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Hirtentäschelkraut (Caspella bursa-pastoris) - Kräuter Lexikon

Zum Inhalt

Hirtentäschelkraut, Caspella bursa-pastoris

  • Volkstümliche Namen: Taschenkraut, Schneiderbeutel, Schinkenkraut, Säcklichrut, Löffeli, Herzkraut, Bauernsenf
    Pflanzenfamilie: Kreuzblütler [Brassicaceae]
    Vorkommen: Mitteleuropa; Westeuropa;
    Wächst: von März bis Dezember

  • Das Hirtentäschel ist eines der meist verbreiteten Unkräuter, das fast in der ganzen Welt vorzufinden ist. Da es sehr anspruchlos an die Bodenart ist, kann man es fast überall finden. Vor allem auf Ödland, wo es sich gut ausbreiten kann, aber auch an Wegrändern, auf Äckern, in Gärten, zwischen Pflastersteinen, auf Weiden, Schutt und an Gewässerrändern.

    Die heilende Wirkung des Hirtentäschels wurde sehr lange in der Medizin umstrittten. Der Streitpunkt lag hauptsächlich bei der angelblichen Blutstillung während der Menstruation. Viele Mediziner vertraten den Standpunkt, dass das Kraut wohl eine heilende Eigenschaft besässe. Andere waren aber der Meinung nicht die Inhaltsstoffe des Hirtentäschels seien dafür verantwortlich, sondern lediglich ein Pilz, der die Pflanze oft befalle.

    Die Forschung ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass man nun bessere Kenntnisse über das Hirtentäschel herausfand. Die Wirkung des Krauts ist tatsächlich nicht sehr verlässlich, da die dafür verantwortlichen Inhaltsstoffe in jeder einzelne Pflanze unterschiedliche Konzentrationen
    aufzeigt. Dennoch findet das Kraut immer noch gerne in den verschiedensten Präperaten Verwendung.

    Ganz ungefährlich ist Hirtentäschelkraut tatsächlich nicht. Es sollte von Schwangeren während der Wehen gemieden werden. Eine weitere Warnung: Die Droge aus dieser Pflanze senkt zunächst den Bludruck, steigert ihn aber anschließend. Deshalb sollte vor Gebrauch ein Arzt konsultiert werden. Schließlich kann eine zu hohe Dosis giftig wirken.
  • Beschreibung:

    Das Hirtentäschel ist eine ein- bis zweijährige, bis zu 40 cm hoch werdende Pflanze. Das Kraut besitzt häufig eine sehr tief in den Boden reichende Pfahlwurzel.

    Die dunkelgrünen, behaarten Blätter sind grundständig in einer Rosette angeordnet. Sie sind gestielt und besitzen eine unregelmäßig fiederteilige Form.

    Am aufrechten, wenig verzweigten Stengel findet man hin und wieder ein paar ungestielte fast ganzrandige, jedoch leicht gezähnte Blätter vor.
    Sie besitzen eine pfeilförmige Form und in Richtung Stengel zulaufend sitzen jeweils am Blattende zwei kleine Zipfel.

    Die weißen Blüten sind traubenartig angeordnet und sind auf der Spitze von kleinen Stielen angebracht.

    Die leicht behaarten, eiförmigen Kelchblätter sind in einem kleinen Abstand zu den Kronblättern angeordnet. Im etwa oberen Drittel des Stengels befinden sich die herzförmigen, an der Scheidewand aufgehängten Früchte. Die 10-12 samigen Schoten sitzen auf langen Stielen und sind sehr flachgedrückt. In der Fruchtmitte befindet sich ein kleiner Griffel.

  • Hauptwirkstoffe:

    Inhaltstoffe: - Aminosäuren, biogene Amine (Azetylcholin, Cholin, Tyramin), Proteine, Flavonglykoside (Diosmin),Saponine, Pflanzensäuren, Calzium- und Kaliumsalze
    Wirkung: hämostatisch
    Verwendung: - lokal bei Nasenbluten, äußerlich als blutstillendes Mittel bei Hautverletzungen
    Homöopathisch: - bei Gebärmutter und Schleimhautblutungen
  • Anwendung:

    · Bei äußerlichen und innerlichen Blutungen (besonders Gebärmutterblutungen)

    . harntreibend (gegen Nierenbeschwerden und Harninfektionen genutzt)

    . hilft bei Magen- und Darmkatharr

    · Herz- Kreislaufproblemen (fördert den Kreislauf; senkt den Blutdruck)

    · Blutreinigung

    . äußerlich angewendet bei Hautausschlägen


    Das Hirtentäschelkraut wird primär in diversen Teemischungen verabreicht. Zum Verzehr sind auch die jungen Blätter geeignet
  • Sammelzeit:

    Pflanze / Blätter von Februbar bis September


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