Schlüsselblume

Schlüsselblume, Primula veris



Pflanzenfamilie: Primelgewächse [Primulaceae]

Vorkommen: Europa; Asien; Mitteleuropa; Amerika;

Wächst: von Januar bis Januar

Pflanzzeit:

Sammelzeit: Blüten von März bis Mai
Wurzeln von März bis April

Im Mittelalter hieß die Schlüsselblume Herba paralysis, weil sie gegen Schlaganfall helfen sollte. Auch wird sie als Arthritica bezeichnet, denn sie war ein Hauptmittel gegen Gicht. Sehr beliebt war der Schlüsselblumenwein. Eine Salbe der Pflanze diente der Schönheit. Sie galt auch als ein Fruchtbarkeitsmittel.
Neueste pharmakologische Untersuchungen haben verschiedentlich die in der Volksmedizin gepriesenen Wirkungen bestätigt. Das ist insbesondere durch die Saponine zurückzuführen, die festsitzenden Schleim lösen und hartnäckigen Husten lindern.

Bilder:

Beschreibung:

Die bis zu 20 cm hohe echte Schlüsselblume ist eine ausdauernde Pflanze mit kurzem Wurzelstock. Die frischen goldgelben Blüten duften angenehm nach Honig und erheben sich aus einer Blattrosette. Die ovalen Blätter sind 5-21 cm lang, nach Unten verschmälert gekerbt, mit langem, geflügeltem Blattstiel.
Man findet sie vorwiegend auf feuchten, ungedüngten Wiesen, Auen und im Hügel- und Voralpenland.
Sie blüht von März bis Mai, wenn die Blüten auch gesammelt werden. Die geputzten Wurzeln werden im März und April ausgegraben. Die Blüten sind schnell zu trocknen und nicht zu dicht in verschlossenen Gefäßen zu lagern.
Durch die chemische Düngung der Böden ist sie leider immer seltener geworden und ist daher unter Naturschutz gestellt worden. Für das Sammeln der Wurzeln ist deshalb eine Genehmigung erforderlich.
Die weitverbreiterte Hohe Schlüsselblume (Primula elatior), die fast auf allen Wiesen, an Waldrändern und unter Gebüschen wächst, trägt auf ihren hohen Stengel eine hellgelbe Blütendolde, die nur schwach duftet. Sie ist in der Heilkraft der echten Schlüsselblume ebenbürtig und kann genauso verwendet werden.
Auch die Hohe Schlüsselblume ist bei uns wie übrigens alle Primelarten besonders geschützt.
Warnung: Die Giftprimel (Primula obcinica), die aus China stammt und der Schlüsselblume ähnelt und gern in Ziergärten verwendet wird, sondert beim Schneiden durch Verletzen der Drüsenhaare geringe Mengen an Primin aus. Kommt die Haut damit in Kontakt, treten Hautentzündungen mit heftigen Juckreiz und Bläschenbildung auf. Die klassische Primeldermatitis. Die Empfindlichkeit auf dieses Gift ist unterschiedlich; es muß nicht immer gleich eine Hautentzündung sein. Deshalb vorsichthalber Handschuhe im Garten benutzen.

Hauptwirkstoffe:

In der Wurzel befindet sich 4-10% Triterpensaponine, insbesondere Primulasäure A, Phenolglykoside (Primverin und Primulaverin als Hauptkomponenten).
In den Blüten sind Flavonoide, Saponine.
Wirkung: sekrolytisch, antimykotisch
Verwendung: Als Dektot bzw. Teeaufguß, Tinktur oder Extrakt, bei Entzündungen der Atemwege
Traditionell: bei Rheuma, Gicht, Keuchhusten, Asthma Bronchale, Angstzuständen und Schlaflosigkeit sowie als Diuretikum (Steigerung der Harnausscheidung). Die Wirksamkeit ist zum Teil nicht belegt.
Nebenwirkungen: Magenbeschwerden, Übelkeit
Kontraindikationen: Primelallergie auf die Blüten durch (Primin), bei Asperinunverträglichkeit, auch bei Schwangeren keine hohe Dosis, da die Primel den Uterus stimuliert
Homöopathisch: frische Pflanze bei Hautausschlägen (Urtikaria, Ekzeme), Rheuma und Migräne

Anwendung:

- Hustentee (bei Husten ohne Auswurf)
- Schwere Erkrankungen der Luftwege
- Chronische Bronchitis
- Kopfschmerzen, Migräne
- Nervöse Herzbeschwerden
- Gegen Schlaflosigkeit
- reinigt Blut, die Niere und scheidet gut Harn aus
- Gicht, Rheuma

Inhaltsstoffe:

 · Flavonoide  · Gerbstoffe  · Mineralstoffe  · Primin  · Primulasäure  · Primulaverin  · Primverin  · Saponine  · Volomitol  · Zuckeralkohol  · Ätherische Öle  · Phenolglykoside


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