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Mäusedorn (Stechender), Ruscus aculeatus L.

  • Volkstümliche Namen: Dornmyrte
    Pflanzenfamilie: Liliengewächse [Liliaceae]
    Vorkommen: Europa; Vorderindien;
    Wächst: von Januar bis Januar

  • Schon Antike verwendte man den Mäusedorn. Er stand nicht nur auf dem Speiseplan (wie Spargel wurden die jungen unterirdischen Sprosse als Gemüse verzehrt), sondern wurde auch medizinisch angewandt.
    Auch medizinische Anwendungen aus dem 16. und 17. Jahrhunderts sind bekannt. Mäusedorn wurde wegen seiner harntreibenden Eigenschaften (Wurzelabkochung) bei Wassersucht eingesetzt. Tatsächlich bilden sich Ödeme bei regelmäßiger Anwendung von Mäusedornextrakt zurück.
    Seinen Namen hat er vermutlich von seinen spitzen Seitensprossen, die zur Abschreckung von Mäusen in Vorratskammern aufgehängt wurde.
    Erst in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts entdeckte man wieder die gefäßverengenden Eigenschaften des Wurzelextrakts.
    1991 erhielt der Mäusedorn vom Bundesgesundheitsamt folgende Einschätzung: "zur unterstützenden Therapie von Beschwerden bei chronisch venöser Insuffizienz wie Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen, nächtliche Wadenkrämpfe, Juckreiz und Schwellungen."
    Die beiden Steroidsapogenine Ruscogenin und Neoruscogenin werden isoliert auch bei Hämorrhoiden angewandt.
    Auf dem dritten Internationalen Kongress für Phytomedizin in München wurde die Wirksamkeit des Wurzelextrakts bei chronisch venöser Insuffizienz durch eine Studie belegt.
  • Beschreibung:

    Der Mäusedorn ist ein immergrüner, 20-80 cm hoher, aufrechter und holziger Strauch.
    Seine Blätter sind schuppenartig, klein, dreieckig bis lanzettlich. Die Flachsprosse sind länglich, bis ca. 2,5 cm lang mit einer Stachelspitze, zweizeilig angeordnet.
    In den Achseln der Hochblätter stehen die kleinen, grünlich-weißen Blüten, entweder einzeln oder wenig büschelig gehäuft.
    Seine giftigen Beeren sind leuchtend korallenrot und haben einen Durchmesser von 1-1,5 cm.
    Zur Weihnachtszeit werden sie gern in Gestecken verwendet und eignen sich auch für Trockensträuße, da die Zweige und die daran stehenden Flachsprosse lange ihre grüne Farbe behalten.
    Mäusedornmag warme, trockene steinige Hänge.
    Bei uns lässt sie sich nur in sehr milden Gegenden im Freien überwintern und man kann sie als Kübelpflanze auf der sonnigen Terasse als Zierpflanze halten.

  • Hauptwirkstoffe:

    In den Beeren sind Saponine, besonders Ruscogenin enthalten. Deshalb kommt es bei Kindern beim Verzehr der Beeren gern mal zu gastrointestinalen Symptomen.
    In den Wurzeln befinden sich die Steroidsapogenine Ruscogenin und Neoruscogenin.
    Wirkung: venentonisierend, kapillarabdichtend, antiexsudativ, antiphlogistisch und diuretisch.
    Verwendung: Als Fertigarzeneimittel zur Therapie bei chronisch-venöser Insuffizenz und Hämorrhoiden
    Nebenwirkungen: Selten Magenbeschwerden und Übelkeit.
  • Anwendung:

    - unterstützende Behandlung von Krampfadern
    - Hämorrhoiden (Salben und Zäpfchen)
    - Kräftigung der Venenwände, Venenleiden
    - Ödeme
    - als entwässernder und harntreibender Tee
  • Sammelzeit:

    Blüten von April bis Mai


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