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Wacholder, Juniperus communis L.

  • Volkstümliche Namen: Kranatbaum, Kronawettbaum, Feuerbaum, Reckholder, Wachtelbeerstrauch, Weihrauchbaum, Machandelbaum, Krawittbaum, Kammetsbeerenstrauch
    Pflanzenfamilie: Zypressengewächse [Cupressaceae ]
    Vorkommen: Europa; Nordasien; Mitteleuropa;
    Wächst: von Januar bis Januar

  • Sowohl bei den Germanen als auch bei vielen anderen alten Kulturen war der Wacholder in erster Linie Räuchermittel, das zugleich "böse Geister" vertrieb.
    Hippokrates (um 460-370 v.C.) und Diskruides (1. Jahrhundert n. Chr.) verwendeten Wacholder als Medizin.
    Bei Hildegard von Bingen war er Bestandteil verschiedener Medikamente gegen Brustkrankheiten und Fieber.
    Darüber hinaus ist Wacholder Bestandteil vieler scharfer Getränke, z.B. des "Genever", dem Nationalgetränk der Holländer, oder auch einer Vielzahl deutscher Wacholderschnäpse. Und natürlich auch zur Ginherstellung.
    Heute ist Wacholder in der modernen Pharmaindustrie Bestandteil vieler Medikamente z.B. als Essenzen und Tees für die Appetitanregung.
  • Beschreibung:

    Wacholder ist ein niederliegender, aufsteigender oder aufrechter Strauch oder seltener ein kleiner Baum bis 4-7 m Höhe. In der Lüneburger heide auch zu 10-15 m hoch. In der Regel ist er so 1-3m hoch.
    Er hat eine rötliche Rinde und Nadelblätter in Wirteln zu je 3, schmal-linealisch, aufrecht abstehened, scharf zugespitzt und oberseits mit weißlichen Streifen, unterseits gekielt.
    Wuchsform bei aufrechten Exemplaren ist meist säulenförmig.
    Die Blüten sind zweihäusig. Die männlichen Blüten sind zu mehrenen achselständig oder am Ende kurzer Zweige. Weibliche Blüten entwickeln nach der befruchtung aus den 3 oberen samenschuppenblättern fleischige Beerenzapfen, die aber erst im zweiten oder dritten Jahr zu blauschwarzen Scheinfrüchten heranreifen. Die beerenzapfen sind schwarz, blaubereift und erbsengroß.
    In erster Linie findet man den wacholder in Heiden, außerdem auf Schafweiden, lichten Nadelwäldern, Moore, Magerrasen und Trockenhänge.
    Meist findet man ihn auf sandigen, nährstoffarmen und trockenen Böden bis 1500 m Höhe.
    Die Pflanze steht unter Naturschutz.

  • Hauptwirkstoffe:

    Der Geruch des Wacholders ist eigenartig würzig und sein Geschmack süßlich und aromatisch.
    Hauptwirkstoffe: 0,2-2% ätherisches Öl mit 26,5 alpha-Pinen, 1,7% Terpineol-4, 8,8 % Sabinen, 9 % Myrcen, sowie zahlreiche andere ätherische Ölbestandteile in geringer Menge.
    Die unreifen Früchte enthalten bis 2,9 % ätherisches Öl, das anscheinend etwas anders zusammen gesetzt ist.
    Die Öle ein- und dreijähriger Früchte scheinen markante Unterschiede zu haben.
    Wirkung: Das ätherische Öl wirkt diuretisch aufgrund gesteigerter Filtration und hat eine direkte Wirkung auf die glatte Muskulatur. Äußerlich wirkt es hautreizend und durchblutungsfördernd.
    Verwendung: als Stomachikum (appetitanregendes und verdauungsförderndes Mittel) und als Karminativum (gegen Blähungen), bei dyseptischen Beschwerden und in Teemischungen als Aquaretikum (Steigerung des Harnflusses).
    Traditionell: bei Zystitis (Harnblasenentzündung), Pyelitis , Gicht und Rheuma, äußerlich zur Durchblutungsförderung (Einreibungen - Spiritus Juniperi), Wacholderbeermus als Roborans und sog. Blutreinigungsmittel.
    Homöopatisch: Bei Ausscheidungsstörungen der ableitenden Harnwege und dyseptische Beschwerden.

    Gegenanzeigen: Schwangerschaft (antifertile Eigenschaften) und entzündliche Nierenerkrankungen.
    Nebenwirkungen: Bei langanhaltener Anwendung oder bei Überdosierung können Nierenschäden auftreten. (Nierenschmerzen, Harndrang, Veilchengeruch des Harns, Herztätigkeit und Atmung werden beschleunigt).
    Wirkungen auf die Haut/Schleimhaut: Bei äußerlicher Einwirkung kann es zu einer Entzündung der haut mit Blasenbildung kommen (irritative Kontaktdermatitis).

  • Anwendung:

    - Steigerung der Wasser- und Harnsäureausleitung (lindert Wassersucht)
    - Rheuma, Gicht und Ischias
    - Blähungen und Sodbrennen
    - Durchfall
    - Desinfiziert Atemorgane
    - appetitanregend
    - verdauungsfördernd
    - luftreinigend
    - In der Küche: zu Sauerkraut, dunklen Soßen, vielen Fleischspeisen, Marinaden, Wild, als Schinkengewürz
    - zum Räuchern
  • Sammelzeit:



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