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Veilchen ( Wohlriechendes ), Viola odorata

  • Volkstümliche Namen: Viole, Heckenveigerl, Osterveigerl, Märzveigerl, Vegeli, Blauröschen, blaue Viole
    Pflanzenfamilie: Veilchengewächse [Violaceae]
    Vorkommen: Europa; Ostasien; Nordamerika;
    Wächst: von Februbar bis Novemver

  • Das aus dem Mittelmeergebiet stammende Wohlriechende Veilchen ist mittlerweile fast weltweit verbreitet und verwildert. Es wächst bevorzugt in lichten, feuchten Laubwäldern, in Gebüschen und Waldrändern. Als Zierpflanze ist es in unseren Gärten sehr beliebt.
    Das Veilchen, eine Duft-, Zier-, und Heilpflanze wurde in der Antike schon verehrt und geliebt. Athen, die "veilchenbekränzte" Stadt feierte jedes Jahr ein Frühlingsfest, bei dem alle 3 jährigen Kinder ein Kopfschmuck aus Veilchen erhielten. Dies war ein Symbol der Freude und Dankbarkeit für das Überleben dieser Kinder, denn zu dieser Zeit war die Kindersterblichkeit mangels Hygiene und medizinischer Versorgung noch sehr hoch. Es wurden sogar ganze Gärten nur mit Veilchen bepflanzt, die einen wunderbar wohlriechenden Duft verströmten.
    Dem Veilchen werden sehr viele Bedeutungen und Eigenschaften zugesprochen. So steht es für Frühling und Fruchtbarkeit. Zahlreichen Göttern zu Ehren wurde es geweiht, so z.B. Pan, dem Gott des Lebens und der Natur. Es verkörpert Jungfräulichkeit. Die Särge der Jungfrauen wurden daher mit Veilchen gemschmückt. Nicht zuletzt symbolisiert es Liebe und Treue. Sogar für Siegmund Freud glat das Veilchen als Sexsymbol.
    Die schöne Frühlingsblume taucht in endlosen Sagen, Geschichten, Märchen, Mythen, Gedichten und Liedern auf. Einer Sage nach, soll das zauberhafte Veilchen ein Zeichen für geheimnisvolle, verborgene Schätze sein. Dort, wo sie wächst, sollen Zwerge das Tor zu kostbaren Bergschätzen öffnen.
    In der Bretagne existiert ein Brauch, bei dem am Karfreitag Veilchen verstreut werden, um den Frühling anzulocken. Dieses Ritual ist auf eine griechische Sage zurückzuführen, bei der die Frühlingsgöttin Persephone aus der Erde steigt, und den Frühling einleutet. Unter jedem ihrer Schritte sprießen Veilchen empor.
    Seine Heilkräfte waren auch schon in der Antike bekannt. Hippokrates war der erste Entdecker. Er setzte die Pflanze gegen Sehstörungen, Kopfschmerzen und Brustentzündungen ein. So trug man bei rauschenden Festen Kränze von Veilchen. Ihr Duft sollte das Aufkommen von Kopfschmerzen verhindern.
    In der heutigen Medizin wird das Veilchen auch eingesetzt. Äusserlich wird es immer noch gegen Kopfschmerzen verwendet. Der Salicylsäure schreibt man eine schmerzlindernde Wirkung zu. Innerlich und Äußerlich kann das Veilchen bei zahlreichen Leiden angewendete werden. Als Sirup verabreicht, lindert es Husten und Keuchhusten. Jedoch wurde es heute durch andere Mittel mehr oder weniger von diesem Platz verdrängt.
    Die Blüten und die Blätter helfen bei Hauterkrankungen, wie z.B. Geschwüren, Abszessen und Pickeln. Gegen Krebs und Augenleiden wird es auch eingesetzt. Die Wurzel wirkt beruhigend. Bei Schlafstörungen fördert ein Fussbad den Schlaf.
    Sein hoher VitaminC Gehalt sollte auch erwähnt werden. Gerade in Streßsituationen, wie z.B. Schwangerschaft oder im Frühjahr, wo der Körper einen höhern Bedarf an VitaminC benötigt, eignet sich ein Tee, zubereitet aus dem Kraut am besten, um das Defizit wieder auszugleichen. Auch in der Homöopathie, der Aromatheraphie und der Bachblütentheraphie ist das Veilchen nicht mehr wegzudenken.
    In der Industrie, vor allem in der Parfümindustrie, ist das Veilchen ein beliebter Rohstoff.
    Im 17. und 18 Jahrhundert wurden mit dessen Duft Kleider und Perrücken parfümiert.
    Durch ein spezielles Verfahren wird aus den Blättern das Öl ausgepresst. Jedoch ist es sehr teuer, da eine Pflanze einen nur sehr geringen Anteil an Ölen enthält und das Verfahren der Ölgewinnung sehr aufwendig ist.
    Hauptanbaugebiet des Veilchens sind vorwiegend Italien und Frankreich.
    Die Pflanze wird nicht nur als Rohstoff in der Parfüm- und Kosmetikindustrie verwendet.
    Sie findet auch ihren Platz in der Chemie. Hier liefert sie einen Bestandteil des Lackmuspapieres.
  • Beschreibung:

