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Lungenkraut, Pummonaria officinalis L.

  • Volkstümliche Namen: Blaue Schlüsselblume, Brunnenschlüssel, Fleckenkraut, Hansl und Gretl, Kirschkohl, Königsstiefel, Osterblume, Ungleiche Schwestern, Walsochsenzunge, Frauenmilchkraut, Adam und Eva
    Pflanzenfamilie: Rauhblattgewächse [Boraginaceae]
    Vorkommen: Mittelmeergebiet; Mitteleuropa;
    Wächst: von Februbar bis August

  • Lungenkraut zählte zu den Marienpflanzen. Die weißen Flecken auf den Grundblättern sollen der Legende nach entstanden sein, als Muttermilch der Muttergottes beim Stillen des Jesuskindes darauftropfte. So wurde das Kraut auch "Unsere lieben Frau Milchkraut" oder englisch "Lady's Milk Sile" genannt.
    Die Pflanze sollte in frühen Jahrhunderten ihrem Namen entsprechend gegen Lungenleiden und vor allem gegen Blutspeien helfen.
    Paracelsius meinte, daß die Blätter des Krautes aussähen wie Lungenflügel. Bis dahin wurde das Lungenkraut in keinem Kräuterbuch verzeichnet. Mit Ausnahme der hl. Hildegard, die eine Pflanze namens "Lungenwurz" erwähnte.
    Die Griechen kannten es deshalb nicht, weil es nicht bei ihnen wuchs. Erst nach Matthiolus Beschreibung "...heyle die Geschwür in der Brust..."erfand das Kraut einen regelrechten Boom.
  • Beschreibung:

    Lungenkraut ist eine ausdauernde, rauhhaarige Pflanze mit einem waagerecht kriechenden, ziemlich dünnen Wurzelstock. Die Blütensprosse erscheinen im Februar/März fast gleichzeitig mit der Grundrosette. Sie sind bis 30 cm hoch und frischgrün, locker borstig behaart, unverzweigt und wechselständig beblättert. Die sich während der Blüte- und Fruchtzeit entwickelnden Rosetten- oder Sommerblätter sind deutlich weiß gefleckt oder auch ungefleckt und 10 cm lang, eiförmig zugespitzt. Oft überwintern die Blätter. Oberseits sind sie dicht und rauh behaart, unterseits blaugrünlich und schwächer behaart.
    Die rosa, violetten-röhrigen Blüten stehen in endständigen, reichblütigen Doppelwickeln und sind ebenfalls lang drüsig behaart.
    Lungenkraut liebt es feucht und licht, gern auf kalkarmen Böden und ist daher (außer im Garten) in Laubwäldern, Gebüschen, und schattigen Ufern zu finden.
    Wer die Pflanze sammelt, sollte daruf achten, daß das Lungenkraut in einigen Bundesländern (Bremen, Niedersachsen) auf der "Roten Liste" steht.
    Verwechselt werden kann es mit dem schmalblättrigen Lungenkraut und dem Weichen Lungenkraut. Beide verwandte Arten sind Geschützt.

  • Hauptwirkstoffe:

    Lungenkraut hat Kohlenhydrate (Fructane und Schleimpolysacharide), Mineralsubstanzen wie bis zu 3% Kieselsäure, Gerbstoffe und Flavonoide.
    Verwendet wird das Dektot, Tee.
    Lungenkraut wirkt schleimbildend und auswurffördernd. Wegen des hohen Kieselsäuregehaltes wirkt Lungenkraut gewebefestigend.
    Traditionell: bei Erkrankungen der Atemwege, des Magen-Darm-Traktes, sowie der Niere und ableitenden Harnwege, als Adstringins und zur Wundbehandlung
    Homöopathisch ebenfalls bei Entzündungen der oberen Luftwege.
    Nebenwirkungen: Wenn der Tee auf Dauer getrunken wird, können Schleimhautreizungen entstehen.
  • Anwendung:

    - Erkrankungen der oberen Luftwege
    - Heiserkeit und Halsschmerzen
    - Bronchial- und Lungenleiden
    - Tuberkolose
    - Blase, Blasensteine (harntreibend)
    - in der Küche: Salate, Gemüsesuppen, Eierkuchen, Gemüse
  • Sammelzeit:

    Blüten von März bis April
    Pflanze / Blätter von März bis April


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