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Schwarze Erle, Alnus glutiniosa (L.) GAERTN.

  • Pflanzenfamilie: Birkengewächse [Betulaceae]
    Blütenfarbe: gelblich
    Blütenzeit: von März bis April

  • - sommergrüner Baum und Frühblüher, ca. 10-25 m Höhe (max 35 m) und 120-150 Jahre alt werdend
    - Standort: in der Ebene und bis in mittlere Gebirgslagen bis 1800 m auf staunassen, zeitweilig überfluteten, tiefgründigen, meist kalkarmen, nährstoff- und humusreichen Böden; Pionier in der Verlandungsgesellschaft von Gewässern, Naßwiesen und Flachmooren
    - Stamm gerade, infolge Stockausschlag oft mehrstämmig
    - Krone ausgebreitet
    - dunkelgraue bis schwarzbraune, rissige Schuppenborke
    - kahle Triebe
    - Winterknospen und junge Blätter mitunter klebrig (lateinisch: glutinosus -> Namensgebung)
    - wechselständige, gestielte, doppelt-gesägte Blätter, ca. 4-10 cm lang, von rundlichen Umriß an der Spitze rund, gestutzt oder eingebuchtet (als markanter Unterschied zur Grauerle - A. incana), mit 5-8 Seitennerven, am Grunde breit keilförmig, kräftig grün, unterseits nur in den Nervenwickeln behaart
    - Blüten erscheinen vor den Blättern; männliche und weibliche
    - gelbliche, männliche Kätzchen zu 3-6, hängend
    - weibliche, eiförmig und rötlich, gestielt
    - Fruchtzapfen gestielt, 1-2 cm groß, bleiben nach der Samenreife (September, Oktober) - meist den Winter noch über am Baum; die der Schwarzerle sind deutlich gestielt, während die der Grauerle (A. incana) sitzen (Unterscheidungsmerkmal)
  • Standort: Auwälder; Bachufer; Uferränder; Ufer; Ufergebüsche; Auen; Flußränder; Bruchwälder; feuchte Laubwälder; Erlenbrüche; Flachmoore; Verlandunsgesellschaften;
  • Vorkommen: Europa; Kaukasus; Nordafrika; Kleinasien; Sibirien; Nordiran; Nordwestafrika;
  • - Baum des Jahres 2003
    - Name erhielt sie nach dem dunkleren Stamm
    - Holz: rötlich braun, ohne Farbkern, nach dem Fällen färben sich die Schnittflächen orangerot, später braunrot
    - Verwendung: Möbelherstelllung, Schnitz- und Drechselholz, Span- und Faserplatten, Modellbau
    - wenig witterungsbeständig
    - unter Wasser sehr dauerhaft, höchste Toleranz gegen andauernde Nässe !
    - Grundwasserzeiger, Torfbildner, sehr tief und intensiv wurzelndes Herzwurzelsystem, Uferbefestiger -> mindert Überschwemmungen !
    - frosthart, aber dürregefährdet, da hohes Stockausschlagevermögen
    - gut zur Bodendrainage vernäßter Böden, bodenverbessernd durch rasch abbaubare stickstoffreiche Streu und durch Simbiose mit Actinomyceten (eine artenreiche, zumeist im Boden lebende, hochentwickelte Ordnung der Bakterien, die zur Stickstoff-Fixierung fähig sind) -> also findet eine sogenannte Actinorhiza statt: Das ist eine Form der Symbiose bei Erlen und Sanddorn, bei der Actinomyceten (eine Art hochentwickelter Bakterien der Gattung Frankia - genauer gesagt: :Frankia alni) die Bildung von Wurzelknöllchen anregt, welche zur Stickstoff-Fixierung fähig sind. Es entwickelt sich infolge der Infektion der Wurzel und der Vergrößerung der Wirtszellen eine Rhizothamnien (d.h. Würzelknöllchen durch die Bakterieninfektion). - Diese Symbioten decken vollkommen den Stickstoffbedarf der Pflanze !
    - Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Harz, roter Farbstoff im Holz (Anulin und Vorstufen)
    - Früher wurde vom Gerbstoffgehalt der Pflanze Gebrauch gemacht (Abkochung der Rinde zum Gurgeln bei Infektionen im Rachenraum und Rheuma)
    - Die Rinde wurde zeitweise zum Gerben benutzt.
    - Die Schwarzerle wird in letzter Zeit als Pionier der Bodenverbesserung auch mit Erfolg auf sandigen und auch auf trockneren Böden wie Ödländern, Kippen, Halden des Bergbaus usw. angepflanzt.

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