    Das ausdauernde, fast kahle, in der gemäßigten Zone bis zu 10cm hoch werdende Veilchen, besteht aus 23 Gattungen umd umfasst 830 verschiedene Arten. In den Tropen existieren sogar kleine Veilchensträucher oder Bäume.
    Die Pflanze besitzt keinen Stengel, statt desssen treibt sie bis zu 20cm lange oberirdische bewurzelte Ausläufer aus. Die herzförmigen, gestielten Blätter sind streubehaart und am Rande leicht gezähnt.
    Die tiefvioletten Blüten sitzen auf einem behaarten Stiel und verströmen einen starken Duft. Die Kelchblätter sind spitz lanzettlich und am Grunde mit einem zuckerhaltigen Anhängsel versehen. Das unterste der dunkelvioletten Kronblätter ist mit einem nektarführenden Sporn besetzt.
    Die Besonderheit des Veilchens liegt in der Selbstbestäubung. Die im Frühjahr blühende Pflanze lockt mit ihrer ausdrucksvollen Erscheinung und dem starken Duft etwa keine Insekten zur Fortpflanzung an. Sie blüht ein zweites Mal, sehr unscheinbar, im August. Die Kronblätter sind dann nur unvollständig entwickelt und bleiben daher geschlossen. Die Pollen werden während des Befruchtungsprozesses aus den Staubbäuteln auf die Narbe abgegeben. Die Pollen reifen dann zu einer kugelartigen, aufspringenden Kapsel mit 3 Klappen heran.

  • Hauptwirkstoffe:

    Saponine, Alkaloide, Flavonide, ein Glykosid, das Salicylsäuremethylester abspaltet, Methylsalicylat, ätherisches Öl in den Blüten, Zucker, Eiweißstoffe, Proteine, Gummi, blauer Farbstoff, Odoratin, Schleim, organische Säuren, VitaminC, Terpene



  • Anwendung:

    Kopfschmerzen,Rachenentzündungen,Fieber,Rachenentzündungen, Husten, Keuchhusten, Bronchitis, Bronchialverschleimung, Geschwüre, Bronchialasthma, Lungenetnzündung, Erkältung, Mundschleimhautentzündung, hoher Blutdruck, Rheuma, Gicht, Arthritis, allgemeine Unruhe, Schlaflosigkeit, Nervosität, nervöses Herzrasen mit Angstzuständen, Herzschwäche, Herzstechen, Seitenstiche, Verstopfung, Magenverstimmung, Hauterkrankungen, Geschwüre, Pickel, Abszesse, Quetschungen, Krebs, Ohrenschmerzen, Augenentzündungen, Augenbrennen, Blasenentzündung, Nierenentzündung, Brennen der Harnröhre, Leberstörungen, Milzvergrösserungen


  • Sammelzeit:

    Blüten von März bis April
    Wurzeln von Oktober bis Novemver
    Pflanze / Blätter von März bis April


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