Quitten –eine fast vergessene Powerfrucht

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Angelika
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Quitten –eine fast vergessene Powerfrucht

Beitrag von Angelika »

Quitten zählen zu den Rosengewächsen und den ältesten Obstsorten der Welt. Sie stammen ursprünglich aus Asien und erreichten in der Antike über Griechenland Europas Gärten.
Weltweit gibt es um die 200 Quittensorten, die bekanntesten jedoch sind die Birnen- und die Apfelquitte. Apfelquitten sind ideal, für Quittengelee und Marmelade.
Die rohen Früchte haben kaum ein Aroma. Wird die Frucht gekocht und die harte Schale entfernt, verströmen sie ein fruchtiges, zitroniges Aroma.
Sie blüht im Mai und Juni; die Früchte werden erst spät im Oktober und November geerntet. Alle in Europa angebauten Quittensorten können nur in gegartem Zustand verzehrt werden; hierbei ist es wichtig, vor der Verarbeitung die flaumigen Härchen auf der Schale abzureiben, da sie eine große Menge Bitterstoffe enthalten.
Quitten enthalten viel Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor und Eisen. Sie sind reich an Vitamin C, Folsäure und haben einen hohen Anteil an Gerbstoffen, Pektin und Ballaststoffen.
Unter den Ballaststoffen sind besonders die Pektine hervorzuheben. Pektine sind Schleimstoffe mit der Fähigkeit zu gelieren. Auf dieser beruht auch die Heilwirkung der Quitte. Im Magen-Darm-Trakt werden so unerwünschte oder schädliche Stoffe gebunden und ausgeschieden.
Die Heilwirkung dieser Früchte ist seit vielen Jahrhunderten bekannt. Der griechische Arzt Pedanios Dioskurides schrieb den kleinen Goldstücken die Fähigkeit zu, bei Atemnot, Cholera, Leberkrankheiten, Augenentzündung oder Darmleiden zu helfen.
Und die Benediktinerin und Äbtistin Hildegard von Bingen empfahl Quitten gegen Gicht und Geschwüre.
Als Heilpflanze wirkt die Quitte adstringierend, blutbildend, entzündungshemmend, harntreibend, kühlend und schleimlösend. Schon Hippokrates verordnete Quittenzubereitungen gegen Durchfall und Fieber; Quittensaft zur Stärkung des Magens.
So kann die Quitte bei Entzündungen der Magenschleimhaut, Entzündungen des Darms, Durchfall, Verstopfung, Mundgeruch, Erkältungskrankheiten, Halsentzündungen, Bronchitis,Bluthochdruck und Sodbrennen angewendet werden.
Besonders wohltuend wirkt sie auf geschundene Haut, beispielsweise bei Brandwunden, Sonnenbrand, offenen Stellen als Folge von Wundliegen, blutenden Wunden und rissiger Hau.
Lässt man einen Esslöffel Quittenkerne in 100 ml kaltem Wasser für 12 Stunden stehen oder kocht sie auf, bildet sich der sogenannte Quittenschleim. Dieser wird äußerlich aufgetragen und verschafft bei den oben genannten Beschwerden Linderung – er kann auch eingenommen werden. Innerlich legt sich der Schleim zum Beispiel als Schutzschicht über gereizte Schleimhäute bei einer Halsentzündung. Da die Quitte die Ausscheidung von Schadstoffen unterstützt, kann sie sogar bei Gicht helfen.
Fast alle Teile der Quitte sind als Heilmittel verwendbar: Samen und Blätter kann man zu Tee verarbeiten, das Fruchtfleisch als Saft, Mus oder in Honig eingelegt zubereiten.
Quitte findet sich auch als Wirkstoff in vielen Kosmetik-Produkten wie Masken und Cremes.
Die Inhaltsstoffe der Frucht wirken reizlindernd und beruhigen auch gestresste Haut auf sanfte Weise. Aus Quittenschleim kann man eine regenerierende Gesichtsmaske herstellen.
Für Marmelade, Gelee und Kuchen eignet sich allerdings die harte Apfelquitte besser, denn sie schmeckt deutlich aromatischer. Trotz der harten Schale sind Quitten recht empfindlich.

Rezepte :viewtopic.php?f=3&t=887&hilit=Quitten
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papavero
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Re: Quitten –eine fast vergessene Powerfrucht

Beitrag von papavero »

Vielen Dank für den sehr interessanten Artikel! Ich habe Quitten in den letzten Wochen für mich entdeckt und wusste nicht ob der Pros abseits des Geschmacks. :)

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