle, Magen usw. gepriesen. Insbesondere soll ihr eine appetithemmende Wirkung ohne Nebenwirkungen zukommen.

Von meinen älteren Unterlagen; Quelle?

Beate :wink:

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Beitragvon Beate » 14. Nov 2003, 23:47

Hallo Carifi,
und auch jene, die mit mir per PM in Kontakt traten.
Ich habe ein bißchen gegoogelt und für Euch gefunden:

Anbau von Topinambur, Topinambursorten usw.
siehe hier:

http://www.landwirtschaft.bayern.de/all ... inamb.html

Ich wußte selbst nicht, daß es mehrere Sorten gibt. Kannte bisher nur die rote und die gelbe Knolle.
Viel Spaß beim Stöbern.

Beate :wink:

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Angelika
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Re: Topinambur - Helianthus tuberosus

Beitragvon Angelika » 7. Jan 2019, 20:13

Topinambur-Blüten-Tee:

Der Tee wirkt bei Erschöpfung und nervöser Unruhe.

4 frische Topinambur-Blüten mit etwa einem halben Liter kochendem Wasser überbrühen und über Nacht ziehen lassen.
Anschliessend den Tee abseihen und über den Tag verteilt trinken.

mfg

Angelika



   

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